Futsal – Minden hält den Ball schon flach, in Lübbecke darf er höher springen

„Diesen Schnellschuss machen wir nicht mit“

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Karl-Heinz Eikenhorst (v.r.), Andreas Varenkamp und der Varler Stefan Hartmann bei der Siegerehrung der Altliga-Hallenrunde. Hier soll vorerst alles beim Alten bleiben.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Minden hält den Ball schon flach, in Lübbecke darf er noch ein bisschen höher springen. Die Rede ist von Futsal, das mit einem kleineren, sprungreduzierten Ball gespielt wird und laut einer Vorgabe des Verbandes den bisher bekannten Hallenfußball ablösen soll.

Im Fußballkreis Minden will man Futsal und die damit verbundenen Regeländerungen (siehe Infokasten) schon zur jetzigen Hallenrunde umsetzen. In Lübbecke bleibt man entspannt.

, betont Karl-Heinz Eikenhorst. Der Vorsitzende des Fußballkreises Lübbecke will „seinen“ Vereinen, Spielern und Schiedsrichtern eine Umsetzung quasi von heut auf morgen nicht zumuten. „Um nach Futsal-Regeln zu spielen, bedarf es im Vorfeld einer Schulung für Vereine und Schiedsrichter. Natürlich werden wir uns mit dem Thema auseinandersetzen, aber in aller Ruhe.“

Was Eikenhorst stört, ist das Tempo, das der Verband in Sachen Futsal anschlägt. „Man teilt uns mit, dass sich die seit Jahren praktizierten Regeln innerhalb von ein paar Tagen geändert haben und sofort anzuwenden sind. Das nenne ich übers Knie brechen.“

„Eine kleine

Revolution“

Ähnlich sieht man dies im Nachbarkreis Minden, dort spricht Lehrwart Andre Pulter von einer „kleinen Revolution“, Kreischef Thomas Schickentanz fühlt sich überrumpelt: „Zum wiederholten Mal hat der FLVW-Vorstand im Alleingang Regeln, Entscheidungen oder Bestimmungen verabschiedet. Der Blick für die Interessen der Basis fehlt.“ Und doch soll in Mindens Hallen ab jetzt mit dem Futsal-Ball gekickt werden. „Wir müssen uns an die Regeln halten, es ist nun mal amtlich“, sagt Schickentanz.

Beim Nachbarn ist man darüber nicht böse. „Soll Minden ruhig schon so spielen. Die Erfahrungen, die dort gemacht werden, werden wir mit Interesse verfolgen“, sagt Andreas Varenkamp. Der Organisator der Lübbecker Altliga-Hallenrunde begrüßt die Entscheidung des eigenen Kreisvorstandes, den bewährten Hallenfußball noch nicht umzukrempeln. „In dem vorgegebenen Zeitrahmen wäre das nicht machbar gewesen. Wir müssen Spieler und Schiedsrichter schulen und brauchen neue Bälle. Meiner Ansicht nach ist Futsal eine neue, andere Sportart“ – die Varenkamp mit Blick auf die Lübbecker Altliga-Hallenrunde mit Spielern jenseits der 50 und 60 Jahre grundsätzlich in Frage stellt. „Ich habe die Befürchtung, dass dann einige aussteigen.“

Varenkamp: Befürchte,

dass einige aussteigen

Umso wichtiger ist es Varenkamp, im Laufe der begonnenen Hallenrunde die Meinungen und Stimmungen der Spieler und Vereine in Sachen Futsal einzuholen. Bis dahin werde man im Fußballkreis Lübbecke den Ball flach halten – zumindest bildlich gesprochen.

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