Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke kassierte gegen Wetzlar siebte Niederlage

Maßlose Enttäuschung und Ratlosigkeit

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Nicht nur Gabor Langhans stand die Enttäuschung nach der Niederlage ins Gesicht geschrieben.

Lübbecke - Von Melanie Russ. Sieben Spiele – sieben Niederlagen: Ein Blick in die Gesichter von Spielern, Trainer und Management nach dem Schlusspfiff genügte, um den Gemütszustand aller Beteiligten des TuS N-Lübbecke zu erfassen. Maßlose Enttäuschung und Ratlosigkeit sprach aus ihnen. Verständlich, verlor der Tabellenletzte der Handball-Bundesliga am Samstagabend doch denkbar knapp mit 28:29 (12:14) gegen die HSG Wetzlar und verpasste damit die Chance auf die ersten Punkte der Saison.

Es war von Beginn an eine enge Partie, in der die Gastgeber zwar ab der 20. Minute einem Rückstand hinterherliefen, die HSG Wetzlar aber nie davonziehen ließen. Ein Drei-Tore-Vorsprung zu Beginn der zweiten Halbzeit (14:17) war das höchste, was die Nettelstedter zuließen. Als Christian Klimek zehn Minuten vor dem Ende nach einem Fehlwurf Jannik Kohlbachers im Gegenzug den Ausgleich (23:23) erzielte, erbebte die Halle förmlich. Der Knockout kam in der Schlussminute, als Wetzlars bester Schütze Maximilian Holst einen Siebenmeter sicher zum 27:29 verwandelt.

So gelang es den Rot-Schwarzen trotz aufopferungsvollen Kampfes wie schon zweimal zuvor in der Saison nicht, „den Bock endgültig umzustoßen“, wie es Niclas Pieczkowski – mit acht Toren bester TuS-Schütze – nach dem Spiel ausdrückte. Woran das liegt? „Ich weiß es nicht. Uns fehlt einfach das letzte Quäntchen Glück.“ Die Mannschaft reiße sich jede Woche „den Arsch auf“, stehe am Montag beim Training wieder in der Halle, habe keine Punkte und der Körper tue weh. „So macht Handball keinen Spaß“, beschreibt er seine momentane Verfassung, die wohl die der gesamten Mannschaft widerspiegelt.

Nach Einschätzung von Rückraumspieler Tim Suton ist der Sieg der Gäste zwar verdient, „weil Wetzlar ein Tor mehr geworfen hat“. Insgesamt sei es aber ein Spiel auf Augenhöhe gewesen, in dem Kleinigkeiten den Ausschlag gaben. Mit den teils strittigen Entscheidung des Schiedsrichtergespanns will er nicht hadern. „Wir haben es uns selbst zuzuschreiben.“ Die HSG habe viele einfache Tore über ihren Kreisläufer erzielt, „das haben wir nicht gut gemacht“.

Trainer Goran Suton war offensichtlich nicht mit der Schiedsrichterleistung einverstanden, sprang in den Schlussminuten aufgebracht am Spielfeldrand auf und ab. Seiner Mannschaft machte er in Sachen Einstellung und Kampf keinen Vorwurf. Sie habe aber manchmal „zu grob gespielt“ und zu viele Zeitstrafen kassiert. „Es bleibt uns nur, wieder aufzustehen und die Mannschaft wieder aufzustellen in der Hoffnung, dass uns irgendwann Punkte erlaubt werden“, so Suton.

Deutlich besser war die Stimmung bei seinem Gegenüber Kai Wandschneider. „Ich bin froh, dass wir die Auswärtspunkte vier und fünf so früh in der Saison eingefahren haben“, so der HSG-Coach. Seine Mannschaft habe im Angriff gut angefangen, auch mit der Deckung sei er zufrieden. „Beim 23:23 dachte ich, jetzt könnte das Ding kippen.“ Seine Mannschaft habe aber die Nerven bewahrt.

Starke Nerven muss auch der TuS N-Lübbecke in den nächsten Wochen beweisen, denn das anstehende Programm lässt Böses ahnen. Am 3. Oktober geht‘s zum Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen, dessen Weste nach sieben Spieltagen noch blütenweiß erstrahlt, am Samstag darauf ist der Tabellenzweite MT Melsungen in der Merkur Arena zu Gast. Gelingt dem TuS N-Lübbecke keine riesengroße Überraschung, könnte er in zwei Wochen mit 0:18 Punkten dastehen.

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