Handball-Bundesliga: Auch mit neuem Trainerduo gibt eine Niederlage

TuS wie ein Kartenhaus – Hauch von Fehlern genügt

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Na also, es geht doch: Der TuS hatte phasenweise das Spiel über den Kreis (neu) für sich entdeckt. Christian Klimek schließt ab.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. „Jetzt Flagge zeigen“ lautete das Motto beim TuS N-Lübbecke vor dem Spiel – es wurde die weiße. Auch unter der Regie des neuen Trainerduos Feric/Borgmann vermochte der Tabellenletzte der Handball-Bundesliga am Samstagabend in eigener Halle nicht den so dringend benötigten ersten Saisonsieg zu landen.

Das ausgegebene Motto konnte die Mannschaft eine Halbzeit beherzigen, dann wurde die weiße Flagge gehisst.

Beim 25:28 gegen den VfL Gummersbach nach einer 14:11-Halbzeitführung fielen die Ostwestfalen zurück in alte Muster und schließlich wie ein Kartenhaus in sich zusammen. „Es ist nicht zu fassen. Da führen wir zum ersten Mal mit ein paar Toren, und dann reichen zwei, drei Fehler aus, um alles aus der Hand zu geben“, schimpfte Christian Klimek – mit einer Mischung aus „Wut und Enttäuschung“, wie Lübbeckes Kreisläufer ergänzte. Auch bei Linksaußen Jens Bechtloff war nach der elften Niederlage im 13. Saisonspiel Kopfschütteln angesagt: „Wir schaffen es derzeit nur eine Halbzeit, in der zweiten brechen wir total ein. Das ist die Realität.“

Bechtloff: „Das ist die Realität“

Dabei hatte am Samstagabend in der Merkur-Arena vor den 1882 Zuschauern alles so gut begonnen. Borozan traf, Blazicko hielt und die offensive 5:1-Deckung machte den Gästen das Leben schwer. Und noch eines hatte der TuS N-Lübbecke in Spiel eins nach dem Trainerwechsel für sich entdeckt: Das Spiel über den Kreis, wo Klimek blitzsauber freigespielt zum 9:6 (15.) abschloss. „Ich denke, dass wir damit Gummersbach ein bisschen überrascht haben“, durfte sich Interimstrainer Zlatko Feric bis dahin bestätigt fühlen.

Doch schon die letzte Aktion der ersten Hälfte zeigte, wie schwierig der Job ist, den der 57-Jährige bei seinem Verein übernommen hat. Langhans schloss viel zu früh ab, der Gegner kam noch einmal in Ballbesitz und verkürzte zum 11:14. „Wir hätten mit vier, fünf Toren Vorsprung in die Pause gehen müssen. Zudem habe ich die Mannschaft gewarnt, dass Gummersbach zurück kommt“, sah Feric das Unheil aufziehen.

Diese Miene sagt alles: Auch unter der Regie von Zlatko Feric klappte es nicht mit dem ersten Saisonsieg. Das Spiel zeigte, wie schwer der Job beim TuS N-Lübbecke derzeit ist. Fotos (3): Krato

Anfang der zweiten Halbzeit genügten wenige Minuten und ein paar misslungene Szenen, um das Spiel des TuS N-Lübbecke zum Einsturz zu bringen. Eine Zeitstrafe gegen Langhans und ein nicht genutzter Siebenmeter von Benjamin Herth waren die Vorlagen für den Gast, um aus dem 14:10 ein 15:16 zu machen. Vuk Lazovic scheiterte freistehend am in der zweiten Halbzeit überragenden Nationaltorhüter Carsten Lichtlein und kassierte im Gegenzug eine Zeitstrafe – 16:18 (41.). Der TuS nun in den Seilen: Bobby Schagen kam kalt von der Bank und scheiterte ebenfalls mit einem Strafwurf an Lichtlein. Nach dem 17:21 (44.) von Santos griff Feric zur Notbremse, nahm eine Auszeit, doch da war das Kartenhaus schon nicht mehr zu retten.

Anschließend bekam seine weiterhin sieglose Mannschaft von Gästetrainer Emir Kurtagic den Spiegel vorgehalten: „Mir war bewusst, dass Lübbecke nach dem Trainerwechsel eine Reaktion zeigen würde. Doch mir war auch klar, dass sie das nicht 60 Minuten durchhalten.“ Oder wie es TuS-Spieler Jens Bechtloff formulierte: „Aus Niederlagen lernt man normalerweise. Nur wir kriegen das anscheinend nicht hin.“

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