Fair-Play-Aktion am Freitag beim Kreispokalfinale/Jury wählt die fairsten Spieler

Endspielteilnehmer unter Beobachtung

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Im vergangenen Jahr stand der TuS Dielingen im Endspiel des Kreispokals und zog auf eigener Anlage gegen den Landesligisten TuS Tengern den Kürzeren. Diesmal muss Tengern mit dem Spiel um Platz drei vorlieb nehmen, nach einer Niederlage gegen Dielingen im Halbfinale. Dort stehen die Gelb-Blauen dem VfB Fabbenstedt gegenüber und unter der Beobachtung einer Fair-Play-Jury.

Lübbecke - Von Andreas Gerth. Paderborns Profi Stefan Kutschke hat es am Samstag vorgemacht. Weil er beim Schiedsrichter intervenierte, blieb dem Gladbacher Christoph Kramer eine gelbe Karte erspart. „Wenn es so etwas am Freitag geben würde, wäre das ein Highlight“, meint Bernd Lömker, „Fair-Play-Beauftragter“ des Fußballkreises Lübbecke, mit Blick auf den Kreispokal-Endspieltag in Fabbenstedt. Dort nämlich wird es im Duell der beiden A-Ligisten VfB Fabbenstedt und TuS Dielingen nicht nur darum gehen, den neuen Kreispokalsieger zu ermitteln, sondern auch die jeweils fairsten Spieler beider Mannschaften.

Der Vorstand des Fußballkreises Lübbecke hat für kommenden Freitag in Fabbenstedt eine Fair-Play-Offensive angekündigt. Eine Jury bestehend aus den Vorsitzenden der Endspielvereine, einem Schiedsrichter-Vertreter und den zwei Fair-Play-Beauftragten des Kreisvorstandes, Bernd Lömker und Matthias Brink, wählt die fairsten Spieler beider Mannschaften. Vor dem Anpfiff laufen die Spieler des TuS Dielingen und VfB Fabbenstedt Hand in Hand mit Jugendfußballern des jeweils anderen Vereins aufs Spielfeld.

Damit wolle man im Fußballkreis Lübbecke ein Zeichen setzen und den jüngsten Entwicklungen die Stirn bieten. Negativbeispiele gebe es genug. In Hessen wurde ein Kreisliga-Fußballer lebenslang für Spiele des DFB gesperrt, im Fußballkreis Lübbecke sind im Oktober mehrere Verhandlungen vor der Spruchkammer wegen diverser Vergehen angesetzt. „Die jüngsten Ereignisse bestärken uns darin, dieses Thema aufzugreifen. Wir wollen versuchen, den Fair-Play-Gedanken in die Köpfe der Menschen und Sportler zu holen“, betont Karl-Heinz Eikenhorst als Vorsitzender des Fußballkreises Lübbecke.

Nach außen sichtbar und in den Fokus gerückt werden soll der Fair-Play-Gedanke nun am Freitag vor großer Kulisse beim Kreispokal-Endspieltag in Fabbenstedt. „Das ist eine wunderbare Gelegenheit, um diese Idee umzusetzen“, ist Bernd Lömker überzeugt. „Es geht am Freitag um den Pokalgewinn, und der soll auch im Vordergrund bleiben. Umso schöner wäre es, wenn es in diesem wichtigen Spiel fair bleibt und wir vielleicht die ein oder andere besondere Aktion erleben.“

Einmalig soll dieses Engagement im Fußballkreis Lübbecke nicht bleiben. In der Meisterschaft sollen in der Rückrunde ein A- und ein B-Liga-Spiel als vorher ausgeloste und gekennzeichnete „Fair-Play-Partien“ laufen. „Wir haben eine gewisse Schieflage mit negativen Tendenzen ausgemacht und

„Dieses Pflänzchen

muss wachsen“

sind im Kreisvorstand übereingekommen, dass wir einen Gegenpol setzen wollen“, erläutert Wilfried Müller, Vorsitzender des Lübbecker Fußball-Ausschusses. „Wir sind uns bewusst, dass es ein langer Prozess wird, dieses Thema in den Köpfen der Leute zu verankern. Dieses Pflänzchen muss wachsen“, betont Müller.

Kurzfristig könne man mit der geplanten Aktion am Freitag Nachmittag im Rahmen des Endspieltages „nur einen Akzent setzen“, ist sich Bernd Lömker bewusst. „Vorgelebt und weitergeführt werden muss das Fair-Play-Denken in den Vereinen.“

Bernd Lömker und der frühere A-Junioren-Staffelleiter Matthias Brink sind „Fair-Play-Beauftragte“ des Kreisvorstandes und gehören am Freitag in Fabbenstedt einer Jury an, die es sich zur Aufgabe macht, die fairsten Spieler der beiden Endspielmannschaften auszuwählen. „Das wird schwierig und sicherlich auch eine Bauchentscheidung“, ist Lömker schon gespannt.

Als Bewertungskriterien dient der Jury zum Beispiel das Verhalten der Spieler gegenüber Schiedsrichter, Gegenspielern und Zuschauern, aber auch besondere Aktionen finden Berücksichtigung. Während des Endspiels werde eine entsprechende Statistik geführt. Nach dem Abpfiff werde zudem das Schiedsrichtergespann befragt.

Der Endspieltag beginnt am Freitag um 14 Uhr mit dem Spiel um Platz drei zwischen dem TuS Tengern und FC Preußen Espelkamp. Das Duell zwischen den beiden Überraschungsfinalisten – Dielingen schaltete Landesligist Tengern aus, Fabbenstedt bezwang Bezirksligist Espelkamp – folgt um 16 Uhr. Für das Endspiel als Schiedsrichtergespann vorgesehen sind Thomas Peters, Denis Fritz und Cihat Inal.

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