Fußball-Bezirksliga: Auf Pleite von Muckum folgt die nächste Charakterprüfung

Bedenklicher Auftritt der Varler Aufbaugemeinschaft

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Da hilft nur noch hoffen: Stephan Dück hat sich am Knie verletzt und wird von Carolin Horst behandelt.

Varl/Espelkamp - Von Andreas Gerth. Das, was der SpVg. Union Varl vor zwei Jahren im vierten Saisonspiel mit einem 3:2 gegen den FC Bad Oeynhausen II gelang, schaffte am Sonntag der FC Muckum im zehnten Anlauf: Den ersten Sieg in der Fußball-Bezirksliga nach dem Aufstieg. Serviert bekamen sie diesen von der „Aufbaugemeinschaft“ Union Varl.

„Wir sind jetzt enttäuscht und frustriert. Doch es hilft ja nichts. Es geht weiter“, sagte Sebastian Numrich und versuchte wenige Minuten nach dem Abpfiff und der 1:3-Niederlage in Muckum ein wenig Zuversicht auszustrahlen. Zuvor hatte der Varler Coach an einer Seitenausfahne gelehnt und sehr nachdenklich gewirkt. Verständlich, denn der Auftritt seines Teams im wichtigen Kellerduell stimmte tatsächlich bedenklich.

„Muckum hat in der zweiten Halbzeit die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen. Wir sind oft einen Schritt zu spät gekommen, gedanklich war uns Muckum diesen einen Schritt fast immer voraus“, analysiert Numrich. In seinem fünften Jahr bei den Varlern macht er augenblicklich eine Krise durch, deren Gründe vielschichtig sind.

Da ist zum einen die anhaltende Abwehrschwäche mit 31 Gegentoren in zehn Spielen, die trotz personeller Wechsel nicht in den Griff zu bekommen ist. Zudem traten die Varler beim zuvor sieglosen FC Muckum unerklärlich gehemmt und mutlos auf. Körpersprache einer gegen den Abstieg kämpfenden Mannschaft? Fehlanzeige !

Körpersprache?

Fehlanzeige!

Viele Varler Spieler scheinen derzeit mit sich selbst beschäftigt, selbst der sonst verlässliche Torhüter Marcel Redeker ließ sich am Sonntag von der allgemeinen Verunsicherung anstecken und patzte. Andere suchen nach ihrer Form.

Einer, der Union Varl am Sonntag gut getan und die Mannschaft vielleicht aufgeweckt hätte, ist Sven Kassen. Offensichtlich ist, dass sein Weggang (als Spielertrainer zum TuS Stemwede) ein Vakuum in der Mannschaft hinterlassen hat. Ihn zu ersetzen, hatte man sich in Varl vor der Saison einfacher vorgestellt.

„Wir müssen trotz des Drucks mehr Spaß und Lockerheit in unser Spiel bekommen“, strebt Numrich nun an. Mehr Leben zeigte am Sonntag die Mannschaft des FC Muckum. „Wir sind noch nicht tot und haben gezeigt, dass wir in der Liga gewinnen können“, nahm Trainer Ümüt Gözlükcü als Erkenntnis mit.

Der Pleite von Muckum folgt für Union Varl nun die nächste Charakterprüfung beim Tabellenletzten TuS Lohe. Dessen Trainer Thorsten Bunde konnte den Varler Auftritt an der Hansastraße verfolgen, da das eigene Spiel bei Union Minden abgesagt und für den 22.November neu angesetzt wurde. Darmkeime in den Wasserleitungen des Mindener Weserstadions legten den Spielbetrieb lahm. „Das Spiel zeigt, warum beide Mannschaften in der Tabelle unten stehen“, lautete Bundes Fazit nach den ersten 45 Minuten in Muckum. Der zuvor mehrere Jahre erfolgreich beim BSC Blasheim arbeitende Coach ist sich übrigens sicher, mit dem TuS Lohe aus dem Tabellenkeller herauszuklettern und den Klassenerhalt zu schaffen, zumal verletzte Spieler wie Manuel Hejlek und Paul Mattern nun wieder dabei sind. Und Bundes Zuversicht dürfte nach den gezeigten Leistungen am Sonntag in Muckum nicht geringer geworden sein.

Im Abstiegskampf steckt mit dem SC Isenstedt noch ein weiteres Team aus dem Kreis Lübbecke. Lob für den couragierten Auftritt der Isenstedter gab es am Sonntag vom Gegner. „Isenstedt ist eine robuste Truppe, die durchaus das Niveau für die Bezirksliga hat“, meinte Holsens Trainer Frank Schwöppe, der nach dem 1:0-Erfolg froh war, mit einem blauen Auge und drei Punkten davongekommen zu sein. „Dafür können wir uns nichts kaufen. Eine Belohnung mit Punkten wäre mir lieber gewesen“, entgegnete ISC-Coach Axel Krüger, der trotz anhaltender Personalprobleme eine beherzte Vorstellung seiner Mannen geboten bekam.

Co-Trainer auf

der Ersatzbank

Wie groß die Not beim Tabellen-14. ist, wurde am Sonntag deutlich, indem sich Co-Trainer Sven Müller als Ersatzspieler bereit hielt. Mit Götze, Radtke, Koch, Hageböke, Halwe und Jasinski fehlt dem ISC weiterhin eine halbe Mannschaft. Zudem fehlt nun mit Christian Gieselmann (Urlaub) ein weiterer Spieler. „Wir müssen sehen, dass wir in den nächsten beiden Begegnungen über die Runden kommen“, betont Krüger. Nichts zu verlieren haben er und die ISCler am Sonntag, dann nämlich geht es zum Tabellenführer TuS Jöllenbeck.

Der VfL Holsen ist der nächste Gegner des FC Preußen Espelkamp, der seine Erfolgsbilanz am Sonntag mit einem 4:2 im Heimspiel gegen Häger fortsetzte. Mit acht Siegen, einem Unentschieden und erst einer Niederlage haben sich die Espelkamper als aktueller Tabellenzweiter eine hervorragende Ausgangsposition geschaffen, die es nun in den Spielen in Holsen, zu Hause gegen Spitzenreiter TuS Jöllenbeck (2. November) und in Stift Quernheim zu bestätigen gilt. „Mit Blick auf diese Spiele werden wir uns mächtig steigern müssen“, betont Espelkamps Trainer Uwe Korejtek.

Nicht helfen kann dabei Stephan Dück, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss ausfiel. „Das ist ein herber Verlust, der schwer zu kompensieren ist“, betont Korejtek, der zudem lange auf seinen gefährlichsten Spieler, Watschagan Harutjunjan, verzichten muss. Dück hat noch die Hoffnung, dass es sich nur um eine Verletzung am Innenband handeln könnte.

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