Fußball: Schwaches Derby lässt „United“ dem Klassenerhalt näher kommen/Krüger: Ordentlich zu Ende spielen

Jetzt drückt Varl Isenstedt die Daumen

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In die Knie gegangen: Die ISCler Lars Rosengarten (v.l.) Tobias Böker, Andy Bajohr und Christian Gieselmann.

Varl - Von Andreas Gerth. Für den weiteren Saisonverlauf drückt Union Varl dem SC Isenstedt die Daumen. Am kommenden Sonntag empfängt der ISC, der den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga nach der 0:2-Niederlage in Varl abgeschrieben hat, den SV Häger, der zu den direkten Konkurrenten der Varler um einen Nichtabstiegsplatz gehört. „Wir wollen die Saison ordentlich zu Ende bringen“, kündigt Isenstedts Trainer Axel Krüger an.

Ob seine Mannschaft den Abstiegskampf beeinflussen kann, erscheint angesichts der am Sonntag in Varl gezeigten Leistung allerdings fraglich. Zwar war den Blau-Weißen das Bemühen nicht abzusprechen, erst recht nicht in der in Unterzahl bestrittenen zweiten Halbzeit, doch für eine Mannschaft, die im Altkreis-Derby in Varl um ihre vermutlich letzte Chance kämpfen wollte, war das zu wenig.

„Wir haben versucht, auch mit einem Mann weniger etwas zu machen, und es phasenweise ja auch geschafft, Varl unter Druck zu setzen. Deshalb kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, betonte Axel Krüger nach dem Schlusspfiff an der Seite von Union Varls Coach Sebastian Numrich. Der fand am Auftritt seiner Mannschaft am Sonntag nur eines positiv: „Dass es unter dem Strich zu drei Punkten gereicht hat.“

Ansonsten habe er eines der „schlechtesten Spiele in dieser Saison“ zu sehen bekommen. „Isenstedt war verunsichert, das hat man gemerkt. Wir haben ja auch nicht gewonnen, weil wir so gut waren, sondern die Isenstedter noch ein bisschen schlechter. Das von außen anzugucken, muss hart gewesen sein.“ Für diese Aussage erhielt Numrich übrigens keinen Widerspruch.

Für wohltuende Abwechslung sorgte Kandy May. Der für jeden Spaß zu habende Varler hatte eine Wette verloren und löste diese Schuld am Sonntag im „United-Park“ als gern gesehene Bedienung ein – im rosa Tütü. Als es am Spielfeldrand doch ein wenig zu lebhaft wurde, schritt Schiedsrichter Gerard-Michael Walker ein, schien jedoch ebenfalls seinen Spaß mit den Varler Fans samt dem verkleideten Kandy May zu haben.

Lachen konnten die Gastgeber auch nach dem Spiel über die nächsten drei Punkte, mit denen Union Varl die Saisonzähler 24 bis 26 sammelte und in der Tabelle nun die Mannschaften ab Platz elf anführt. Angesichts der anderen Ergebnisse am Sonntag – Muckum, Theesen II und Kutenhausen gewannen ebenfalls, Lohe und Häger punkteten – gewinnt der Varler Sieg sogar noch an Bedeutung. Am kommenden Sonntag spielen die Varler beim FC Preußen Espelkamp, dann gibt es mit Muckum - Lohe, Kutenhausen - Theesen II und Isenstedt - Häger die nächsten drei Schlüsselspiele im Abstiegskampf.

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt hat man beim Tabellenletzten hingegen schon beerdigt. „Theoretisch haben wir sicherlich noch alle Chancen, aber praktisch können wir es nicht mehr schaffen“, räumt Rolf Halwe, Sportlicher Leiter des SC Isenstedt, ein. Beim Rekord-Meister des Vorjahres stellt man sich auf eine Rückkehr in die Kreisliga A ein.

Keine Hilfe gab es am Sonntag vom FC Preußen Espelkamp. Die mit nur elf (!) Spielern nach Muckum gereisten Espelkamper unterlagen beim Tabellenvorletzten mit 2:3, was Preußen-Coach Uwe Korejtek nachdenklich machte: „Wir hatten nur elf Spieler zur Verfügung, aber diese müssten die Qualität haben, Muckum zu schlagen. Aber es passt nicht zusammen, was wir auf dem Platz haben.“

Der langjährige Trainer vermisst Grundsätzliches: Leidenschaft und Charakter. „Wir lassen es kampflos geschehen“, klagt Korejtek, der in Espelkamp eine sehr schwere Zeit durchzumachen scheint. Am kommenden Sonntag geht es im Albert-Pürsten-Stadion gegen

Korejtek: „Lassen es

kampflos geschehen“

Union Varl. „Varl hat zwischendurch immer wieder Spiele, die hoch verloren gehen, aber anschließend tritt man wieder als Mannschaft auf und gewinnt die wichtigen Spiele“, beschreibt Uwe Korejtek den nächsten Gegner und dessen Tugenden, die seinem letzten Aufgebot derzeit abgehen.

Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison hatte Union Varl übrigens 30 Punkte – vier mehr als aktuell – auf dem Konto. Am Ende waren es 41 Zähler, mit denen United vor Tengern II (39) auf dem rettenden 14. Tabellenplatz lag. Nach 25 von 34 Spieltagen rangiert Union Varl fünf Punkte vor den Abstiegsplätzen, wobei für die richtige Differenz noch das Nachholspiel des TuS Lohe am Donnerstag gegen BV Stift Quernheim abgewartet werden muss.

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