Emotionale Momente nach dem letzten Spielvon „unabsteigbaren“ Varlern

Numrich geht mit heißem Tanz und Ritterschlag

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Innige Umarmung: Für die Varler Verantwortlichen war die Verabschiedung von Sebastian Numrich – wie man hier bei Mario Lange sieht – eine Herzensangelegenheit.

Varl - Von Andreas Gerth. Union Varl wie der HSV – unabsteigbar. „Die Uhr läuft auch bei uns weiter“, lachte Geschäftsführer Ingo Schmalgemeier am Sonntagnachmittag, als der Klassenerhalt des Fußball-Bezirksligisten perfekt war. Die Varler hatten es wie die Hamburger in der Bundesliga tatsächlich noch einmal geschafft, dem Abstieg von der Schippe zu springen. Umso schöner fielen im „United-Park“ im Anschluss an den 6:1-Sieg gegen Theesen II die Verabschiedungen aus, bei denen einer natürlich im Mittelpunkt stand.

„Dreimal in Folge den Klassenerhalt geschafft, das ist der Ritterschlag für Sebastian Numrich“, betonte Vereinsvorsitzender Uli Eikenhorst, nachdem er sich aus einer der unzähligen Umarmungen gelöst hatte. Für ihn, den Sportlichen Leiter Mario Lange und die anderen Verantwortlichen war es eine Herzensangelegenheit, den nach fünf Jahren in der „United-Familie“ ausscheidenen Trainer mit dem Klassenerhalt und nicht mit dem lange Zeit drohenden Abstieg verabschieden zu können. Das wurde bei der emotionalen Abschlussfeier vor der Mannschaft und dem ausharrenden Rot-Weißen-Anhang sehr deutlich.

Andre Lange: „Danke

für die geile Zeit“

„Danke für die geile Zeit“, fasste Andre Lange zusammen. Der Kapitän sprach damit für die Mannschaft, die Numrich 2010 übernommen hatte und nach dem Fast-Abstieg im Vorjahr auf Anhieb auf Platz drei in der Kreisliga A führte. Ein Jahr später gelang schon der große Wurf: Erstmals in der Vereinsgeschichte wurden die Varler Kreismeister und stiegen in die Bezirksliga auf. Und dort schaffte der Dorfverein das Kunststück, dreimal in Folge und dreimal am letzten Spieltag den Klassenerhalt zu sichern.

„Das nächste Mal aber bitte ein bisschen eher“, lachte Uli Eikenhorst. Zuvor hatte er das Erreichte als „sensationell“ und „unfassbar“ bezeichnet, „nachdem uns Weihnachten der ein oder andere schon abgeschrieben hatte“. Zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft mit 14 Punkten aus 17 Spielen auf einem Abstiegsplatz, und es schien nicht sicher, ob es in der Rückrunde mit Sebastian Numrich als Trainer weitergehen würde.

„Bei uns gehen die Uhren halt ein bisschen anders. Wir waren überzeugt davon, den Klassenerhalt mit der Mannschaft und Sebastian schaffen zu können. Und letztendlich haben wir mit dieser Einschätzung richtig gelegen“, erklärte Mario Lange. Die Unterstützung der Varler Verantwortlichen gilt ab der nächsten Saison Philipp Knappmeyer, der sich am Sonntag ebenfalls über die Zwischenstände am letzten Spieltag informieren ließ und kräftig mitfieberte. Sein Wechsel vom FC Lübbecke zur Varler Union ist seit Monaten geplant.

Doch am Sonntag gehörte die Bühne in Varl noch einmal Sebastian Numrich. Seine Spieler bedankten sich mit einem Trikot, einer Fotocollage – und einem heißen Tanz, bei dem Numrich beinahe die Hose abhanden gekommen wäre. „Wir sagen danke für fünf geile Jahre“, so Moderator Kandy May, der Numrich natürlich nicht ohne einen seiner spitzen Sprüche verabschiedete: „Du kannst jetzt gehen, aber vorher den Trainingsanzug abgeben...“

Numrich selbst blieb – eigentlich wie immer – nach außen hin ruhig und gelassen. Doch auch er konnte sich der Emotionalität des Moments nicht ganz entziehen. „Wir alle können stolz darauf sein, was der Verein in den letzten Jahren geschafft hat. Fast alle Spieler kommen aus der eigenen Jugend. Es war eine ganz große Zeit - danke!“

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