Umfrage unter Teilnehmern 

Stemweder-Berg-Pokal: So geht es nicht weiter

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Ephraim Pieper (r.) schoss den TuS Dielingen mit seinem 1:0 gegen den SV Friesen Lembruch zum dritten Stemweder-Berg-Pokal-Triumph in Serie – und dem vielleicht letzten.

Wehdem - Von Maik Hanke. Der Stemweder-Berg-Pokal hat Tradition. Seit mehr als 50 Jahren wird das Turnier von den umliegenden Vereinen ausgespielt. Doch die Rivalität ist weg, Zuschauer kommen kaum mehr an die Sportplätze und Jugend- sowie Altherren-Pokal fallen immer öfter aus. Nach dem kürzlichen Turnier beim TuS Levern kam aus dem Lager des Serien-Siegers TuS Dielingen der Vorschlag auf, ob man den Pokal nicht künftig streichen wolle (wir berichteten). Eine Umfrage dieser Zeitung bei den anderen Teilnehmern ergab: So geht es jedenfalls nicht weiter.

TuS Stemwede

„Die letzten Jahre waren immer irgendwo mau“, sagt Fußballobmann Jens Grube. „Das Interesse ist nicht mehr gegeben.“ Das habe der TuS Stemwede im vergangenen Jahr erlebt, als er Ausrichter war. Die Jugend- und Altherren-Turniere waren komplett ausgefallen.

„Vielleicht sollte man sagen, wir machen zwei, drei Jahre Pause“, schlägt Grube vor. Man sollte sich mit allen teilnehmenden Vereinen über Rahmen und Termin Gedanken machen. „Sonst würde ich auch bald sagen, es macht keinen Sinn mehr.“

Grundsätzlich sei der Pokal in der Vorbereitungszeit für die Saison „nicht schlecht“. In diesem Jahr habe der Termin aber viel zu früh gelegen.

TuS Levern

Selbst dem Ausrichter des vergangenen Turniers passte der frühe Termin nicht gut, gibt Geschäftsführer Bernd Dieckhoff zu. Die Leverner Mannschaft hatte vor dem Turnier gerade einmal eine Trainingseinheit absolviert und nur knapp eine Elf zusammengekratzt. Der Verein hatte den Pokal aber in die Sportwerbewoche legen wollen. „Wir hatten gehofft, dass dann mehr Zuschauer kommen“, sagt Dieckhoff. Doch die Resonanz mit knapp 50 Zuschauern zum Finale sei enttäuschend gewesen.

Dieckhoff erzählt, die Diskussionen über die Sinnhaftigkeit des Pokals habe es schon vor zehn Jahren gegeben. Seitdem sei nichts passiert. „Ich bin eher auf Heinfried Benekers Seite: Wir könnten ohne ihn leben.“ Beneker hatte für den TuS Dielingen für die Abschaffung des Pokals plädiert. Eine Idee könnte es laut Dieckhoff sein, das Turnier komplett von Sportfesten zu lösen und immer auf Ende Juli zu legen. Das passe den Teams besser in die Vorbereitung.

FC Oppenwehe

„Man konnte in den letzten Jahren schon beobachten, dass das Interesse stark nachlässt“, sagt Fußballobmann Uwe Brockschmidt. Die positive Einstellung der Leute zum Pokal sei nicht mehr gegeben. „Ein ganz großes Problem“ sei wegen der Ferienüberschneidung von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen auch der Termin.

„Es wäre nicht so schön, wenn es flachfällt. Es war immer ganz schön, wenn man die Kollegen wiedertrifft.“ Aber im aktuellen Rahmen sei es „nicht mehr ratsam“.

Auch wenn es in den vergangenen Jahren immer Treffen der Vereine gegeben habe und man nie zu einer attraktiven Lösung gekommen sei, findet Brockschmidt: „Man sollte sich auf jeden Fall nochmal zusammensetzen.“

TuS Oppendorf

„Ich glaube, ich wäre dafür“, sagt Spielertrainer Viktor Boldt, wenn er sich entscheiden müsste, ob man den Pokal abschaffen sollte oder nicht. „Es ist zwar eigentlich ein schöner Wettbewerb, aber im Endeffekt bringt er nicht mehr viel.“

Im Herren-Bereich seien die Oppendorfer wie der Rest der Konkurrenz zurzeit chancenlos gegen Bezirksligist TuS Dielingen, der jetzt selbst ohne die meisten Spieler der ersten Mannschaft den dritten Pokalsieg in Folge feierte. Außerdem gebe es im Nachwuchsbereich fast nur noch Spielgemeinschaften.

TSV Brockum

Fußball-Spartenleiter Markus Morawski-Hein muss zugeben, er habe dieses Jahr keine keine Minute vom Turnier gesehen. Er habe aber von der schwachen Resonanz gehört. „Ich finde das Turnier eigentlich gut, aber wenn kein Zuspruch ist, dann muss man mal drüber nachdenken“, sagt er über eine mögliche Abschaffung. „Wir würden mitziehen, wenn alle das so sehen.“ Der TSV habe als Team aus dem Landkreis Diepholz nur wenig Bezug zu den Stemweder Teams, aber ums Derby gegen TuS Lemförde wäre es schade. „Das hat immer nochmal einen Reiz“, findet Morawski-Hein.

TuS Lemförde

„Tradition hin, Tradition her. Wenn kein Interesse ist, ist es für die Veranstalter auch schwer“, sagt Fußballobmann Andreas Tubee und erinnert an die entstehenden Kosten im Rahmen eines solchen Turniers.

Tubee findet, das Turnier sei aber grundsätzlich eine gute Spielmöglichkeit in der Saisonvorbereitung. „An uns soll es nicht scheitern. Wir würden gerne weitermachen.“ Aber das sollte man in großer Runde im kommenden Jahr besprechen. „Es ist eine Absprachesache, was weiter passiert. Die Vereine müssen sich einig sein.“

SV Friesen Lembruch

Der aktuelle Co-Trainer Ulf Schierbaum ist ein Fan des Turniers: „Wir fanden es eigentlich gut und würden gerne weitermachen.“ Er findet, dass der Termin 2016 besser gepasst habe als 2015. Im Vorjahr sei das Turnier zu spät gewesen. Optimal gelegen wäre der Pokal um den 20. Juli. „Das Turnier bietet im Laufe der Vorbereitung einen Mehrwert“, sagt Schierbaum. Man dürfe die Fortsetzung der Tradition nicht alleine von den Zuschauerzahlen abhängig machen. Von mehreren Hundert Zuschauer brauche man nicht mehr zu träumen: „Das passt nicht in die heutige Zeit. Das kann man nicht mehr erwarten.“

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