U16-Bundestrainer Stefan Böger sieht Deutschland hervorragend aufgestellt

„Jogi Löw muss sich keine Gedanken machen“

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U16-Bundestrainer Stefan Böger (rechts) nahm schon an der Auslosung zum FreewayCup 2014 mit Turnierleiter Heinz-Dieter Holsing (links) und Christian Spönemann teil. Vielleicht kommt er auch zum Turnier in Lübbecke am 18. und 19. Januar. ·

Lübbecke - Er war schon beim FreewayCup zu Gast: U16-Bundestrainer Stefan Böger ist ein großer Fan der inoffiziellen Deutschen U16-Hallenfußballmeisterschaft in Lübbecke. Ein solch großer, dass er sogar überlegt, seinen für Januar geplanten, eigentlich traditionellen Familienurlaub zu verschieben. Denn zu gerne möchte der Bundestrainer beim Schaulaufen der Talente am 18. und 19. Januar in der Kreissporthalle dabei sein. Im Vorfeld des Cups spricht Stefan Böger über den Nachwuchsfußball in Deutschland und die Bedeutung von Turnieren wie dem FreewayCup.

Stefan, bringt das Spiel in der Halle aus Sicht eines Trainers positive Effekte oder ist es nur eine willkommene Abwechslung?

Stefan Böger:Das Hallenspiel bringt die Mannschaft und die Trainer in jedem Fall weiter. Für die Coaches ist es zum Beispiel wichtig, die Spieler auf engem Raum zu sehen. Wer von ihnen ist dort in der Lage, Situationen aufzulösen? Das ist spannend und lässt sich übertragen auf das große Feld.

Welche Bedeutung hat der FreewayCup?

Böger:Es gibt im Januar, Februar relativ wenige Hallenturniere. Die Tendenz ist in den vergangenen Jahren davon weggegangen. Leider, muss ich sagen. Umso höher sind die Turniere wie der FreewayCup in Lübbecke zu bewerten. Gerade wenn hochkarätige Mannschaften aufeinander treffen und sich innerhalb weniger Tage messen. Das hat schon große Bedeutung, auch über die Grenzen des Bundeslandes hinaus. Dieses Turnier wird wahrgenommen – nicht nur von den Spielern, sondern auch von Trainern, Beratern und Scouts. Weil es eine tolle Gelegenheit ist, in ganz kurzer Zeit viele Spieler zu sehen und Eindrücke zu gewinnen.

Wenn wir die Situation im deutschen Nachwuchsfußball mal mit der vor etwa zehn Jahren vergleichen: Was hat sich seitdem in der Ausbildung geändert?

Böger:Die Ausbildung ist noch detaillierter geworden, noch individualisierter. Die Mannschaften gucken natürlich, dass sie Turniere gewinnen, dass sie Siege einfahren und Meisterschaften holen. Aber der Fokus liegt stärker auf der individuellen Ausbildung der Spieler. Natürlich freuen sich die Jungs, wenn sie im U16-/U17-Bereich mal was abräumen. Aber es geht in den Vereinen vor allem darum, wer dort den Sprung in den Profibereich schafft.

Es heißt ja oft: Die A-Nationalmannschaft profitiert von einer goldenen Generation. Man hat den Eindruck, da rücken immer wieder erstklassige Spieler nach. Bleibt das so? Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich?

Böger:Jogi Löw muss sich in den nächsten zwei, drei oder auch vier Jahren keine Gedanken machen. In sämtlichen Jahrgängen, die ich überblicke – und das ist eine ganze Menge – kommen immer wieder richtig gute Jungs nach, die top ausgebildet sind und noch besser ausgebildet werden in den nächsten Jahren. Also, da sind wir schon auf einem richtig guten Weg. Aber es ist keine Garantie. Wir müssen uns anstrengen, das nimmt man auch bei den Länderspielen wahr. Wir haben zum Beispiel im Herbst ein U16-Länderspiel gegen Belgien 1:4 verloren. Alle Nationen unternehmen große Anstrengungen, um den Rückstand zu Deutschland aufzuholen. Da müssen wir vorbereitet sein.

Beim FreewayCup ist mit Mainz ein Team am Start, das erst einmal zu Gast war. Freiburg ist sogar Debütant. Dürfen wir uns auf die beiden Mannschaften freuen?

Böger:Das sind tolle Beispiele dafür, wie man Nachwuchsarbeit ganz konkret machen muss. Es gibt Vereine, die gehen plakativ nach außen und sagen: Wir machen Nachwuchsarbeit, wir kümmern uns um den Nachwuchs. Und im Detail, wenn man mal ganz genau hinschaut, ist es eben nicht so toll. Aber Freiburg und Mainz halten, was sie versprechen. Die machen ganz hervorragende Arbeit, die kümmern sich um die Spieler – auf dem Platz, aber insbesondere auch außerhalb und entwickeln die Spieler zu wirklichen Persönlichkeiten. Das ist sehr, sehr vorbildlich. Gratulation, dass es gelungen ist, diese Clubs nach Lübbecke zu holen.

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