„Fair-Play-Spiel“ – Eikenhorst erhofft sich Signalwirkung und Ideen der Vereine

„Nach einem Foulspiel auch mal entschuldigen“

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Miteinander: Die Dielinger Artur Seibel und Torhüter Daniel Bei der Hake begrüßen das Schiedsrichtergespann, so war es beim Kreispokalfinale, dem Fair-Play-Spiel 2014.

Lübbecke - Seit fast zwei Jahren ist Karl-Heinz Eikenhorst Vorsitzender des Fußballkreises Lübbecke. Eines seiner Steckenpferde ist das Thema Fair-Play. Der 57-Jährige und seine Mitstreiter haben eine Initiative gestartet, die im vergangenen Jahr beim Kreispokalfinale in Fabbenstedt ihre Premiere feierteund nun am Sonntag in Bad Holzhausen eine Fortsetzung findet. Vor dem Kreisliga A-Duell zwischen dem SuS Holzhausen und SV Hüllhorst-Oberbauerschaft, das als „Fair-Play-Spiel“ in einem besonderen Rahmen stattfindet, sprach Sportredakteur Andreas Gerth mit Karl-Heinz Eikenhorst.

Herr Eikenhorst, die Premiere des Fair-Play-Spiels gab es im vergangenen Jahr beim Kreispokalfinale. Wie war die Resonanz darauf ?

Eikenhorst: Viele sagen, es bringt nichts, diese Idee punktuell in einem Spiel umzusetzen. Das sehen wir anders. Es geht darum, dieses wichtige Thema immer wieder in die Köpfe zu bringen und Zuschauer, Trainer, Schiedsrichter und Spieler dafür zu sensibilisieren. Deshalb haben wir diese Kampagne ins Leben gerufen, und ich würde mir wünschen, dass die Vereine genau dort anknüpfen und neue, eigene Ideen entwickeln, um das Thema Fair Play präsent zu halten.

Holzhausen spielt um den Abstieg, Hüllhorst gegen den Abstieg. Wie sind diese sportlichen Ambitionen am Sonntag mit dem Fair-Play-Gedanken unter einen Hut zu bringen ?

Eikenhorst: Es ist ja nicht so, dass wir gezielt nach einer solchen Konstellation gesucht haben. Wir wollten den Tabellenführer dabei haben, alles andere ist eher einem passenden Termin geschuldet. Der Sport soll auch in diesem Spiel im Vordergrund stehen, und wir wollen die Emotionen des Fußballs auch nicht unterbinden. Deshalb gehe ich auch nicht davon aus, dass sich die Spieler am Sonntag großartig anders verhalten werden. Doch ich kann meinen Gegner auch mit fairen Mitteln bekämpfen und mich nach einem Foulspiel auch mal entschuldigen, und das werden wir am Sonntag hoffentlich zu sehen bekommen.

In den Medien, so der Eindruck, häufen sich Schreckensnachrichten von Übergriffen auf Schiedsrichter und gegnerische Spieler. Ist das der modernen, grenzenlosen Verbreitung geschuldet oder gab es früher tatsächlich weniger Negativbeispiele ?

Eikenhorst: Das Gefühl, dass diese Fälle mehr und gravierender geworden sind, ist tatsächlich vorhanden. Auf den Fußballkreis Lübbecke lässt sich das aber nicht übertragen. Die Anzahl der Verfahren vor der Kreisspruchkammer sind weniger geworden, wobei nicht verschwiegen werden darf, dass es auch bei uns extreme Negativfälle gab wie den Faustschlag gegen einen Spieler des VfB Fabbenstedt oder Tätlichkeiten von Betreuern im Jugendbereich. Das ärgert mich, denn Trainer und Betreuer müssten sich ihrer Vorbildfunktion im Nachwuchsbereich bewusst sein, ihr Verhalten schauen sich die Kinder im Fernsehen und im eigenen Verein ab. Deshalb habe ich persönlich ein Problem damit, wie sich in der Vergangenheit Dortmunds Trainer Klopp aufgeführt hat. Das wird in den Medien rauf und runter gespielt und findet Nachahmer.

Was erhoffen Sie sich für Sonntag ?

Eikenhorst: Ich freue mich darauf, dass wir dem Thema Fair-Play vor Ort eine Plattform geben können. Es gab ein Vorgespräch mit Vertretern beider Vereine, ihre Jugendfußballer werden am Sonntag gemeinsam mit den Senioren auflaufen. Das ist ein starkes Signal. Solche Bilder wollen wir, weil sie Spieler und Zuschauer über das Thema Fair-Play nachdenken lassen werden. Vielleicht ist das ja ein kleiner Beitrag, durch den sich das Miteinander auf dem Sportplatz verbessern lässt.

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