Handball: Rhein-Neckar Löwen können beim TuS N-Lübbecke Meister werden

Himmel und Hölle

Trainer Goran Perkovac verabschiedet sich nach dem Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen vom TuS N-Lübbecke. - Foto: Pollex

Lübbecke - Von Maik Hanke. Wenn Handball-Deutschland am Sonntag auf die Merkur-Arena schaut, spielt der TuS N-Lübbecke nur die zweite Geige. Während die Gastgeber in die zweite Bundesliga absteigen, können ihre Gäste beim letzten Saisonspiel (15 Uhr) in den deutschen Handball-Himmel emporsteigen: Die Rhein-Neckar Löwen stehen vor der Deutschen Meisterschaft und der Krönung in der Lübbecker Halle.

„Das spielt für uns überhaupt keine Rolle“, sagte TuS-Trainer Goran Perkovac bei der Pressekonferenz am Donnerstag über den wahrscheinlichen Titelgewinn der Löwen. „Wir werden ihnen gar nichts schenken, da haben wir keinen Grund zu. Wir wollen uns selber vernünftig verabschieden von unseren Fans.“

Gleichwohl kommt der scheidende Trainer nicht umher, ein Gefallen am Gegner zu finden. „Die Mannschaft ist so stark besetzt auf jeder Position, dass man Respekt haben muss.“ Sie sei physisch sehr präsent, habe eine dominante Saison gespielt, und man freue sich, sich mit den Besten im Land zu messen.

An einen Erfolg des Absteigers TuS N-Lübbecke gegen den designierten Meister wird Perkovac nicht ernstlich glauben, aber wie immer appelliert er an den Kampfgeist seiner Mannschaft, der trotz des längst besiegelten Abstiegs noch intakt sei. „Wir haben nichts zu verlieren. Alle freuen sich allmählich auf den Urlaub. Es gibt keinen Grund, im letzten Spiel nicht alles zu zeigen, was wir können.“

Perkovac hofft, das Ergebnis lange offen halten zu können, und ist überzeugt: „Mit einer Klatsche werden wir uns nicht verabschieden.“ Die habe es bisher in der Saison nicht gegeben, die werde es auch zum Abschluss nicht geben. Vielmehr will Perkovac den Gegner ganz offensichtlich ein wenig ärgern: „Wenn die Rhein-Neckar Löwen nicht gegen uns gewinnen, haben sie es auch nicht verdient, Meister zu werden.“ Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Lübbecke oft ein schwieriges Pflaster für die Löwen sei.

Perkovac erwartet ein kampfbetontes Spiel, einen Abnutzungskampf, wie er sagte. Seine Mannschaft müsse bereit sein, „ein bisschen zu leiden“.

Auch im letzten Spiel nicht zur Verfügung stehen dem TuS-Trainer die Langzeitverletzten Gabor Langhans und Vuko Borozan. Hoffnung macht sich Perkovac aber bei Tom Wetzel. „Tom hat gestern trainiert. Es könnte sein, dass er am Sonntag spielt.“

Das Spiel beginnt um 15 Uhr. Zum Saisonabschluss lädt der Verein aber bereits zum Familientag an die Arena ein. Ein Rahmenprogramm beginnt um 13 Uhr, Einlass in die Halle ist ab 13.30 Uhr. Nach dem Spiel (und einer möglichen Meisterfeier) werden draußen, unter dem Vordach, Spieler und Trainer, die den Verein verlassen, verabschiedet. Die Verabschiedung und eine Autogrammstunde sind für 17.30 Uhr geplant.

Unter den Abgängen sind viele Leistungsträger, etwa Europameister Niclas Pieczkowski (nach Leipzig), Christian Klimek (Lemgo), Gabor Langhans (Melsungen) und Bobby Schagen (Stuttgart). Auch Trainer Goran Perkovac steht das letzte Mal an der Seitenlinie.

„Ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe die fünfeinhalb Monate hier genossen“, sagte Perkovac trotz eines sportlich katastrophalen Jahres. Er habe viel Unterstützung von allen Verantwortlichen im Verein erlebt und sei besonders stolz, wie die Mannschaft bis zum Schluss ihren Kampfgeist gewahrt habe. „Ich werde den TuS N-Lübbecke in schöner Erinnerung behalten.“

Vor dem Spiel setzt sich der Trainer mit der ganzen Mannschaft noch einmal zusammen, nach dem Spiel wird jeder seines Weges gehen. Für manche geht es in den Urlaub, für andere zur Nationalmannschaft. Perkovac selbst wird seine Koffer packen und zurück nach Luzern in die Schweiz zu seiner Familie ziehen. Noch weiß er nicht, wie es für ihn nach der Saison weitergeht. „Ich würde mich freuen, wenn ein Angebot aus der Bundesliga kommt.“ Im Moment sehe er aber keines kommen.

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