Fußball-Bezirksliga: Union Varl schafft den Klassenerhalt – und feiert

Gefühlt und wertvoll wie eine Meisterschaft

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Die „Bombe“ ist geplatzt: Die Varler Spieler sind außer Rand und Band, als die Nachricht vom Bad Salzufler Sieg in Häger endlich offiziell wird.

Varl - Von Andreas Gerth. Die Welle vor den Zuschauern, Bierduschen, ein Trainer, der in die Höhe fliegt und jede Menge lachende Gesichter: Man hätte meinen können, die SpVg. Union Varl feiert eine Meisterschaft – ähnlich wertvoll fühlte sich gestern Nachmittag der doch noch geschaffte Klassenerhalt am letzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga auch an.

Nachrichtensperre: Mario Lange telefonierte gestern mit Pokerface.

Um es vorwegzunehmen: Wirklich daran geglaubt, dass die Varler den Klassenerhalt schaffen, hatte der Schreiber dieser Zeilen nicht mehr. Zweimal waren die Rot-Weißen dem Abstieg von der Schippe gesprungen, zweimal hatten sie ihr Glück bis zum letzten Spieltag (über-)strapaziert. Ein drittes Mal, noch dazu nur mit Hilfe eines rund 50 Kilometer entfernten Vereins, für den es am letzten Spieltag um nichts mehr geht – nein, diesmal schien der Dorfverein aus Rahden reif zu sein. Nur ein mittelschweres Fußball-Wunder half jetzt noch – und die Rot-Weißen bekamen es: Das Wunder von Varl !

Am Wunder von Varl selbst gewerkelt

Erleichterung pur: Uli Eikenhorst hat sich Benny Drumann geschnappt.

An dem werkelten die Gastgeber gestern Nachmittag zunächst einmal selbst. Im Heimspiel gegen den als Absteiger feststehenden VfL Theesen II legten sie eine schnelle Führung vor. Marius Helmich (er wechselt zum Landesligisten TuS Tengern) traf in seinem Abschiedsspiel per Freistoß zum 1:0, Andre Lange (nach weitem Abschlag und Assist von Torhüter Marcel Redeker) ließ per Direktabnahme das 2:0 folgen. Das beruhigte die Gemüter, zumindest in Sachen eigenes Spiel. Doch es musste ja noch mehr her, die Hilfe des SC Bad Salzuflen, der bei Varls Konkurrent SV Häger antrat und mindestens ein Unentschieden holen musste. Dort fiel das 1:0 für die Gäste just in dem Moment, als Andre Lange in Varl auf 3:0 stellte. Teil eins vom Varler Wunder war schon einmal ordentlich angelaufen.

Und es sollte noch besser kommen. Andre Lange wurde gerempelt, den Strafstoß verwandelte Pascal Meier humorlos zum 4:0 – und in Häger führte Bad Salzuflen jetzt mit 2:0, doch diese Nachricht wurde in Varl unterm Deckel gehalten. Mario Lange und Vereinsvorsitzender Uli Eikenhorst schauten mehr aufs Handy als aufs Spiel der eigenen Mannschaft und legten sofort wieder ihr Pokerface auf. Nichts sollte nach außen dringen.

Ahnten die beiden Böses? Häger verkürzte auf 1:2 und rannte weiter an. Das 2:2 fiel – und wurde vom Schiedsrichter nicht anerkannt. Von dieser Spannung wussten in Varl nur wenige, auch Trainer Sebastian Numrich wollte sich in seinem letzten Spiel nach fünf Jahren Union Varl nicht vom Spielstand informieren lassen, sondern aufs eigene Spiel konzentrieren. Dort sah er das 5:0 von Marco Hodde, der Helmichs Vorarbeit abschloss.

In Varl war also alles klar. Die eigene Arbeit (mit dem 6:0 von Pascal Meier) erfolgreich erledigt. Doch würde sich Häger die besseren Karten vor dem letzten Spieltag tatsächlich aus der Hand nehmen lassen? Ja! Der SC Bad Salzuflen hielt Wort (Spielertrainer Knezevic hatte angekündigt, in Häger gewinnen zu wollen). Erst machte im kleinen Kreis die Nachricht vom 3:1 die Runde, dann erhöhte Bad Salzuflen sogar auf 4:1. „Das ist sehr geil von den Bad Salzuflern, dass sie sich so reingekniet haben“, brachte es Varls Kapitän Andre Lange auf den Punkt.

In Varl war Schluss. Zuvor hatte der glänzend haltende Marcel Redeker doch noch den Theesener Ehrentreffer zum 6:1 kassiert. Doch erst nach dem Schlusspfiff in Häger ließ Union Varls Sportlicher Leiter die „Bombe“ platzen: Bad Salzuflen siegt in Häger mit 5:1, das reicht den Varlern zum Klassenerhalt – zum dritten Mal in Folge, zum dritten mal am letzten Spieltag. Mal ehrlich, wer hat daran noch geglaubt...?

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