Handball-Bundesliga: Schwacher TuS verliert Heimspiel gegen Balingen – 26:30

„Gleich wird's laut in der Kabine“

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Ales Pajovic versucht das Zuspiel an den Kreis auf Gustafsson. Pajovic war gestern Abend mit sechs Treffern ein schwacher Lichtblick in einer total enttäuschenden Mannschaft. ·

Lübbecke - Von Andreas GerthDie Euphorie um den Auftakterfolg gegen Melsungen ist seit gestern Abend Geschichte. Stattdessen herrschen beim TuS N-Lübbecke Enttäuschung, Ernüchterung und Ratlosigkeit – und Ärger. „Gleich wird es laut in der Kabine“, kündigte TuS-Chef Armin Gauselmann nach der 26:30 (10:16)-Heimpleite gegen Balingen-Weilstetten an.

Erst drei Spiele gespielt und schon ist die Stimmung im Norden Ostwestfalens dahin. „Das ist die dritte Halbzeit des Wetzlar-Spiels“, kommentierte ein Zuschauer gestern Abend zur Halbzeitpause. Da lag der TuS N-Lübbecke schon mit 10:16 hinten und der schwache Heimauftritt hatte längst seinen Lauf genommen.

Der TuS steht jetzt bei 2:4-Punkten. Am Sonntag geht es zum VfL Gummersbach, danach kommt die SG Flensburg...

Auch Dirk Beuchler verzweifelte. Der neue Trainer ist in Lübbecke mit dem Ziel angetreten, die Heimstärke wieder zu beleben und die Zuschauer zurück in die Halle zu locken – das misslang gestern völlig.

Positive Stimmung kam gestern in der Merkur-Arena nur zweimal auf: Als Torhüter Malte Semisch mit einem Weitwurf ins verwaiste Gästetor zum 10:14 (28.) traf und als die Gastgeber eine Viertelstunde vor Spielende auf 18:22 verkürzten und kurzzeitig den Glauben an ein Happy End zurückbrachten. Kurz darauf stand es 19:26 (50.) und die Vorentscheidung war gefallen.

Das letzte Fünkchen Hoffnung trat Gästetorwart Matthias Puhle aus. Er wehrte einen Siebenmeter von Maximilian Schubert ab. Kurz darauf jubelten die Gäste über ihren ersten Saisonsieg. Und das vollkommen verdient, denn neben aufopferungsvollem Kampf hatte Balingen taktische Finessen anzubieten. Trainer Dr. Rolf Brack zog das Konzept im Angriff mit zusätzlichem Feldspieler für den ausgewechselten Torwart gnadenlos durch. Dazu eine unkonventionelle, offensive 3:2:1- Abwehr und vor allem die richtige Einstellung – das war schon zu viel für total enttäuschende Lübbecker.

Die begannen gestern vor den nur 1800 Zuschauern in der Merkur-Arena mit Ballverlust und einem Schrittfehler und kassierten das schnelle 0:2. Nach dem Gegentor zum 5:9 (17.) hatte Trainer Beuchler erst einmal genug und nahm eine Auszeit, doch es ging noch schlimmer. Vukovic scheiterte frei vor an Katsigiannis, den Gegenzug nutzte das Balinger Kollektiv zum 5:12 (20.).

Ein emotionaler Weckruf für die Gastgeber schien der Weitwurf von Torhüter Malte Semisch zum 10:14 (28.) zu sein. Doch Balingen erstickte die Aufbruchstimmung im Keim und konterte zum 10:16.

Symptomatisch für den verkorksten Auftritt stand gestern die Leistung von Dennis Wilke. Beim früheren Balinger lief nichts zusammen. So zum Beispiel bei einem Siebenmeter Anfang der zweiten Halbzeit – den setzte Wilke hoch übers Tor an die Hallenwand.

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