Nach zehn Jahren: Erfolgs-Mädchen des TuS Wehe spielen morgen letztmals im Jugend-Bereich zusammen

Ende einer goldenen Ära

Die A-Mädchen des TuS Wehe feierten 2014 die großartige Qualifikation zur Oberliga. Am Ende standen sie auf Platz vier – der größte Erfolg ihrer gemeinsamen Handball-Zeit.

Wehe - Wenn morgen Mittag um etwa viertel nach 1 die Schlusssirene in der Rahdener Stadtsporthalle ertönt, bejubeln die A-Mädchen des TuS Wehe womöglich die Meisterschaft in der Handball-Bezirksliga. Vielleicht vergießen sie gleichzeitig aber auch ein paar Tränchen. Denn wenn das Spiel gegen den SC DJK Everswinkel endet, endet nicht nur ein Spiel. Es ist das letzte einer goldenen Mädchen-Generation beim TuS Wehe. Oder wie Trainer Harald Bruhn sagt: Es ist das Ende einer Ära.

Seit mehr als zehn Jahren spielt der Kern der Mannschaft zusammen. Für alle ist das letzte Spiel morgen mehr Ende als Anfang. Für einige wird es bei den ersten Frauen weitergehen – aber nicht für alle. „Das wird das traurigste Spiel, das wir je gespielt haben“, sagt Celine Langschmidt.

Für einen anderen Verein als den TuS Wehe zu spielen, kommt für die Mädchen bisher überhaupt nicht infrage. „Wir haben die beste Mannschaft, die man haben kann“, findet Neele Bruhn. „Was uns auszeichnet, ist, was wir alles zusammen erlebt haben.“

Angefangen hatte es für einige schon bei den Minis. Seit dem Start in die E-Jugend im Jahr 2005 ging es dann richtig los – und fast kontinuierlich bergauf. Schon in der dritten Saison wurden die Mädchen Kreismeister und Kreispokalsieger. In den Jahren darauf spielten sie in der Bezirksliga, ärgerten die Favoriten und gewannen die Meisterschaft in der Landesliga. Der Höhepunkt war dann die Saison 2014/2015, als die Mädchen Vierte in der Oberliga wurden.

Ihr Erfolgsgeheimnis: Nach all den Jahren sind die Mädchen eng miteinander befreudet. Auf dem Feld verstehen sie sich blind. „Jede weiß, wie die andere tickt“, erklärt Celine Langschmidt.

Ohne Training wäre es aber gewiss nicht gegangen. Vater des Erfolgs (und von Spielmacherin Neele Bruhn) ist Harald Bruhn. Er ist seit rund 35 Jahren Handball-Trainer. Als seine Tochter mit dem Handballspielen anfing, übernahm er erstmals eine Mädchen-Mannschaft. Zuerst dachte er sich, das sei nichts für ihn. Das mache er ein Weilchen und wenn es nicht klappt, hört er halt wieder auf. Heute ist er immer noch dabei. Denn Bruhn hatte schnell erkannt: Er hat eine Gruppe von besonderem Talent vor sich. „Die größte Überraschung meiner Trainerlaufbahn“, sagt er.

Bruhn wurde im Laufe der Zeit für die gesamte Mannschaft zu einer Vaterfigur. Er sei immer motiviert, durchaus auch aufbrausend, sagt Franziska Langelahn. Er habe sie Ehrgeiz und Disziplin auf dem Spielfeld gelehrt. Celine Langschmidt sagt, er sei nach Niederlagen wie ein „tröstender Papi“. Und Neele Hartmann ergänzt: „Handball ist für ihn Familie.“

Harald Bruhn ist in den Jahren mit den Mädchen Altersstufe für Altersstufe mit geklettert. Auch im kommenden Jahr, wenn es für viele der jungen Frauen in den Erwachsenen-Bereich geht, geht Bruhn mit ihnen: Er wird Co-Trainer bei den ersten Weher Frauen neben Tobias Lintelmann. Bruhn kennt seine Mädchen schließlich am besten.

Die erfolgreiche Arbeit ist aber nicht nur Verdienst von Harald Bruhn. Auch mit ihren Betreuern hatten die Mädchen immer Glück, sagen sie: Ob in den Anfangsjahren Dennis Thielemann oder aktuell Christian Ellers und Achim Möll, Vater von Spielerin Sandrina Möll.

Achim Möll sei ein Organisationstalent. „Ohne ihn würde hier alles kreuz und quer, drunter und drüber gehen“, sagt Celine Langschmidt. Außerdem sei er ein Spaßvogel, habe immer einen Spruch auf den Lippen. Christian Ellers, der die A-Mädchen in der kommenden Saison als Trainer übernimmt, sei „ein neuer kleiner Harald“ – ein ehrgeiziger Kumpeltyp.

Achim Möll betont, wie wichtig auch die Eltern in den vergangenen Jahren gewesen seien: „Bei 14 spielenden Mädels haben wir bestimmt noch einmal die gleiche Anzahl an Helfern im Hintergrund, die den Mädchen den Rücken frei halten und das Ganze sehr stark unterstützen.“

Etwa Karin Bredenkötter, Mutter von Nele Bredenkötter, die als Fitnesstrainerin die Mädchen fit für die Doppelbelastung gemacht hat. Denn viele der Mädchen spielen bereits jetzt in den Frauen-Teams mit. Mehr noch: Sie sind dort bereits feste Größen. Sie halfen entscheidend mit, dass die Frauen vergangene Saison in die Landesliga aufstiegen und in der laufenden Saison auf Rang zwei stehen. Ganz nebenbei führt Neele Bruhn mit derzeit 120 Toren die Torjägerliste der gesamten Landesliga an.

Im kommenden Jahr peilen die Frauen den Aufstieg in die Verbandsliga an. Ohne die Doppelbelastung dürfte es eine leichtere Saison als die aktuelle werden, sagt Harald Bruhn und ergänzt: „Wenn wir den Aufstieg schaffen, kann ich eigentlich aufhören.“ Dann ist seine Mission erfüllt.

Aber noch ist es nicht so weit. Morgen wird erst mal angestoßen. Auf die gemeinsame Zeit, die Freundschaft, die Erfolge – und vielleicht auch auf die Zukunft.

Die Mannschaft 2015/2016:

Ann Kathrin Bohnhorst, Tabea Sens, Jana Kummer, Michelle Daniel, Nele Bredenkötter, Celine Langschmidt, Franka Bödding, Sandrina Möll, Sabrina Hoischen, Lisanne Knost, Emma Hoppe, Neele Bruhn, Neele Hartmann, Celine Wiedemann, Franziska Langelahn, Lorena Tacke, Christina Clemens.

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