Handball-Bundesliga: TuS geht gegen Lemgo mit 22:30 unter/8:17 zur Halbzeit

Peinliche Derby-Pleite nimmt Feric persönlich

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Mediengruppe Kreiszeitung

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Offenbarungseid statt Aufbruchstimmung: Der TuS N-Lübbecke hat sich am Samstagabend in der eigenen Merkur-Arena vor 2277 Zuschauern bis auf die Knochen blamiert und ist im Ostwestfalen-Derby gegen den TBV Lemgo mit 22:30 untergegangen. Für den sieglosen Tabellenletzten der Handball-Bundesliga die 13. Niederlage im 15. Saisonspiel. „Ich fühle mich gedemütigt, weil wir nichts von dem umgesetzt haben, was wir besprochen haben“, rechnete Interimstrainer Zlatko Feric nach dem peinlichen Auftritt mit der Mannschaft ab, deren Arbeitseinstellung in der ersten Halbzeit in einen 8:17- Rückstand gipfelte.

„Die Entscheidung ist bereits in der ersten Halbzeit gefallen. Unser Rückzugsverhalten war nicht gut. Ich kann jeden Fehler verzeihen, aber das Rückzugsverhalten hat nichts mit Können zu tun, sondern mit Wollen, und das wir das nicht hinbekommen haben, kann ich kaum verzeihen. Ich kann nur an die Mannschaft appellieren, für ihre eigene Ehre in den nächsten Spielen alles zu geben“, lautete das Fazit von Zlatko Feric, der den Auftritt der Mannschaft in eigener Halle persönlich nahm.

Kein Zugang zu Spielern gefunden

Es war tatsächlich kaum zu fassen, wie sich der TuS N-Lübbecke am Samstag vor den eigenen Zuschauern präsentierte. Die vor dem Spiel geäußerten Willensbekundungen (Feric: „Wir wollen mit Herz und Leidenschaft spielen und den Fans zeigen, dass wir leben“) zerbröselten in nur 15 Spielminuten. Lemgo überrannte den leidenschaftslosen Gegner über 5:1 und 9:2 zum 12:3 (14.). Zu diesem Zeitpunkt hatte Feric schon zwei Auszeiten genommen, doch einen Zugang zu den Spielern fand er nicht.

Während bei den Gästen Torhüter Nils Dresrüsse und der Rumäne Ionut Ramba (neun Tore) herausragten und die von Trainer Florian Kehrmann verordnete 5:1- Deckung gut funktionierte, wirkte der TuS N-Lübbecke nicht wie ein Team, das gewillt ist, im Abstiegskampf alles zu geben. Jens Schöngarth, dessen Wechsel zu Frisch-Auf Göppingen beschlossene Sache ist, und Nationalspieler Niclas Pieczkowski (er wird mit dem SC Magdeburg in Verbindung gebracht) gingen am Samstag ebenso unter wie Benjamin Herth, Tim Suton und Jens Bechtloff, die vor der Saison vom vermeintlichen Abstiegskandidaten TBV Lemgo zum TuS gewechselt waren.

„Wir wussten, dass wir die Lübbecker Rückraumschützen Schöngarth, Borozan, Pieczkowski und Langhans auf zehn Metern halten müssen, das ist uns gelungen. Außerdem wollten wir auf Tempo gehen, da Lübbecke in der Rückzugsphase anfällig ist. Wir haben anfangs sieben Tore über die Schnelle Mitte und Zweite Welle gemacht“, freute sich Lemgos Trainer Florian Kehrmann über die aufgegangene Taktik und deckte damit gleichzeitig die Schwächen der Lübbecker auf. Die kamen im zweiten Durchgang auf 16:21 (48.) und 19:24 (54.) heran, jedoch nicht mehr in die Nähe einer Wende.

Herauszunehmen ist Nikola Blazicko, der mit mehreren Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. Er ist der Kapitän des TuS N- Lübbecke – einer Mannschaft, die am Samstag keine war.

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