Handballer brauchen die Wende – nur wie?

Wehe geht die Puste aus

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M. Ihlenfeld

Wehe - Erst sahen sie gemeinsam den Triumph der deutschen Handballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft im Fernsehen, dann kämpften sie selber gegeneinander auf dem Spielfeld. Nur Minuten vor ihrem eigenen Spiel am Sonntag saßen die Männer der Handball-Landesligisten TuS Wehe und TuS Brake vor dem Fernseher. Sie hatten extra den Anwurf des Spiels nach hinten verlegen lassen. Statt um 18 Uhr ging es erst um 19.45 Uhr los.

Die Weher saßen in der einen Ecke, die Braker in der anderen, ein paar Fans dazwischen. „Wir haben uns ein wenig mit den Fans verbrüdert. Ich glaube, wir wurden danach weniger ausgepfiffen als sonst“, sagt Wehes Trainer Marcel Ihlenfeld mit einem Lachen. Geholfen hat es alles nichts.

Für die Weher setzte es beim folgenden 24:32 (13:15) die nächste herbe Klatsche und die sechste Niederlage in Folge.

Noch steht Wehe in der Landesliga-Tabelle als Drittletzter über dem Strich, der einen Abstiegsplatz bedeutet. Aber die Weher haben seit November 2015 nicht mehr gewonnen, brauchen dringend die Wende. Nur wie? Marcel Ihlenfeld weiß es nicht. „Manchmal denke ich, man sollte uns mal 24 Stunden in einen Raum sperren.“ Damit man sich mal wieder richtig auf sich und sein Spiel besinnt.

Dabei ist Wehe auch gegen Brake gut ins Spiel gekommen. 3:1 stand es nach knapp drei Minuten, nach neuneinhalb Minuten sogar 8:4. Die komfortable Führung hielt bis etwa zur 20. Minute, dann stellte Brake auf eine hohe 5:1-Deckung um. Mit diesem Kniff stellte der Tabellenzweite die Weher vor eine unüberwindbare Aufgabe. Brake drehte ein 8:12 in ein 13:12 und ging mit 15:13 in die Pause.

Seine Mannschaft müsse variabler im Angriff werden, sagt Ihlenfeld. Es könne nicht sein, dass man es nicht schafft, auf eine bestimmte Deckung reagieren zu können. Bis zur 39. Minute hielt Wehe den Anschluss, dann brach das Team ein. Brake zog davon: 24:19 (43.), 28:20 (50.) und am Ende 32:24.

Der Einbruch mag eine Kraftfrage gewesen sein. Der Kader der Weher war gegen Brake so dünn, dass sich Trainer Ihlenfeld selbst als möglicher Spieler von den Schiedsrichtern auf den Spielbogen eintragen ließ. Letztlich musste nicht ran, aber einige Spieler wie Jonas Bruhn und Matthias Clemens spielten fast das ganze Match durch.

Julian Hodde und Armin Hensel werden kommenden Sonntag zurückerwartet. Dann geht es im Nachholspiel gegen HT SF Senne, ein Spiel, das ungleich wichtiger ist als das gegen Brake: Senne ist Konkurrent im Abstiegskampf, steht derzeit zwei Tabellenplätze über den Wehern. Ihlenfeld: „Da müssen wir punkten.“

han

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