Handball-Bundesliga: Lübbecker Blamage gegen Absteiger TV Emsdetten

Mit einem Spiel viel kaputt gemacht

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Trost vom Gegner: Lübbeckes Ex-Coach Gennadij Chalepo (r.) versucht Drago Vukovic aufzubauen. ·

Lübbecke - Von Andreas GerthBeim TuS N-Lübbecke hat es am Samstagabend gerumst und gescheppert. Dabei hatte Trainer Dirk Beuchler noch gewarnt: „Wir dürfen uns die gute Saison nicht mit einem Spiel kaputt machen.“ Ein verhallter Appell. Mit der 27:35 (13:16)-Heimniederlage gegen Absteiger TV Emsdetten ist der Schaden angerichtet.

Eine Blamage in eigener Halle mit acht Toren Unterschied gegen den als Absteiger feststehenden Tabellenletzten – die 1796 Zuschauer in der Merkur-Arena, sofern sie denn nicht schon vor dem Schlusspfiff nach Hause gegangen waren, verabschiedeten eine desolate Heimmannschaft mit Kopfschütteln und Pfiffen in die Kabine. Trainer Dirk Beuchler hatte immer wieder betont, mehr Fans in die Halle locken zu wollen, doch mit Leistungen wie der am Samstag werden es höchstens weniger.

Beuchler begann direkt nach dem Spiel damit, die Scherben zusammen zu kehren, doch die Aufräumarbeiten werden die Verantwortlichen im vermeintlich „Stärksten Dorf im Land“ noch länger beschäftigen. Dafür sorgt die Bestandsaufnahme: Trotz Appells des Trainers („Es ist das eingetreten, wovor ich gewarnt hatte“) wie schon im Hinspiel gegen den Tabellenletzten verloren, 1:11-Punkte in Folge eingefahren und am kommenden Sonntag, 18. Mai (15.30 Uhr), im letzten Heimspiel der Saison die Torjäger des THW Kiel zu Gast – zu tun gibt es beim TuS N-Lübbecke im Saisonendspurt genug.

Die Vorstellung der Mannschaft am Samstag: Eine Großbaustelle. Hinten löchrig und ohne professionelle Arbeitseinstellung, vorne ohne Durchschlagskraft und Handwerkszeug. Wie eine Abrissbirne, die nicht den Gegner trifft, sondern in den eigenen Reihen wütet und ein Chaos hinterlässt. Und das, obwohl die Chance auf das Erreichen der 30-Punkte-Marke und damit auf eines der besten Ergebnisse der letzten Jahre auf dem Silbertablette lagen. Weggeworfen, zugeschüttet und plattgewalzt.

Das Wiedersehen mit Gennadij Chalepo – es wurde für den TuS N-Lübbecke zu einer Katastrophe. Der Ex-Spieler- und Trainer des TuS wurde vor dem Spiel mit warmem Applaus empfangen und ging als kühler Triumphator mit innerer Genugtuung. Seine Mannschaft griff zu, während die Lübbecker nicht einmal die Hand ausstreckten.

„Wir sind gar nicht rein gekommen, und auch verschiedene Formationen haben nicht gefruchtet. Die Mannschaft spielt eine gute Saison, aber am Ende bleibt so etwas dann hängen. Das war ein totaler Blackout von uns“, musste derweil Dirk Beuchler einräumen.

Glaubte man, der Favorit würde die schwache erste Halbzeit und den 13:16- Rückstand noch reparieren können, so funktionierte nach Wiederanpfiff rein gar nichts mehr. Emsdetten, angeführt von Janko Bozovic (zehn Tore) und Ernir Arnarson (9), zog auf 20:14 (33.) davon, und Beuchler rief zur Auszeit nach rekordverdächtigen 180 Sekunden. Doch das gerissene Loch war nicht mehr zu kitten, weil nicht einer seiner eingesetzten Spieler (Christian Dissinger fehlte, Arne Niemeyer gab ein kurzes Comeback) Normalform erreichte. Auch wenn der TuS zehn Minuten vor Spielende auf 24:28 und 25:29 herankam, zu verhindern war der Totalschaden nicht mehr.

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