Engländer gewinnen 38. Internationale U19-Fußballturnier im Elfmeterschießen

Liverpool, eine Hymne und das Ende eines Vorurteils

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Diesmal mit Werder Bremen nur auf Platz sieben: Mirko Votava und Co-Trainer Sasa Pinter (r.).

Stemwede - Von Andreas Gerth. Englische Teams können keine Elfmeter schießen!? Dieses Vorurteil hat der FC Liverpool am Sonntag beim 38. Internationalen U19-Fußballturnier des TuS Stemwede ausgeräumt, den 1. FC Nürnberg im Finale aus dem Weg geräumt und den „Volksbank-Cup 2015“ abgeräumt. „FC Liverpool in der Siegerliste und You'll Never Walk Alone bei der Siegerehrung – viel mehr geht nicht“, so Christian Bäcker von der Stemweder Turnierleitungmit einem breiten Lachen.

Für Bäcker, die Turnier-Offiziellen und wohl auch für das über 300 Mann und Frau starke Helferteam des Vereins ging am Sonntagabend ein großer sportlicher Wunsch in Erfüllung. Mit der U19 des legendären FC Liverpool ziert nun einer der namhaftesten Fußballklubs überhaupt die Siegerliste des Traditionsturniers in Ostwestfalen. Und da es sich für einen Pokalgewinner gehört, die Trophäe im nächsten Jahr an Ort und Stelle zu verteidigen, dürfte die Wahrscheinlichkeit groß sein, dass der TuS Stemwede auch bei seiner 39. Auflage 2016 mit dem FC Liverpool aufwarten kann.

Bevor die „Reds“, aus deren Reihen in der Vergangenheit so namhafte Spieler wie Michael Owen und Steven Gerrard hervorgingen, den Pokal aus den Händen von Ralf Rehker in Empfang nehmen durften (und dabei den Vertreter des Turnier-Sponsors ordentlich nass machten), hatten sie beim exzellent besetzten Pfingstturnier mit Teams aus vier Ländern einige Hürden zu meistern. Im rein englischen Halbfinale ging es ins Elfmeterschießen, wo Tottenham nur noch einmal hätte treffen müssen und Liverpool wäre im kleinen statt im großen Finale gelandet.

Dort wartete – ein wenig überraschend – der Nachwuchs des Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Die „Comeback-Cluberer“ waren mit einer Niederlage ins Turnier gestartet, benötigten im letzten Gruppenspiel gegen Red Bull Salzburg einen Sieg mit zwei Toren Differenz und trafen im Halbfinale gegen Borussia Mönchengladbach in letzter Sekunde zum 1:1, wonach der Schiedsrichter gar nicht erst wieder anpfiff. Und auch im Endspiel kam Nürnberg zurück. Das 0:1 durch Liverpools spanischen Nationalspieler Sergi Canos Tenes beantwortete Jonas Fries postwendend mit dem 1:1.

Dabei blieb es trotz hochkarätiger Chancen der in der zweiten Halbzeit besseren Nürnberger, sodass es am Ende der zweimal 25 Minuten Spielzeit für beide Teams erneut ins Elfmeterschießen ging. Und was sollte da für den deutschen Vertreter gegen ein englisches Team schon schief gehen... Einiges! Als David Kammerbauer, Nürnbergs Nummer 13 (!), anlief, war eigentlich schon klar: Das kann nicht gut gehen. Liverpools Torhüter Ryan Fulton hielt, und die Engländer jubelten über den Turniersieg und das Ende eines Vorurteils.

„Jeder konnte jeden packen. So ausgeglichen und auf diesem hohen Niveau hatten wir das Turnier wohl noch nie“, freute sich Christian Bäcker. Vorjahressieger Malaga CF und die Österreicher von Red Bull Salzburg bei ihrer Turnierpremiere verfehlten den Einzug ins Halbfinale nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz. „Auch Werder Bremen hat nicht enttäuscht. Und die Mühlis haben sich in den ersten drei Spielen ebenfalls sehr gut verkauft“, ergänzte Rainer Kröger.

Für die Überraschung, darin waren sich Rainer Kröger, Christian Bäcker, Wolfgang Rosengarten, Ingo Haremsa und Jan-Philipp Ehlers von der Turnierleitung einig, habe jedoch der 1. FC Nürnberg gesorgt. „Mit ihnen im Endspiel hat wohl kaum jemand gerechnet. Sie sind mit einer sehr starken Mannschaft angetreten und haben Top-Leistungen gezeigt. Die Entscheidung pro Nürnberg war absolut richtig, und sie haben sich eine erneute Einladung verdient“, betont Kröger.

Doch nicht nur in sportlicher Hinsicht darf die 38. Auflage des Traditionsturniers als äußerst gelungen bezeichnet werden. Das Pfingstmeeting ist längst zu einem Familienevent geworden, das auch abseits des grünen Rasens zu unterhalten weiß. Mit der Hinzunahme einer Zuschauertribüne, der LED-Info-Wand und Coaching-Area zeigen die Stemweder zudem, dass sie sich und das Turnier weiterentwickeln möchten.

„Ich denke, dass wir in Sachen Zuschauer noch mal etwas draufpacken konnten. Allein am Sonntag dürften es über 3000 gewesen sein“, so Wolfgang Rosengarten, der im Zuspruch der Zuschauer die Bestätigung für sein Helferteam und den betriebenen Aufwand sieht.

Und auch für 2016 sieht es nicht schlecht aus – ein sportliches Zugpferd mit klangvollem Namen und eigener Hymne haben die Stemweder ja schon.

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