Handball-Bundesliga: Dezimiertes Lübbecker Aufgebot schlägt Göppingen

Große Freude und eine Portion Stolz

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Überragend: Christian Dissinger war von Göppingens Abwehr nicht in den Griff zu bekommen. Die Komplimente für seine Leistung gab der Matchwinner artig ans Team weiter.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Vor einer Woche im Auswärtsspiel beim Bergischen HC hatte er sich bei einem Zusammenprall einen Brummschädel geholt und anschließend im Training mit einer leichten Gehirnerschütterung pausiert, jetzt war er der Kopf der Mannschaft und sorgte beim Gegner für Schwindelgefühle:

Christian Dissinger stach am Samstagabend in der Merkur-Arena als zehnfacher Torschütze heraus und hatte entscheidenden Anteil am 29:27 (16:13)-Überraschungserfolg des TuS N-Lübbecke gegen den Tabellenvierten Frisch-Auf Göppingen.

Nach seinem Treffer zum 29:27 war Ramon Tauabo kaum einzufangen, Niclas Pieczkowski versucht es.

„Ich bin froh, dass der Knoten geplatzt ist. In der Abwehr haben wir großartig gekämpft und uns gegenseitig geholfen, das war der Schlüssel zum Sieg. Bei meinen Toren habe ich von den Anspielen der anderen profitiert“, gab der Matchwinner die Komplimente an die Mannschaft weiter. Die holte ihren zweiten Heimsieg in Folge und machte in der Tabelle mit jetzt 16:16- Punkten einen Sprung nach oben auf Platz neun. Entsprechend selbstbewusst können die Mannen von Dirk Beuchler nach Mannheim reisen, wo es bereits am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen weitergeht.

Bemerkenswert war die Vorstellung von Christian Dissinger nicht zuletzt, weil der 23-Jährige im linken Rückraum auf sich allein gestellt war, da Ales Pajovic verletzt ausfällt. Auch Christian Klimek und Maximilian Schubert fehlten, Linkshänder Gabor Langhans war nach einer im Training erlittenen Ellenbogenblessur gehandicapt, so verfügte Dirk Beuchler über nur wenige Wechselmöglichkeiten. „Die Jungs haben tapfer durchgehalten und bis zum Ende gekämpft. Ich bin stolz, dass wir nach Mageburg jetzt auch Göppingen geschlagen haben“, lobte der TuS-Coach.

Seine Mannschaft hatte am Samstag vor den 1900 Zuschauern vom ersten Angriff, den Nikola Blazicko parierte, an klar gemacht, dass man dem Favoriten aus Baden-Württemberg trotz der personellen Probleme einen leidenschaftlichen Kampf liefern würde. Über die Stationen 3:1, 5:2 und 9:5 gelang ein guter Start, beim 9:10 waren die Gäste wieder dran. Doch auch in Unterzahl bissen sich die Hausherren durch und nahmen einen verdienten Drei-Tore-Vorsprung mit in die Halbzeitpause.

„Es war ein verdienter Sieg für Nettelstedt. Wir hatten von der ersten Sekunde an Probleme und haben viele Zweikämpfe verloren“, erkannte Magnus Andersson an. Der Göppinger Trainer sah seine Mannschaft in der spannenden Schlussphase auf 23:24 herankommen und zum 26:26 (56.) ausgleichen. Doch das kleine Lübbecker Aufgebot schlug zurück und schaffte durch Jens Schöngarth und den überragenden Christian Dissinger die wichtigen Treffer zum 28:26.

40 Sekunden vor dem Ende schaffte Göppingen per Siebenmeter den Anschluss, doch die Gastgeber tappten nicht mehr in die Wurffalle, spielten geschickt die Zeit herunter und vollendeten durch Ramon Tauabo zum 29:27-Endstand. Der Rest war Jubel und eine gute Portion Stolz.

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