Emotionale Partie gegen Leipzig endet 24:24

Erster Punkt mit drei Roten Karten

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Unschuld aus dem Lübbecker Land: Vuko Lazovic scheint sich keiner Schuld bewusst, während ihm Schiedsrichter Hanspeter Brodbeck die Rote Karte präsentiert.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Die Null ist weg. Mit dem 24:24 (11:8) gegen den SC DHfK Leipzig hat der TuS N-Lübbecke im elften Saisonspiel den ersten Punkt geholt.

Wieder nicht gewonnen: Lübbeckes Rechtsaußen Bobby Schagen ist die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Doch echte Freude darüber wollte bei den Gastgebern nach einer sehr intensiv geführten und am Ende hochemotionalen Partie am Samstagabend vor den 2100 Zuschauern in der Merkur-Arena nicht aufkommen. Während die Gäste das Unentschieden mit ihren mitgereisten Fans feierten, war man beim Tabellenletzten mit der Aufarbeitung eines denkwürdigen Bundesligaspiels beschäftigt – mit drei Roten Karten für Tim Remer, Vuk Lazovic und Vuko Borozan, einem aufgebrachten TuS-Chef Armin Gauselmann und einer nicht ins Ziel gebrachten 24:22-Führung.

„So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ich verstehe die Welt nicht mehr“, stammelte Christian Klimek. Den Schock der Schlussminuten, die der TuS N-Lübbecke in zweifacher Unterzahl überstehen musste und trotzdem durch Jens Schöngarth zum 24:22 (59.) vorlegte, hatte der Kreisläufer kurz nach Spielende noch nicht verdaut. „Der Punkt fühlt sich nicht gut an“, hatte auch Gabor Langhans zu knabbern. Und Rechtsaußen Ramon Tauabo, der im letzten Angriff als zusätzlicher Feldspieler mitwirkte, war um eine positive Einschätzung bemüht: „Wir haben jetzt einen Punkt, das ist besser als keiner !“

Langhans: „Punkt fühlt sich nicht gut an“

„Wir haben eine super Abwehr gestellt. Die Mannschaft hat sich den Hintern aufgerissen, so muss es sein“, schob Tauabo noch hinterher. Die hart zupackende Deckung und ein stark parierender Matevz Skok waren in der ersten Halbzeit die Trümpfe des TuS. Lediglich acht Gegentore (Lübbecker Saisonrekord) ließ die Abwehr mit Lazovic und Borozan im Innenblock sowie Pieczkowski und Langhans auf den Halbpositionen zu. Doch im zweiten Abschnitt übertrieben es die Hausherren mit der Härte. Zeitstrafen gegen Borozan und Pieczkowski und die erste rote Karte für Tim Remer (38.) nutzte Leipzig, um zurück ins umkämpfte Spiel zu kommen und zum 16:17 (45.) selber wieder vor zu legen.

Nach dem 23:21 (54.) von Gabor Langhans überschlugen sich die Ereignisse. Nach brutalem Einsteigen von Lazovic an Steinert entschieden die Schiedsrichter zum zweiten Mal an diesem denkwürdigen Abend auf Disqualifikation (55.), und als kurz darauf mit Borozan nach Foul an Semper der dritte Lübbecker „rot“ sah (57.), drohten die Emotionen in der Halle aus dem Ruder zu laufen. Armin Gauselmann, Sprecher des Lübbecker Wirtschaftsbeirates, war nur mit Mühe zurückzuhalten, sein Verhalten werde Gegenstand eines Sonderberichtes werden, kündigten die Schiedsrichter Hanspeter Brodbeck und Simon Reich an.

Auf dem Feld wurde derweil Niclas Pieczkowski zum erfolgreichsten Torschützen und Pechvogel in einer Person. Der Nationalspieler traf sieben Mal, doch 30 Sekunden vor Spielende bei einer 24:23-Führung verlor er den Ball. „Er fällt mir aus der Hand, das darf mir nicht passieren“, so ein untröstlicher Pieczkowski, der miterlebte, wie die Gäste durch Marvin Sommer das 24:24 (60.) erzielten. Die verbliebenen 20 Sekunden Restzeit konnte Jens Schöngarth nur noch zu einem Verzweiflungswurf und einem Direktfreiwurf nutzen, beide ohne Erfolg.

„Ich bin stolz auf meine Spieler“, hob Trainer Goran Suton in seinem ersten Statement hervor. „Ich habe eine Mannschaft gesehen, die unbedingt gewinnen wollte, Moral bewiesen hat und noch am Leben ist.“

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