„Schreibende Viererkette“ ist sich nicht ganz einig bei der Auswahl der Titelkandidaten für die neue Kreisliga A-Saison

Dielingen, SuS oder doch mal „Vizestedt“ ?

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Drin geblieben: Die Leverner Henrik Rümke (v.r.), Marius Helmich, Tobias Hafer, Marcel Neugebauer, Nils Langelahn und Steven Hafer feiern den Nichtabstieg. ·

Lübbecke - Sie schießen keine Tore, sondern Fotos. Sie begehen keine Fouls, beherrschen aber die verbale Grätsche. Um Titel geht es für sie nur auf der Tastatur. Ihr Motto: Überschrift statt Übersteiger ! Die Rede ist von den Mitgliedern der „Schreibenden Viererkette“. Das sind Willi Pries, Florian Haase, Michael Meier und Andreas Gerth. Das Quartett ist im Namen des heimischen Lokalsports seit vielen Jahren im Fußballkreis Lübbecke unterwegs und geht regelmäßig dorthin, wo es wehtut: Zum Sportplatz. Auch diesmal gibt es vor dem Anpfiff zur Saison 2013/2014 kein Vorbeikommen an der Viererkette, die die 16 Mannschaften der Kreisliga A – mal ernsthaft, mal spaßig – unter die Lupe genommen hat. Und sollten 50 Prozent der Viererkette Recht behalten, dann steht nach dem 30. Spieltag der TuS Dielingen ganz oben.

• A wie Alswede – oder A wie Absteiger ? Angesichts einer Flut von Abgängen (Pieper, Jahnke, Warkentin, Schmidt, Kirchner, Hageböke, Neumann, Yalda) sicher keine ganz abwegige Vermutung. Doch mit dem Pokalsieg in Frotheim haben Alswedes „Altherren“ schon mal gezeigt, dass sie es den „Greenhorns“ der Liga nicht einfach machen werden. „Ein Ritt auf der Rasierklinge, aber für mich kein Absteiger“, sagt Michael Meier.

• BSC Blasheim: Die Bunde-Bande hat vom Trainer eine ehrgeizige Vorgabe mit auf den Saisonweg bekommen. „Ein Platz im oberen Tabellendrittel soll es schon sein“, sagt Thorsten Bunde, der sein Team mit Andre Kirchner und Henning von der Ahe gut verstärkt sieht. Die Viererkette traut dem BSC Platz sieben bis neun zu – mehr aber nicht.

• TuS Dielingen: Um es gleich vorweg zu nehmen. Zwei aus der Viererkette tippen die Gelb-Blauen auf Platz eins, einer auf zwei. Soll heißen: Wer Kreismeister werden will, muss an Tom Westerwalbesloh und seinen Dielingern vorbei. Mit dem früheren Oberliga-Spieler sind an der Landesgrenze hohe Erwartungen geknüpft. „Das ist die Herausforderung, der ich mich stelle“, betont der 29-Jährige. Diese Argumente sprechen für Dielingen: Eine bärenstarke Rückrunde, eine eingespielte Mannschaft mit guter Bank und eine – im Gegensatz zu manchem Konkurrenten – gefestigte Defensive, und die gewinnt bekanntlich nicht nur Spiele, sondern Meisterschaften.

• TuRa Espelkamp: „Wieder mal der Geheimfavorit“, ist sich die Viererkette einig. Für die Alt-Espelkamper spricht, dass man so viel Verletzungspech, wie in der vergangenen Saison, nicht noch einmal haben kann. Auch die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ Willi Rogalsky wird dem Team gut tun. „Doch für ganz oben ist TuRa hinten zu anfällig“, sagt Willi Pries.

„Türk Gücü

ein Pulverfass“

• Türk Gücü Espelkamp: „Ein Pulverfass, das allen Gegnern, aber auch den eigenen Leuten um die Ohren fliegen kann“, meint Michael Meier. Neu-Trainer Tevfik Cengiz verfügt über starke Neuzugänge und Offensivpower. Cengiz muss aber auch die drei großen Ws in den Griff bekommen: Die Wochenspiele, den Winter und die Wankelmütigkeit seiner Spieler. Deshalb, so die Viererkette, steht Türk Gücü am Ende wieder nicht unter den Top 3.

• VfB Fabbenstedt: „Eine spannende Mannschaft“, urteilt Michael Meier (der ja noch selber einen Spielerpass beim VfB haben soll). Das Team von Jens Gerdom profitiert von der guten Arbeit Malte Grabenkamps bei den A-Junioren. Auch diesmal kommen die Fabbenstedter mit Potenzial und vielen jungen Talenten daher, von denen sich übrigens einige mit einer Mallorca-Fahrt auf den ersten Spieltag „vorbereiteten“.

• VfL Frotheim: Angesichts der elementaren Abgänge von Meyhoff, Pott, Olfert und Löwen sowie der Pokalniederlage gegen Alswede kann einem Angst und Bange werden, wenn es um die Saisonaussichten des Bezirksligaabsteigers geht. „Frotheim muss erst einmal Punkte sammeln, um nicht unten rein zu rutschen“, sagt Florian Haase. Ein Bollmeier allein sei zu wenig.

• SuS Holzhausen sprengt die Viererkette. Von Platz eins (Michael Meier), drei, fünf und noch weiter hinten ist bei den Tipps alles dabei. Meiers Argumente: „Jörg Bohlmann kann die Mannschaft immer noch mitreißen, der Kader ist dank der Neuzugänge richtig gut aufgestellt und sie haben einen guten Mix zwischen jungen und erfahrenen Spielern.“ Zudem sind die Holzhauser „Dielingens Angstgegner“.

• SV Hüllhorst-Oberbauerschaft: „Abstiegskandidat“, „Schwerwiegende Abgänge“, „Riesen Probleme“. Wie aus der Pistole geschossen kommen die Kommentare der Viererkette, als es um die Bewertung des SVHO geht. Es fallen aber auch die Namen Helpling und Neuzugang Kaoa Omar, Hüllhorsts Tore schießende Hoffnungsträger. „Sollte Hüllhorst Weihnachten ganz unten stehen, kann das Christkind ja auch noch was bringen“, lacht Michael Meier.

• „Vizestedt“ – sorry: SC Isenstedt. Der Fast-Meister wird mit dem Makel, es wieder am letzten Spieltag vergeigt zu haben, leben müssen. Können sich die Isenstedter ein weiteres Mal aufrauffen ? Florian Haase sagt ja. „Der ISC erinnert mich an Mainz. Die haben den Aufstieg in die Bundesliga auch mehrmals ganz knapp verpasst und ein Drama erlebt, bis sie es dann doch geschafft haben.“ Sagt Haase und tippt „Vizestedt“ auf Platz eins.

• TuS Levern: Euphorie des Nichtabstiegs, der begehrte Leistungsträger Marius Helmich ist geblieben, mit Piet Nobbe ein neuer Torhüter und ein lange verletzter Thomas Uhlig in der Hinterhand – die Vorzeichen beim TuS Levern stehen gar nicht mal schlecht. Das Urteil der Viererkette: Für den Klassenerhalt reicht es auch diesmal.

• FC Lübbecke: Hamel, Halili und der polnische Zungenbrecher Srycz – die Lübbecker haben sich sehr ordentlich verstärkt. Für zusätzliche Motivation steht Philipp Knappmeyer als neuer Spielertrainer. In guter Erinnerung ist noch der bärenstarke Start in der vergangenen Saison mit sechs Siegen – danach war die Flasche bei den Bierstädtern allerdings leer.

• BW Oberbauerschaft: Die 1:2-Niederlage erst nach Verlängerung gegen Landesligist TuS Tengern im Kreispokal hat aufhorchen lassen. „Trotzdem ein Kandidat für die unteren Plätze“, meint die Viererkette.

• SSV Pr. Ströhen: „Mal sehen wie die Ströher die Umstellung von Aufstiegsrennen auf Abstiegskampf hinbekommen“, ist Willi Pries auf das Abschneiden des Aufsteigers gespannt. Der hat in Tim Rewald einen erfahrenen Spieler dazu bekommen und kann zudem auf den vereinsinternen Zusammenhalt und die Heimstärke setzen. „Sie werden sich halten“, schlussfolgert Willi Pries.

Pries überzeugt:

SSV wird sich halten

• TuS Tengern III: „Eine dritte Mannschaft, die sich seit Jahren im Kreisoberhaus hält, das verdient Anerkennung“, betont Andreas Gerth. Neuer Trainer der für ihre 13-Uhr-Heimspiele gefürchteten Kleeblätter ist Kai Sander, der als vorheriger A-Jugend-Coach einen guten Draht zu den jungen Spielern hat. Und sollte es doch einmal eng werden, kann die Dritte immer noch auf personelle Verstärkung von oben hoffen.

• SC BW Vehlage: Das Beste zum Schluss ? Ganz so weit wollte die Viererkette dann doch nicht gehen, ist sich aber einig darin, dass der Aufsteiger eine sehr gute Rolle spielen wird. Andy Gerth haut sogar ein „Platz drei bis fünf“ raus. „Die Vehlager kennen seit zwei Jahren nur das Gewinnen. Interessant wird es, wie sie mit Rückschlägen umgehen“, kontert Florian Haase und glaubt nicht an den Tipp seines „Chefs“.

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