Handball-Bundesliga: GWD und TuS gehen heute angeschlagen ins 64. Derby

Einstellung und Emotionen sollen Sorgen vertreiben

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GWD Mindens Trainer Goran Perkovac während einer Auszeit – erreicht er seine Spieler noch ?

Minden/Lübbecke - Von Andreas Gerth. Gastgeber GWD Minden klagt über zahlreiche verletzte Spiele, Abstiegsängste und jetzt auch eine Trainerdiskussion, der TuS N-Lübbecke jammert auf ein wenig höherem Niveau ebenfalls über mehrere Ausfälle, die unglückliche Niederlage am Mittwoch in Kiel und die Pleite gegen GWD Minden im Hinspiel. Das 64. Aufeinandertreffen in der langen Derby-Geschichte heute Abend (19 Uhr) in der Mindener Kampa-Halle – ein Sorgen-Gipfel.

„Vielleicht kommt ja das Derby zum richtigen Zeitpunkt“, hofft Goran Perkovac und tritt die Flucht nach vorn an. Für den Trainer von GWD Minden wird es nach elf Niederlagen in den letzten 13 Pflichtspielen und dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz mit jetzt 10:26-Punkten langsam aber sicher eng. Der erfahrene Trainer weiß selbstverständlich, dass der Hinweis auf das anhaltene Verletzungspech irgendwann nicht mehr zieht. GWD braucht heute Abend einen Erfolg – Perkovac auch.

Nicht zuletzt nach dem blutleeren Auftritt am Mittwoch im Pokalspiel gegen Göppingen (23:32) in eigener Halle. „Es war nicht schwer für Göppingen, uns zu schlagen. Ich glaube, die Göppinger haben nicht einmal geschwitzt“, so Perkovac' Breitseite in Richtung des eigenen Teams.

Perkovac: Breitseite

gegen das eigene Team

„Eigentlich ist es unwichtig, ob man ein Pokalspiel mit vier oder neun Toren Unterschied verliert, aber hinsichtlich des Derbys war dieser Auftritt nicht gerade aufbauend“, gab Horst Bredemeier zu. Dem langjährigen Manager von GWD Minden dürfte nicht entgangen sein, dass sich zwischen einigen Spielern seines Teams und dem Trainer eine Kluft aufgetan hat. Diese wieder zuzuschütten, vermag wohl nur ein Derbysieg.

Beide Mannschaften haben vor dem Derby mit Ausfällen zu kämpfen. „Entscheidend ist die Einstellung und nicht die Aufstellung“, will TuS-Coach Dirk Beuchler von diesem Alibi jedoch nichts wissen. Er muss neben den langzeitverletzten Christian Klimek und Ales Pajovic auch auf Christian Dissinger verzichten, der sich ein Knochenödem im linken Knie zugezogen hat. Der 23-Jährige klagte über Schmerzen im Gelenk und setzte daraufhin schon im Pokalspiel am Mittwochabend in Kiel aus. Dissinger ist nach Pajovic der zweite Ausfall im linken Rückraum, wo die Hoffnungen der Lübbecker nun auf den jungen Schultern des erst kürzlich verpflichteten Vuko Borozan ruhen. Auch Drago Vukovic auf der linken Rückraumposition und für ihn Niklas Pieczkowski in der Mitte wären eine Alternative für das Lübbecker Angriffsspiel.

Dirk Beuchler muss sich außerdem Sorgen um Jens Schöngarth machen, der nach dem Pokalspiel in Kiel über Probleme an der rechten Schulter klagte. „Ich habe keinen Zweifel an einem hochkonzentrierten Auftritt meiner Mannschaft und freue mich auf das Derby, denn das sind die schönsten Spiele“, gibt sich der TuS-Coach trotz der akuten Probleme zuversichtlich. Sein Derby-Motto: „Solche Spiele gehen nur über Emotionen und Einstellung.“

Noch größer sind die Sorgen beim Gastgeber. GWD spielt seit Monaten ohne Nenad Bilbija und Sören Südmeier (beide Kreuzbandriss). Die Verletzung von Miladin Kozlina, der beim Mindener Hinspielerfolg in Lübbecke zu den besten Akteuren gehörte, reißt ein weiteres Loch. Eine kleine Chance besteht, dass Christoffer Rambo ins Team zurückkehrt. „Im Moment haben wir nicht die Akteure, die ein Spiel mit ihrer Qualität entscheiden können. Wir müssen jetzt einfach mehr Emotionen und Freude auf das Feld bekommen“, kontert Perkovac.

Nenad Bilbija werde heute nicht spielen. „Das Risiko eines Einsatzes nach so langer Verletzungspause wäre viel zu groß“, erklärt Goran Perkovac. Er beschwört die Grundtugenden, die GWD beim 26:23-Erfolg im Hinspiel in Lübbecke auszeichneten, dem Spiel der Grün-Weißen zuletzt aber abhandengekommen waren. Perkovac: „Handball ist ein Kampfspiel mit Emotionen, Wenn du die nicht hast, kannst du auch nicht gewinnen.“ Erst recht kein Mühlenkreisderby.

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