Gunnar Hildebrand startet bei Padel-Weltmeisterschaften in Palma de Mallorca

In einem Court mit den Besten der Welt

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WM-Teilnehmer mit potenziellem Nachfolger: Gunnar Hildebrand zeigt seinem zweijährigen Sohnemann Ben die ersten Handgriffe beim Padel.

Espelkamp - Von Andreas Gerth. Den Trainingsanzug mit dem Schriftzug „Germany“ und der schwarz-rot-goldenen Landesflagge bekommt Gunnar Hildebrand vor Ort, Flugticket und Hotel sind gebucht, Schläger und Kleidung für eine anstrengende, vor allem aber aufregende Woche verstaut. Die am Montag beginnenden Padel-Weltmeisterschaften in Palma de Mallorca – mit Hildebrand und der deutschen Nationalmannschaft – können kommen.

Bildlich gesprochen hat der 32-jährige, gebürtige Rahdener den letzten Platz im Flieger Richtung Sonneninsel erwischt. Gunnar Hildebrand wurde erst nach dem letzten Qualifikationsturnier im belgischen Gent für das achtköpfige WM-Team nominiert, nachdem er dort positiv auf sich aufmerksam machen und zwei Mitbewerber ausstechen konnte. „Die anderen deutschen Spieler sind länger im Padel dabei. Große Ansprüche kann ich also nicht anmelden. Doch wenn ich schon dabei bin, will ich auch spielen“, sagt Gunnar Hildebrand.

Als WM-Tourist eine Woche nach Palma ? Es gibt sicherlich Schlimmeres, doch der sportliche Ansatz Hildebrands, der seit Jahren zum Kader von Tennis-Zweitligist TV Espelkamp gehört und dort vor einem Jahr auch in den Padel-Sport einstieg, ist dies nicht. „Am Samstag und Sonntag werden wir auf den Plätzen in Palma trainieren. Dann wird entschieden, wer und mit wem spielt“, erklärt er und hofft, dabei zu sein.

Gesichert ist Hildebrands WM-Teilnahme ohnehin. Und zwar im Einzel- bzw. Doppelwettbewerb (gespielt wird Padel immer zwei gegen zwei). Hier wird er mit Darek Nowicki antreten und den circa 380 Gramm schweren Kunststoffschläger mit dem dicken Kopf schwingen. Diesen Einsatz bei der WM im Mutterland des Padel-Sports, wo etwa 100.000 der hierzulande futuristisch anmutenden Glaskästen stehen und der wendungsreiche Rückschlag-sport mit Bande quasi an jeder Straßenecke zu finden ist, hat der Espelkamper also in der Tasche. Doch der junge Familienvater, der mittlerweile mit Frau und Sohnemann Ben (zwei Jahre) in Lübbecke wohnt und beim TV Rahden als Tennis-Vereinstrainer engagiert ist, hofft auf mehr – einen Einsatz für Deutschland im Mannschaftswettbewerb.

Gunnar Hildebrand hat Blut geleckt. Seit man vor einem Jahr beim TV Espelkamp das Experiment wagte und zwei Padel-Plätze in die Anlage an der Trakehner Straße integrierte, ist der Bundesligaspieler auch im Padel, einem Mix aus Tennis und Squash, unterwegs. „Man kommt sehr schnell rein, doch die Feinheiten lernt man am besten, wenn man öfter spielt“, berichtet der Rechtshänder. Zusammen mit Vereinskollege Christian Böhnke war er zuletzt bei einem Turnier im niederländischen Enschede aktiv. Um sich auf die Titelkämpfe in Spanien vorzubreiten, streute er zudem einige Trainingseinheiten in Herne ein.

Einen kleinen Vorgeschmack auf das, was Hildebrand und Co. nun in Palma de Mallorca, wo auf Indoor- und Outdoor-Courts gespielt wird, erwartet, bekamen die deutschen Spieler beim Turnier in Gent. „Die Belgier sind von 500 Zuschauern angefeuert worden. Das war Davis-Cup-Atmosphäre und hat uns als

500 Zuschauer und

Davis-Cup-Atmosphäre

Gegner unglaublich motiviert“, berichtet Hildebrand, der als Ersatzspieler nachgerückt war und diese Chance zu nutzen wusste.

In Palma kann sich Gunnar Hildebrand übrigens auf ein Wiedersehen und Duell mit Enrico Burzi freuen, den er aus gemeinsamen Einsätzen für den TV Espelkamp in der 2. Tennis-Bundesliga bestens kennt. Burzi spielt für das Padel-Team Italiens, einem der drei Gruppengegner der deutschen Auswahl. „Außerdem treffen wir auf Portugal und Argentinien mit der Nummer eins der Welt“, berichtet der 32-Jährige.

Im Kreis der 16 qualifizierten Teams ist Deutschland ein Außenseiter. Noch zu unbekannt und erst von wenigen Enthusiasten praktiziert wird Padel hierzulande. Die großen Nationen im 20 mal 10 Meter großen Glaskasten heißen Argentinien und Spanien. „In beiden Ländern wird die WM live übertragen“, erzählt Hildebrand. Mitglieder der deutschen Reisegruppe haben sich vorgenommen, in Eigenregie einen Livestream anzubieten, damit man auch hierzulande etwas von der WM mitbekommt. Der kleine, aber feine Unterschied, der sich auch im Leistungsstand der Nationen widerspiegelt.

Doch Hildebrands Vorfreude tut dies keinen Abbruch. „In Spanien hat Padel einen ganz anderen Stellenwert. Es wird ein Highlight, die Besten der Welt zu erleben und selber dabei zu sein. Ich bin unheimlich gespannt.“

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