Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke heute Abend in Flensburg zu Gast

Hinfahren, Spaß haben und schauen, was rauskommt

Lübbecke - Von Melanie RussDer Sieg gegen den VfL Gummersbach hat richtig gut getan. Die Erleichterung war Spielern und Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke schon kurz nach dem Spiel am Samstag anzumerken, und auch zwei Tage später ist die Stimmung bestens. „Nach so einer langen Pause weiß man nicht genau, wo man steht. Der Sieg war enorm wichtig für das Selbstbewusstsein“, ordnet TuS-Trainer Dirk Beuchler das zweite Spiel nach der Winterpause ein.

„Gegen Balingen waren wir nicht besonders gut, aber gegen Gummersbach war das phasenweise sehr ordentlich“, resümiert Beuchler. „Wir haben über weite Strecken gezeigt, dass wir gut spielen können. Nur die 20 Minuten in der Mitte waren schlecht.“ Letzteres sei dem personellen Notstand geschuldet, verweist Beuchler auf Jens Schöngarth, der wegen einer Schulterverletzung seit Dezember kaum trainieren konnte und erst langsam wieder fit wird, und Drago Vukovic, der den Januar fast ausschließlich auf der Ersatzbank der kroatischen Nationalmannschaft verbracht hat und seinen Rhythmus erst wieder finden muss. „Damit muss man als Trainer leben“, so Beuchler. Angesichts des Personals habe er wenig Möglichkeiten. „Ich würde auch gerne mehr in der Abwehr variieren, aber in einer 5:1-Abwehr sterben mir die Leute noch schneller weg“, so der TuS-Trainer. „Wir müssen mit unseren Kräften haushalten.“

Für das nächste Spiel heute Abend (Anwurf 19 Uhr) bei der SG Flensburg-Handewitt hat sich Beuchler trotzdem viel vorgenommen. Mindestens ärgern wollen die Rot-Schwarzen die Norddeutschen, vielleicht sogar etwas Zählbares mitnehmen. Das wäre dann allerdings eine Premiere. Bislang waren die Ostwestfalen auf Flensburger Boden immer erfolglos, auch wenn sie die letzten beiden Begegnungen eng gestalten konnten.

Beuchler: Nicht in

Ehrfurcht erstarren

Die Gelegenheit scheint aber günstig, denn Flensburg tanzt auf zwei Hochzeiten und ist derzeit personell ebenfalls dünn besetzt. „An jedem dritten Tag ein Spiel, das geht an die Substanz“, weiß Beuchler. Am Sonntag bei der 26:27-Niederlage gegen Burgdorf habe man gesehen, dass auch Flensburger Spieler Fehler machen, wenn sie 60 Minuten durchspielen müssen.

Von seinen Akteuren erwartet der 43-Jährige, dass sie sich gegen den Favoriten von ihrer besten Seite zeigen und nicht in Ehrfurcht erstarren. „Flensburg wird uns alles abverlangen, aber wir haben nach der Partie elf Tage spielfrei. Darum sollte sich jeder auspowern.“ Er stellt das Spiel unter das Motto: Hinfahren, Spaß haben, selbstbewusst auftreten und schauen, was rauskommt.

Die größte Gefahr lauert gegen Flensburg nach Einschätzung von Beuchler und Kreisspieler Mattias Gustafsson in deren erster und zweiter Welle. „Da sind sie sehr stark. Darauf müssen wir aufpassen.“ Dass die SG Flensburg-Handewitt ihren nächsten Gegner unterschätzt, darauf sollten die Rot-Schwarzen nicht hoffen. Denn im Kampf um die Champions-League-Plätze zählt an der engen Tabellenspitze jeder Punkt.

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