Handball-Bundesliga: TuS N-Lübbecke holt ersten Zähler in eigener Halle

Zwei Punkte verspielt, aber trotzdem gut präsentiert

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TuS-Trainer Dirk Beuchler konnte nicht mehr hinschauen. Seine Mannschaft verspielte in der Schlussphase in Überzahl eine Drei-Tore-Führung.

Lübbecke - Von Melanie Russ. Der Ausdruck in den Gesichtern unmittelbar nach dem Abpfiff sagte alles. Statt Freude über den ersten Heimspiel-Punktgewinn der Saison waren nur hängende Köpfe zu sehen.

Aus gutem Grund, denn Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke war am Samstag gegen die MT Melsungen in der zweiten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft gewesen, hatte eine Drei-Tore-Führung aber kurz vor Schluss leichtfertig aus der Hand gegeben und konnte am Ende sogar froh sein, einen Punkt gerettet zu haben. Dennoch war das 28:28 (14:15)-Unentschieden aus Sicht von TuS-Trainer Dirk Beuchler ein Schritt in die richtige Richtung.

Es war von Beginn an ein kampfbetontes Spiel, in dem sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen konnte. Zwar begann Melsungen etwas stärker, doch die Lübbecker hatten sich gut auf das starke Tempospiel der Gäste eingestellt und ließen sie nicht davonziehen. Erst in der 20. Minute gelang es Felix Danner, die MT mit zwei Toren in Front zu bringen. Vorausgegangen waren ein Ballverlust des TuS durch einen ungenauen Pass, den Johannes Sellin per Gegenstoß in ein Tor ummünzte, und ein derber Schnitzer von Ramon Tauabo. Er hatte den Ball nach einer starken Parade von Lübbeckes Schlussmann Nikola Blazicko gesichert, dann aber genau in die Hände Danners geworfen, während die eigene Abwehr schon auf dem Weg in die Melsunger Hälfte war. Der TuS behielt aber die Nerven und glich im Gegenzug zum 11:11 aus.

Aufregung gab es in der 23. Minute nach einer von mehreren diskussionswürdigen Entscheidungen des Schiedsrichter-Teams Matthias Brauer und Kay Holm. Nachdem Michael Allendorf – mit acht Toren wieder einmal Melsungens bester Schütze – vom Siebenmeter-Punkt an Blazicko gescheitert war, entschieden die Unparteiischen auf Wiederholung, weil sich Ales Pajovic zu früh in Richtung Torraum bewegt haben soll. Im zweiten Versuch war Sellin erfolgreich. Der Lübbecker Keeper machte seinem Unmut anschließend derart deutlich Luft, dass er für zwei Minuten auf die Bank verbannt wurde. Seinen Platz nahm Malte Semisch ein, der sich mit zwei Paraden gleich glänzend einführte. In doppelter Unterzahl – Gabor Langhans saß ebenfalls eine Zeitstrafe ab – holte Maximilian Schubert per Siebenmeter zum 13:12 sogar kurzzeitig die Führung zurück, bevor Melsungen das Blatt erneut zum 14:15-Pausenstand wendete.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeber das Spiel und gingen durch Schubert und Richard Wöss in der 37. Minute erstmals mit zwei Toren in Führung, Christian Klimek erhöhte kurz darauf zum 20:17. Tim Remer hatte sogar die Chance, auf eine Vier-Tore-Führung zu erhöhen, nachdem der von Melsungen gut aus dem Spiel genommene Jens Schöngarth den Ball erobert hatte, scheiterte im Tempogegenstoß aber an Mikael Appelgren. Als die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit zum 22:22 ausglichen, nahm Beuchler seine zweite Auszeit. Seine Worte hatten die gewünschte Wirkung. Langhans und Wöss trafen zum 25:23, erneut Langhans erhöhte in doppelter Unterzahl gegen nervös agierende Melsunger auf 26:23 (51.).

Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff kam der unerklärliche und spielentscheidende Bruch im Lübbecker Spiel. Wie der Gegner wussten auch sie eine Überzahl nicht zu nutzen und luden die MT mit überhasteten Fehlwürfen zu Gegenstößen ein. Nenad Vuckovic und Sellin nutzten ihre Chancen zum 28:27. In der 59. Minute glich Vuckovic nach einem Fehlwurf von Christian Dissinger zum 28:28 aus und hatte in der 60. Minute sogar den Sieg in der Hand, warf den Ball aber am Lübbecker Tor vorbei.

TuS-Trainer Beuchler, der unmittelbar nach dem Abpfiff noch ratlos den Kopf geschüttelt hatte, fand eine halbe Stunde später schon wieder versöhnliche Worte. „Wir haben zuhause gegen einen starken Gegner einen Punkt geholt. Das ist nach drei Heim-Niederlagen ein guter Schritt.“ Melsungen spiele im Europapokal, das sage schon alles über die hohe Qualität der Mannschaft, zollte er dem Team von Michael Roth Respekt. „Heute sind zwei Mannschaften aus einem sehr starken Mittelfeld aufeinander getroffen. Man hat gesehen, dass beide den Sieg unbedingt wollten.“

Alles in allem war Beuchler mit seinen Spielern zufrieden. Das einzig Negative sei gewesen, „dass wir in eigener Überzahl das Spiel nicht zugemacht haben“. „Wir müssen den Kopf oben lassen. Wir haben uns gut präsentiert, die Zuschauer haben uns gut unterstützt, das hat Spaß gemacht.“ Die Mannschaft habe sich völlig verausgabt.

Mit dem Punktgewinn zufrieden war auch Beuchlers Gegenüber Michael Roth. Er sprach von einem gerechten Ergebnis. „Bei uns geht es im Moment nur über den Kampf“, sprach er die spielerische Krise seiner Mannschaft an. Nach einem Drei-Tore-Rückstand kurz vor Schluss noch einen Punkt geholt zu haben, sei ganz wichtig für die Moral seiner Mannschaft.

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