Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke und TBV Lemgo trennen sich im Ostwestfalenderby 35:35/Nachspiel für Loke

Über die Emotionen zum Punktgewinn

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Tim Remer behielt die Nerven. Sein Treffer sechs Sekunden vor Spielende rettete den Lübbeckern einen Punkt.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Gut, dass heute Weihnachten ist. Von diesem Spiel muss man sich erst einmal in Ruhe erholen. 35:35 (16:18) trennten sich gestern Abend der TuS N-Lübbecke und TBV Lemgo in einem kampfbetonten Ostwestfalenderby mit wechselnden Führungen, jeder Menge Emotionen und gerechtem Ausgang.

In der mit 3050 Zuschauern fast ausverkauften Merkur-Arena hielt es in der packenden Schlussphase niemandem auf dem Sitz. Der TuS hatte aus einem 21:24- Rückstand eine 25:24-Führung (41.) gemacht und bog anschließend durch die Tore des wie schon im Kreisderby gegen Minden ganz starken Drago Vukovic zum 31:28 (53.), 33:31 (57.) und 34:32 (58.) auf die Siegerstraße ein. Doch geschlagen waren die Gäste damit nicht.

Lemgos erfolgreichster Torschütze Rolf Hermann (8) und Jens Bechtloff glichen zum 34:34 (59.) aus. Und nach einem Fehlpass des neunfachen Torschützen Jens Schöngarth gelang Tim Hornke das 34:35 (60.).

TuS-Coach Dirk Beuchler nahm eine Auszeit und brachte in Christian Klimek einen Feldspieler für Torhüter Malte Semisch, der mit seinen Paraden die Wende in der zweiten Hälfte überhaupt erst möglich gemacht hatte. Niclas Pieczkowski scheiterte an Lemgos Schlussmann Thomas Bauer, doch der Ball blieb beim TuS, der sechs Sekunden vor Schluss von der Linksaußenposition durch Tim Remer das 35:35 erzielte.

Ein Nachspiel wird die Partie für den Lübbecker Frank Loke haben. Der Norweger unterband den letzten Angriffsversuch der Gäste mit einem groben Foulspiel. Die Folge: Disqualifikation und ein Bericht der Schiedsrichter.

Doch es wurde gestern auch ein Fair-Play-Preis vergeben. Der ging an den Lemgoer Jens Bechtloff. Der Linksaußen, der zur kommenden Saison zum TuS N- Lübbecke wechselt, gab zu, bei seinem Torerfolg zum 34:34 von Gegenspieler Jens Schöngarth nicht berührt worden zu sein. Daraufhin nahmen die Schiedsrichter die schon ausgesprochene Zeitstrafe zurück.

Bereits in der ersten Halbzeit hatte sich eine enge Partie entwickelt, in der die Gastgeber zunächst zum 3:1, 7:5 und 10:7 (14.) vorlegten, aber auch einige Chancen liegen ließen. So Tim Remer, der an Bauer scheiterte und das mögliche 11:8 verpasste. Wenig später stand es 11:11 (18.) und der TBV Lemgo zog sogar auf 12:14 (24.) vorbei.

Das Beuchler-Team und sein Anhang hatten in dieser Phase eine Verletzung von Drago Vukovic zu verdauen. Der Spielmacher war von Timm Schneider unglücklich im Gesicht bzw. am Auge erwischt worden. Ohne ihn wackelte die TuS-Deckung bedenklich und kassierte bis zur Halbzeitpause 18 Gegentore. Erst zur zweiten Halbzeit kehrte Vukovic aufs Spielfeld zurück und zeigte mit fünf Treffern in den letzten zehn Minuten, wie wichtig er für die Mannschaft ist.

Die mutigen Gäste hatten die zweite Halbzeit mit einem Kempa-Tor von Hornke zum 18:20 eröffnet. Der bis dahin unauffällige Jens Bechtloff erhöhte auf 21:24 (37.). Doch über die Emotionen kam der TuS N-Lübbecke zurück ins Spiel. Erst recht, als Jens Schöngarth mit einem Weitwurf zum 24:24 ins leere Tor traf, nachdem die Gäste den Torhüter zu Gunsten eines zusätzlichen Feldspielers ausgewechselt hatten. Auf der anderen Seite parierte Malte Semisch einen Siebenmeter von Hornke und Ramon Tauabo ließ per Strafwurf das 25:24 (40.) folgen. Der Startschuss in eine packende Schlussphase mit gerechtem Ausgang.

Für den TuS N-Lübbecke, der den ersten Saisonteil mit 17:23-Punkten auf Platz 13 abschließt, geht es nun erst einmal in die Pause. Der zweite Saisonteil beginnt für die Rot-Schwarzen am 14. Februar mit einem Heimspiel gegen TSV Hannover-Burgdorf.

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