Fußball-Kreisliga A: Tabellenführer SuS Holzhausen verspürt keinen Druck

Jokertore, volle Bank und 13 Minuten Nachspielzeit

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Enttäuscht vom Platz: SSV Pr. Ströhens Trainer Toni Trucco (m.) mit Sven Kolwey (l.) und Jonas Hadeler.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Rekordverdächtige 13 Minuten Nachspielzeit, sieben Auswechselspieler auf der Bank, zwei entscheidende „Jokertore“ und ein cooler Tabellenführer: Die Fußball-Kreisliga A bot am vergangenen Sonntag einmal mehr hohen Unterhaltungswert.

Alle anderen Partien waren am Sonntag Nachmittag längst beendet, da lief die Begegnung auf dem Hüllhorster Kunstrasenplatz immer noch. Rekordverdächtige 13 Minuten ließ Schiedsrichter Uwe Wesemann (TuS Döhren) nachspielen, ehe Gastgeber SV Hüllhorst-Oberbauerschaft jubelte und die Gäste vom SSV Pr. Ströhen reichlich verstimmt den Platz verließen.

„Das war nie und nimmer ein Elfmeter“, schimpfte Gästecoach Antonio Trucco nach dem 2:3, das der Hüllhorster Ali Ali Oglou in der 89. Minute per umstrittenen Strafstoß erzielte. Der bis dahin überragende Sven Kolwey soll zuvor Ali Oglou gefoult haben, was zu Diskussionen führte, in deren Verlauf Florian Bänsch sich zu allem Überfluss die Rote Karte einhandelte.

Das alles hätten sich die Pr. Ströher ersparen können, ließen aber nach eigener 1:0-Führung den Gegner zurück ins Spiel kommen – wie schon am Sonntag zuvor beim 1:2 gegen Gehlenbeck. Eine kleine Ergebniskrise, die der SSV schleunigst beenden will, am liebsten schon im auf Samstag, 28. März, 15 Uhr, vorgezogenen Heimspiel gegen den SC BW Vehlage.

Eine mehrminütige Nachspielzeit gab es am Sonntag auch in Fabbenstedt, wo Schiedsrichter Berthold Hassebrock die Pfeife fast schon im Mund hatte, als der TuS Tengern II doch noch zuschlug. Der eingewechselte Tim Kricke erzielte das 1:1 und bewahrte den Tabellendritten haarscharf vor seiner ersten Saisonniederlage. Entsprechend groß war die Enttäuschung bei den Gastgebern, die zuvor mehrfach den zweiten Treffer auf dem Schlappen hatten.

Auch der FC Lübbecke feierte am Sonntag ein „Jokertor“. Der nach einer Stunde bei den Gästen eingewechselte Alexander Thoss stach in der 86. Minute und machte mit dem 1:0 den Sieg in Vehlage perfekt. „Hochverdient“, wie Spielertrainer Philipp Knappmeyer fand. Mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen darf der Lübbecker Coach sehr zufrieden sein mit dem Start ins Fußballjahr 2015.

Auf die gleiche Ausbeute kommt der TuS Gehlenbeck, der dem 1:1 gegen Lübbecke und dem 2:1 in Pr. Ströhen nun einen 2:0-Heimerfolg über den VfL Frotheim folgen ließ. Dabei hatte Trainer Christoph Kämper nicht weniger als rekordverdächtige sieben Auswechselspieler auf der Bank, was für die Euphorie beim Aufsteiger spricht. Der scheint sich im Kreisoberhaus pudelwohl zu fühlen und grüßt mittlerweile von Platz fünf der Tabelle. Und die Erfolgsserie des Kämper-Teams könnte durchaus noch ein bisschen weitergehen, denn am Sonntag geht es zu den abstiegsgefährdeten Espelkampern von Türk Gücü.

Dort muss es während der Winterpause eine Aussprache gegeben haben. Das jedenfalls würde den jüngsten 2:1-Überraschungssieg bei BW Oberbauerschaft erklären, nachdem Türk Gücü zuvor neun zum Teil sehr heftige Niederlagen in Folge kassiert hatte. Diesmal traten die Mannen von Nurettin Sari sehr diszipliniert auf und holten einen verdienten und wichtigen Sieg, den auch Oberbauerschafts Trainer Daniel Bönker neidlos anerkannte.

Dadurch brennt die Rote Laterne nun in Frotheim. Das 0:2 in Gehlenbeck war die elfte Niederlage im 15. Saisonspiel für die Sarres-Kicker. Die haben nun am kommenden Sonntag auf eigenem Platz ein „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den SV Hüllhorst vor sich.

Unbeeindruckt von alledem präsentiert sich der SuS Holzhausen. Mit dem 3:2 in Blasheim machte der Tabellenführer dort weiter, wo er zum Ende der Hinrunde aufhörte. Allerdings mussten die Holzhauser in Blasheim erst harte Gegenwehr brechen, ehe der Dreier im umkämpften Nachbarschaftsduell mit sieben gelben Karten in trockenen Tüchern war.

Druck nach den beiden Siegen von Verfolger TuS Dielingen habe Holzhausens Trainer Jörg Bohlmann übrigens nicht verspürt. „Wir müssen ja nicht aufsteigen, deshalb gibt es auch keine Drucksituation. Die Tabellenführung ist für uns eine tolle Angelegenheit, und die wollen wir uns so lange wie möglich erhalten.“

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