Handball: Weher A-Mädchen mit rekordverdächtigem Abschluss-Spiel

Freude und Tränen

Der Kern der erfolgreichen Handball-A-Mädchen des TuS Wehe verlässt den Jugend-Bereich. Am Sonntag feierte das Team mit den Betreuern Harald Bruhn (l.), Christian Ellers (2.v.l.), Achim Möll (4.v.r.) und Karin Bredenkötter (2.v.r.) die Bezirks-Meisterschaft. - Foto: Hanke

Wehe - Ob die Hallensprecher Thorben Knost und Karsten Preuss am Sonntagabend wohl heiser waren? So oft, wie sie Tore der Handball-A-Mädchen des TuS Wehe gegen den SC DJK Everswinkel durchsagten, wäre es wohl kein Wunder. Denn zum Abschluss ihrer gemeinsamen Zeit im Jugend-Bereich legten die Mädchen mit dem 49:16 (26:4) nochmal ein rekordverdächtiges Spiel auf die Platte. Und danach feierten sie, umarmen sich und weinten.

Die Ziele vor der Saison lagen höher. Eigentlich wollten die A-Mädchen des TuS Wehe Oberliga oder zumindest Landesliga spielen. Dann ist es nur die Bezirksliga geworden – doch die schließen die Mädchen jetzt immerhin mit der Meisterschaft ab. Die Weher teilen sich den ersten Platz mit der punktgleichen JSG HLZ Ahlen.

Dass die Weher Mädchen in einer höheren Liga besser aufgehoben wären, verdeutlichte das letzte Saisonspiel am Sonntag noch einmal auf eindrucksvolle Weise: Wehe war den Gästen aus Everswinkel bei Münster in allen Belangen haushoch überlegen. „Sie haben nochmal gezeigt, was sie können“, freute sich Trainer Harald Bruhn nach dem Spiel.

Nach zwei Minuten lag Everswinkel noch mit 2:1 vorn, danach traf Wehe 25-mal (!) in Folge. In der 28. Minute stand es sensationell 26:2. Die Weher Torhüterin Jana Kummer blieb – auch dank zahlreicher gehaltener Bälle – genau 26 Minuten ohne Gegentor, ehe Everswinkel kurz vor der Pause nochmal traf. Die gut 100 Zuschauer, darunter die Weher Handball-Männer, mussten zugeben: So einen Lauf hatten sie noch nie gesehen.

Wegen Zeitstrafen standen die Gäste zu allem Überfluss teilweise mit zwei Spielerinnen weniger auf dem Feld. Das eröffnete den starken Weherinnen noch mehr Räume. Schon in der ersten, vor allem aber in der zweiten Halbzeit wechselte Trainer Harald Bruhn munter durch. So kamen auch die B-Mädchen Einsatzzeiten. Und jede eingesetzte Spielerin – die Torhüterinnen mal ausgenommen – traf das Tor.

Fast wäre es allerdings nicht zu diesem gelungenen Saisonabschluss gekommen. Everswinkel hatte die Spielteilnahme beim Staffelleiter bereits abgesagt. Weil Harald Bruhn und Betreuer Achim Möll die Gäste wegen der vielen Vorbereitungen zum Abschlussspiel inständig baten, doch noch zu kommen, suchte sich Everswinkel aus den eigenen Reihen noch irgendwie ein Team zusammen und nahm die anderthalbstündige Fahrt auf sich. „Ich bin froh, dass es noch geklappt hat“, sagte Achim Möll.

Statt großem Jubel herrschte nach dem Spiel aber zunächst eine gedrückte Stimmung. Die gemeinsame Zeit der Mädchen im Jugend-Bereich war zu Ende. Für das Trainer-Team und die unterstützenden Eltern gab es Geschenke. Als sich die Spielerinnen in den Armen lagen, kamen einigen von ihnen die Tränen.

„Ein bisschen demütig ist man schon“, sagte Harald Bruhn. „Mir geht das schon nahe.“ Ihn freute es nicht nur, dass er in den vergangenen zehn Jahren ein so erfolgreiches Mädchen-Team formte, sondern ein so geschlossenes. Wie eng viele Freundschaften geworden sind, war vielleicht der größte Erfolg.

So schwer das Ende fällt – es ist kein Abschied. „Wir bleiben ja alle Drei bei den Mädchen“, sagte Bruhn. Was er meint: Er selbst trainiert ab kommender Saison gemeinsam mit Tobias Lintelmann das erste Frauen-Team, seine Kollegen Christian Ellers und Achim Möll trainieren die A-Mädchen weiter. Ellers hatte bereits zuletzt die B-Mädchen betreut. Der Übergang ist für die meisten Mädchen fließend. Im kommenden Jahr wollen die Weher dann wieder in den höheren Ligen angreifen. Möll: „Das Ziel ist, wieder in der Oberliga-Quali zu landen.“

TuS Wehe: Kummer, Sens – Langschmidt (6), Bödding (6/5), Möll (10), Hoischen (2), Hoppe (4), Bruhn (9/4), Hartmann (1), Wiedemann (4), Langelahn (6), Tacke (1).

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