Fußball: Sebastian Numrichs letztes Spiel in Varl – Klassenerhalt oder Abstieg?

„Keine Lust, mit einer Niederlage aufzuhören“

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Einer der „großartigen Momente“ , an die sich Sebastian Numrich (r.) besonders gern erinnern wird. 2012 ging es für die Varler erstmals hoch auf den Balkon und in die Bezirksliga.

Varl - Die Bilanz kann sich sehen lassen: Der erste Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga in der Vereinsgeschichte, zweimal der Klassenerhalt. Alles unter der Regie von Trainer Sebastian Numrich. Doch jetzt heißt es Abschied nehmen – auf jeden Fall von Numrich, der nach fünf Jahren in Varl zum A-Ligisten BSC Blasheim wechselt, und vielleicht auch von der Bezirksliga, die die Varler am Sonntag nur mit einem Heimsieg gegen den VfL Theesen II (Anstoß 15 Uhr) und gleichzeitiger Hilfe des SC Bad Salzuflen beim SV Häger werden halten können. Vor dem 34. und entscheidenden Spieltag sprach Sportredakteur Andreas Gerth mit dem 36-jährigen Sebastian Numrich.

Herr Numrich, was machen Sie am Sonntag um 16.45 Uhr?

Numrich: Ich hoffe, ich kann mich dann über einen Sieg freuen, und zwar unabhängig davon, ob wir abgestiegen sind oder nicht. Wir wollen die Saison mit einem Heimsieg beenden – so oder so. Ob ich mich nach dem Spiel dann noch ein bisschen mehr freuen kann, müssen wir abwarten.

„Saison mit Heimsieg

beenden – so oder so“

Was macht Sie optimistisch, dass es klappt?

Numrich: So wie die Bad Salzufler vor einer Woche bei ihrem Heimsieg gegen uns aufgetreten ist, traue ich ihnen zu, dass sie mindestens einen Punkt in Häger holen. Wir spielen zu Hause gegen einen feststehenden Absteiger. Die Chance, dass es für uns reicht, ist also durchaus vorhanden.

Haben Sie am vergangenen Sonntag Gelegenheit gehabt, mit den Bad Salzuflern zu sprechen?

Numrich: Ihr Trainer hat einen äußerst ehrgeizigen Eindruck auf mich gemacht und nach dem Sieg gegen uns angekündigt, auch in Häger alles geben zu wollen. Ich hoffe, er lässt seinen Worten Taten folgen.

Varl muss aber auch das eigene Spiel gegen Theesen II gewinnen. Angst zur Lachnummer zu werden?

Numrich: Wir müssen gewinnen, das ist richtig. Doch wir wollen unser Heimspiel gewinnen ganz unabhängig davon, was in Häger passiert. Wir spielen zum letzten Mal vor den eigenen Zuschauern, deshalb ist es umso wichtiger, dass wir uns am Sonntag als Mannschaft präsentieren und ein vernünftiges Spiel abliefern. Ich jedenfalls habe keine Lust, mit einer Niederlage aufzuhören.

Nach fünf Jahren bei Union Varl steht für Sie am Sonntag das letzte Punktspiel an. Haben Sie sich gedanklich schon damit beschäftigt, dass dieses Kapitel für Sie mit dem Abstieg zu Ende gehen könnte?

Numrich: Nicht wirklich. Das kommt vielleicht am Sonntag, wenn ich zum letzten mal in der Kabine stehe oder am Platz. Zur Zeit ist der Abschied noch weit weg – der Gedanke an den Abstieg allerdings noch weiter.

Werden Sie sich während des Spiels vom Stand in Häger informieren lassen?

Numrich: Das habe ich im letzten Jahr nicht gemacht, und so werde ich es wahrscheinlich wieder handhaben. Schließlich müssen wir erst einmal unser eigenes Spiel gewinnen und haben uns auf diese Aufgabe zu konzentrieren. Sonst stehen wir blöd da.

Was wird für Sie nach fünf Jahren als Trainer bei Union Varl hängen bleiben?

Numrich: Der Gewinn der Meisterschaft und die damit verbundene Feier natürlich. Doch es gab viele großartige Momente. Wir haben zweimal den Klassenerhalt in der Bezirksliga geschafft, was uns nicht viele zugetraut haben. Man muss ja sehen, woher der Verein kommt und dass das Ganze ohne Geld für Spieler geschafft worden ist. Was hier mit den vorhandenen Möglichkeiten erreicht worden ist, darauf können Verein und Mannschaft stolz sein, und ein kleines Stück davon nehme ich gerne mit.

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