Fußball: Philipp Knappmeyer hat mit A-Ligist FC Lübbecke einiges vor, kämpft aber gegen Windmühlen/„Aus wenig viel machen“

Taktikliebhaber will schlafenden Riesen wecken

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FCO-Coach Philipp Knappmeyer (v.l.) mit den Neuen: Emircan Kara, Waldemar Hinter und Patrick Knappmeyer.

Lübbecke - Noch schlummert er tief und fest, der schlafende Riese FC Lübbecke. Der Verein im Herzen der Bierstadt, der einst die Gellesch-Elf hervorbrachte und in den 50er Jahren in der Landesliga spielte, kickt mehr recht als schlecht in der Kreisliga A.

Große Sprünge und namhafte Verstärkungen sind aus finanziellen Gründen nicht drin, und die Trainingsbedingungen beim einst ruhmreichen FCL bezeichnet Philipp Knappmeyer, Spielertrainer der ersten Mannschaft, als „katastrophal“. Doch es tut sich etwas an der Obernfelder Allee. Knappmeyer und andere machen sich daran, den gähnenden Riesen aufzuwecken.

16 Siege und 52 Punkte haben die Lübbecker im Vorjahr geholt, das beste Ergebnis der jüngeren Vergangenheit. „Damit sind wir Vierter geworden, und das unheimlich verdient“, betont Philipp Knappmeyer. Er hat die erste Mannschaft der Grün-Weißen vor einem Jahr übernommen, und seitdem versuchen er, Marcel Holle und Gerd Blase den FC Lübbecke aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Noch aber kämpfen sie gegen Windmühlen.

„Im Winter steht uns ein Ascheplatz zur Verfügung, den wir uns mit sechs anderen Vereinen teilen. Bei Regen werden die Plätze an der Obernfelder Allee ganz schnell gesperrt. Deshalb hatten wir uns einen Mini-Kunstrasenplatz gewünscht, doch der liegt wegen einer Haushaltssperre in Lübbecke auf Eis“, so Knappmeyers Bestandsaufnahme, die er als „strukturelle Katastrophe“ bezeichnet. Seit zehn Jahren sei kein Verein der Stadt Lübbecke Kreismeister geworden. „Und das“, sagt Philipp Knappmeyer“, „ist kein Zufall.“

Der FC Lübbecke müsse sich allerdings auch an die eigene Nase fassen. „Die Jugendarbeit wurde über Jahre verpennt“, gibt Knappmeyer zu und freut sich umso mehr, dass es bei den jüngsten FCL-Kickern durch die Initiative von Jugendleiter Marcel Holle wieder regen Zulauf gibt. „Doch bis die erste Mannschaft davon profitieren kann, dauert es natürlich.“ Bis dahin lautet Knappmeyers Motto: „Aus wenig viel machen.“

Konkret sieht das so aus: Tino Fröhlich (er führte die zweite Mannschaft im Vorjahr zum Klassenerhalt in der Kreisliga B) wird Fitnesstrainer des A-Liga-Teams. Eine Physiotherapeutin gibt es auch sowie mit Lars „Mulle“ Stolpe einen engagierten Betreuer, der versucht, dem ehrgeizigen Spielertrainer den Rücken frei zu halten. „Sukzessive etwas aufbauen“, umschreibt Knappmeyer das zähe Vorhaben.

Für den Moment bedeutet das, kleine Schritte machen und in der Spitzengruppe der Kreisliga A mitmischen. „Unsere Zielvorstellung für die Saison haben wir als Mannschaft erarbeitet und herausgekommen ist, dass wir uns nicht verschlechtern wollen“, erklärt der Coach des Vorjahresvierten. Dank der Zugänge von Waldemar Hinter und Patrick Knappmeyer (Philipps Bruder, beide vom TuS Tengern III) sowie Emircan Kara (A- Jugend FC Preußen Espelkamp) hat Knappmeyer nun einen 19er-Kader, „in dem alle den Anspruch haben, in der ersten Elf zu stehen, und das gefällt mir gut.“

Der Diplom-Sportwissenschaftler und Sportreferent des Kreissportbundes Minden-Lübbecke outet sich als Taktikliebhaber („ich liebe ein 1:0 und hasse 7:6“), sein Anspruch ist es, „meiner Mannschaft in jedes Spiel einen taktischen Schlüssel mitzugeben.“

Und ein Mittel, um den schlafenden Riesen an der Obernfelder Allee nachhaltig wachzurütteln, will Philipp Knappmeyer auch noch finden.

ag

Spielertrainer: Philipp Knappmeyer (im 2. Jahr)

Abgänge: Sascha Best (Ziel unbekannt), Dennis Heuer, Thomas Köhn (beide Trainer 2. Mannschaft), Tim Manske (tritt kürzer)

Zugänge: Waldemar Hinter, Patrick Knappmeyer (TuS Tengern III), Emircan Kara (A-Jugend Pr. Espelkamp)

Vorjahr: Platz 4

Saisonziel: Nicht verschlechtern

Titelanwärter: TuS Dielingen, SuS Holzhausen, TuRa Espelkamp

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