Fußball-Kreisliga A: Der große Saison-Rückblick

Irre Aufholjagden – spektakuläre Tore

Nach einer überragenden Saison feierte der TuS Dielingen die Meisterschaft und den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga. - Foto: Hanke

Wehdem - Von Willi Pries und Maik Hanke. Schier unendlich viele Nachholspiele bestimmten die Rückrunde der Saison in der Fußball-Kreisliga A, und am Ende reichten die absolvierten 30 Spieltage noch nicht einmal aus, um alle sportlichen Entscheidungen zu finden. Mit dem Spiel um den Klassenerhalt zwischen dem SV Börninghausen und dem SSV Pr. Ströhen endete die Spielzeit am vergangenen Sonntag aber nun endgültig.

Beim Jubel der SSV-Spieler überwog am Ende die Erleichterung über die irgendwie noch gerettete Saison, während beim SV Börninghausen Katerstimmung herrschte. Aber Matthias Huth gibt sich auch gleich schon wieder kämpferisch: „Das ist zwar jetzt erst einmal hart, aber da müssen wir gemeinsam durch“, richtet der SVEB-Coach den Blick gleich wieder nach vorn.

Nahezu perfekt hingegen lief die Saison für den TuS Dielingen, dem in der Rückrunde zwar zeitweise der TuS Tengern II auf die Pelle rückte, aber am Ende mit 71 Punkten und neun Zählern Vorsprung souverän Meister wurde. „Ich glaube, dass uns so stark keiner auf der Rechnung hatte, wie wir in der Hinrunde waren“, sagt Dielingens Kapitän Stefan Lekon.

Das Dielinger Erfolgsgeheimnis, sagt Lekon, war eine Mannschaft, die noch aus dem Vorjahr gut eingespielt war. Auch der neue Trainer Wolfgang Hagedorn habe sich schnell in die Gemeinschaft integriert. „Wir waren ein Team“, sagt Lekon.

Der Rückblick auf die abgelaufene Spielzeit fällt für die Trainer der Kreisliga A sehr unterschiedlich aus. „Wir haben in der Rückrunde gespielt wie ein Absteiger“, meint Florian Haase, Trainer des VfL Frotheim. „Ich weiß im Moment nicht, ob ich eher von einem halbvollen oder einem halbleeren Glas sprechen soll. Aber wir haben unser Potenzial angedeutet, vor allem in der starken Hinrunde“, so Haase.

Aus seiner ersten Saison nimmt das Trainer-Duo Haase/Meyhoff die Erfahrung mit, dass der VfL auch durch schwierige Zeiten als Einheit geht. „Wir hatten auch zum Saisonende noch sehr viele Spieler im Training, obwohl es um nichts mehr ging“, freut sich Haase.

Bei TuRa Espelkamp blickt Trainer Willy Rogalsky ebenfalls auf sein erstes Jahr zurück. „Das war ein sehr lehrreiches Jahr für mich, und ich nehme viele wichtige Erfahrungen mit in die neue Saison“, so Rogalsky. TuRa fehlte es im Saisonverlauf oft an Konstanz, aber offenbar nicht an der Moral. Zahlreiche Spiele konnten die „Fohlen“ nach einem Rückstand noch drehen.

Blasheim spurtet auf einen einstelligen Platz

„Das Spiel gegen Schnathorst, das wir nach 0:3 noch mit 4:3 gewonnen haben, war eines der Highlights“, erinnert sich der TuRa-Coach.

Der SC BW Vehlage und ihr Trainer Heinrich Dyck marschierten mit der ligaweit besten Defensive bis auf Platz drei. - Foto: Pries

Einen beeindruckenden Endspurt legte der BSC Blasheim hin. Mit acht Siegen aus den letzten elf Spielen zogen sich die Blasheimer an den eigenen Haaren aus dem Abstiegssumpf und landeten in der Abschlusstabelle sogar auf dem einstelligen neunten Rang. „Wir können insgesamt zufrieden sein, auch wenn es lange Zeit nicht gut aussah. Unser Tiefpunkt war gleichzeitig unser Wendepunkt. Nach der 4:5-Heimniederlage gegen Türk Gücü ist die Mannschaft aufgewacht und hat das Ruder herumgerissen“, blickt BSC-Coach Sebastian Numrich zurück.

Als Siebter in der Tabelle kam der SV Schnathorst über die Ziellinie. „Als Aufsteiger war das eine tolle Saison für uns“, zeigt sich Trainer Christoph Kuhlmann überaus zufrieden, auch wenn die letzten vier Spiele verloren gingen. „Wir wollten nichts mit dem Abstieg zu tun haben, und das ist uns auch sehr früh gelungen. Wir konnten fast allen Teams Paroli bieten“, so der SVS-Trainer.

Nicht ganz so positiv fällt das Fazit von Isenstedts Trainer Axel Krüger aus. „In der Hinrunde hatten wir noch an dem Abstieg aus der Bezirksliga zu knabbern und waren mit uns selbst beschäftigt“, so Krüger. Danach fing sich der ISC und war dem Spitzenduo TuS Dielingen und TuS Tengern lange Zeit auf den Fersen. Nach der 1:3-Niederlage in Dielingen und dem verpassten Sprung auf den zweiten Rang war die Luft allerdings endgültig raus.

„Im Sinne des Vereins haben wir dann unsere zweite Mannschaft unterstützt. Ansonsten wäre vielleicht noch eine bessere Platzierung als Rang fünf drin gewesen“, erklärt Krüger, der aufgrund einer Knie-Operation sein Team lange Zeit nicht an der Seitenlinie unterstützen konnte.

Von vielen Trainern als Überraschungsmannschaften genannt werden der TuS Gehlenbeck und BW Vehlage. „Platz vier und 53 Punkte hätte ich vor der Saison selbst nicht erwartet. Unser Ziel war ein einstelliger Tabellenplatz“, berichtet Gehlenbecks Trainer Christoph Kämper.

VfB Fabbenstedt unerwartet im Keller

Sein Team etablierte sich in der Liga und legte trotz vieler Verletzungen eine beeindruckende Saison hin.

„Obwohl es eine harte Belastung war, ist uns vielleicht auch irgendwie zugutegekommen, dass wir in sechs Wochen 13 Spiele absolvieren mussten. So hat die junge Mannschaft unheimlich viel Spielpraxis sammeln können und sich gut entwickelt“, sagt Kämper.

Der SC BW Vehlage und ihr Trainer Heinrich Dyck marschierten mit der ligaweit besten Defensive bis auf Platz drei. - Foto: Pries

Mit zwei Last-Minute-Niederlagen gegen Frotheim und Isenstedt hatten die Gehlenbecker zwar auch ein wenig Pech, auf der anderen Seite blieben die Derbysiege gegen Lübbecke und ein Traumtor von Andre Kottkamp in positiver Erinnerung. Kottkamp hatte beim Spiel in Pr. Ströhen einen Ball direkt aus dem Anstoßkreis ins gegnerische Tor geschossen.

Nicht ganz so spektakuläre Tore gelangen der anderen Überraschungsmannschaft, dem SC BW Vehlage. Waren die Vehlager in den letzten Jahren für ihren Offensivfußball (im oft wechselhaften Hurra-Stil) bekannt, lag die Stärke der Elf von Trainer Heinrich Dyck diesmal in der Defensive. Mit nur 28 Gegentreffern stellten die Vehlager die beste Abwehr der Liga und waren damit sogar besser als Meister Dielingen (30 Gegentore).

„Wir sind tatsächlich eine Überraschungsmannschaft, aber wir haben damit auch unsere Entwicklung bestätigt“, hat Trainer Heinrich Dyck gut lachen. Mit Abwehrchef Vitali Klunk haben die Vehlager zwölfmal zu Null gespielt. „Wir standen hinten sehr gut, darunter hat unser Offensivspiel aber auch ein wenig gelitten“, so Dyck, der jedoch moniert, dass seinem Team in einigen Spielen noch die Disziplin gefehlt habe. „Wenn wir uns in manchen Situationen noch ein bisschen besser zusammenreißen, können wir noch erfolgreicher sein“, ist er sicher.

Für manche Trainer ebenfalls ein wenig überraschend landete der VfB Fabbenstedt nur auf dem 13. Tabellenplatz. „Unsere Erwartungen waren vor der Saison sicher anders“, sagt VfB-Coach Rainer Mannel. Sein Team hatte mit vielen Verletzungen zu kämpfen und fand nie richtig in die Spur. Erst am vorletzten Spieltag retteten sich die Fabbensteder.

In guter Erinnerung blieb Mannel das Heimspiel gegen den Nachbarn Isenstedt, auch wenn es mit 0:3 verloren ging. „Das hatte richtig Derby-Charakter. Die Jungs haben sich schon in der Woche vor dem Spiel gegenseitig angestachelt und dann auf dem Platz um jeden Meter gekämpft. Nach dem Abpfiff war dann alles wieder vorbei, wir haben uns abgeklatscht, geflachst und zusammen ein Bier getrunken“, lobt der VfB-Coach das vorbildliche Verhalten beider Teams.

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