Handball-Bundesliga: Besondere Maßnahmen für den ersten Heimsieg des TuS

Lachende Sonne gegen Berliner Bären austauschen

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Beim 28:28 gegen MT Melsungen waren Niklas Pieczkowski und die Spieler des TuS N-Lübbecke ganz dicht dran am ersten Heimsieg der Saison. Letzterer soll nun heute Abend gegen die Füchse Berlin nachgeholt werden.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Maßnahme Nummer eins: Die Spieler des TuS N-Lübbecke setzen sich mehrere Stunden vor dem Anpfiff in den Mannschaftsbus und simulieren eine Auswärtsfahrt. Maßnahme Nummer zwei: Die Merkur-Arena wird verhüllt und die lachende Sonne als Erkennungsmerkmal gegen einen Berliner Bären ausgetauscht. Maßnahme Nummer drei: Die Zuschauer sind aufgefordert, den Gegner zu unterstützen und den TuS schon beim Einlaufen auszupfeifen. All das, damit sich die Mannschaft des TuS N-Lübbecke heute Abend gegen die Füchse Berlin vorkommt wie in einem Auswärtsspiel.

Verrückt wie diese (natürlich ausgedachten) Maßnahmen ist die Bilanz der Lübbecker vor dem Duell heute Abend in der Merkur-Arena (Anwurf 19 Uhr). Neun von zehn Pluspunkten haben sie auswärts geholt, nur beim 28:28 gegen Melsungen gab es auch in eigener Halle zumindest einen Teilerfolg. Saisonübergreifend sind es jetzt schon acht Heimspiele in Folge ohne Sieg. Das lässt nur einen Schluss zu: Der TuS N-Lübbecke fühlt sich auswärts einfach wohler.

Heute Abend gibt es nun Anlauf Nummer fünf auf den ersten Heimsieg der Saison. „Klar ist das bei uns Spielern ein Thema“, gibt Ramon Tauabo ohne langes Rumgedruckse zu. Doch wirklich erklären kann sich der 22-jährige Rechtsaußen die wundersame Auswärtsstärke (und Heimschwäche) auch nicht. „Wichtig ist doch nur, dass wir die Punkte auf dem Konto haben. Wo wir sie geholt haben, ist zweitrangig.“

Von den bisherigen Heimspielen wurmt den gebürtigen Berliner Ramon Tauabo das gegen Minden noch immer am meisten. „Danach waren Flensburg, Hamburg und Melsungen bei uns, alles starke Mannschaften, gegen die es keine Schande ist, zu verlieren“, gibt der Linkshänder zu bedenken.

Ähnlich sieht es Trainer Dirk Beuchler. „Es gibt jede Menge verrückter Ergebnisse. Wer hätte vor der Saison denn schon gedacht, dass ein Aufsteiger wie Erlangen schon jetzt acht Punkte hat.“ In der Handball-Bundesliga könne jeder gegen jeden gewinnen – auch der TuS N-Lübbecke gegen den Europapokalteilnehmer aus Berlin.

Der steht mit 12:10-Punkten auf Platz sieben. Nicht das, was man sich bei den Hauptstädtern erhofft hatte. „Angesichts der gravierenden Verletzungen und Ausfälle war uns bewusst, dass wir vor einer schweren Saison stehen. Man muss dennoch sagen, dass wir unserer eigenen Erwartung hinterherlaufen“, gibt Dagur Sigurdsson zu. Am vergangenen Wochenende war der 41-jährige Isländer noch als deutscher Bundestrainer im EM-Qualifikationseinsatz, heute Abend schlüpft Sigurdsson wieder in die Rolle des Füchse-Coaches.

Mit Denis Spoljaric und Bartlomiej Jaszka fehlen den Berlinern noch immer zwei Leistungsträger. Tiefpunkt war Ende September die 21:30-Niederlage bei GWD Minden. Zuletzt aber präsentierte sich die Mannschaft um Torhüter Silvio Heinevetter und Kapitän Iker Romero verbessert und stieß mit dem Heimsieg gegen MT Melsungen (27:24) in den positiven Bereich vor.

„Berlin hat immer noch eine sehr gute Mannschaft. Sie haben auf die Ausfälle reagiert und gute Nachverpflichtungen getätigt. Das können nicht viele Vereine“, relativiert Dirk Beuchler. Aber seine Mannschaft brauche sich nicht zu verstecken. „Mit den Auswärtssiegen im Pokal beim Bergischen HC und in Friesenheim haben wir Selbstvertrauen getankt, und das wollen wir zeigen.“

„Die Mannschaft strahlt Selbstbewusstsein aus. Das macht mich optimistisch“, ergänzt Zlatko Feric. Der Teammanager des TuS N- Lübbecke sieht in den Füchsen Berlin „vielleicht genau den Gegner, den wir brauchen, um zu Hause das Eis zu brechen.“ Ganz ohne andere Maßnahmen.

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