TuS Dielingen feiert Kreispokal-Triumph und schreibt Geschichte/VfB in Verlängerung geknackt

Sieg des Willens

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Dielinger Freudenknäuel: Stefan Lekon hat das 2:1 erzielt.

Fabbenstedt - Von Andreas Gerth. „Wir haben es zwei Mal in Folge ins Finale geschafft, wir waren jetzt einfach mal dran!“ Tom Westerwalbesloh, Spielertrainer des Fußball-A-Ligisten TuS Dielingen, war kaputt und einfach nur happy. Er und seine Mannen feierten gestern Abend im Endspiel des Lübbecker Kreispokals gegen den VfB Fabbenstedt einen „Sieg des Willens“, nachdem sich beide Mannschaften 120 Minuten lang bearbeitet hatten. Dielingen machte einen 0:1-Rückstand wett, glich durch „Joker“ Taskin Türker aus und setzte in der Verlängerung die entscheidenden Stiche durch Stefan Lekon und Ephraim Pieper zum 3:1-Endstand.

Gleichzeitig schreiben die Dielinger Geschichte. Erstmals seit 17 Jahren hat eine Mannschaft den Kreispokal-Thron erklommen, die nicht TuS Tengern oder FC Preußen Espelkamp heißt. Als Kreispokalsieger dürfen sich die Gelb-Blauen jetzt auch auf die Teilnahme am Westfalenpokal im kommenden Jahr freuen.

Viele Komplimente und die ehrliche Anerkennung des Siegers hatten sich gester Nachmittag jedoch auch die unterlegenen Fabbenstedter verdient. Der Überraschungsfinalist lieferte dem TuS Dielingen einen großen Kampf und lag durch Felix Drostes Führungstreffer bis zur 65. Minute auf der Siegerstraße. „Letztlich ist der Dielinger Sieg verdient. Schade nur, dass er aus unserer Sicht etwas unglücklich zustande gekommen ist“, so VfB-Spieler Ludwig Zeller. Damit meinte er den Treffer zum Dielinger 1:2, dem ein Foulspiel vorausgegangen sein soll. Trotz massiver Protest der Gastgeber gab Schiedsrichter Thomas Peters den Treffer, der die Waagschale kippen ließ.

Den ersten richtigen Aufreger in der umkämpften Partie hatte es in der 13. Minute gegeben. Auf Westerwalbeslohs spektakulären Schuss antwortete Fabbenstedts Torhüter Henning Bremermann mit einer ebenso spektakulären Parade. Gegen zunächst überlegen auftretende Dielinger versteckten sich die fabbenstedter keineswegs. In der 2. Minute verzog Felix Droste in aussichtsreicher Position noch, in der 34. Minute war der junge Angreifer dann aber zur Stelle. Eine zu kurze Rückgabe von Dielingens Innenverteidiger Ali Jakob-Döpke auf Torwart Daniel Bei der Hake hob Droste mit feinem Füßchen in die Maschen – 1:0.

Dielingen war geschockt, und der VfB hätte sogar nachlegen können. Ein scharfer Freistoß von Daniel Sawatzky verfehlte sein Ziel nur knapp.

Dielingen kam wütend aus der Kabine, machte Druck, doch der letzte Pass in die Spitze kam nicht an. Westerwalbesloh, der auf dem Spielfeld quasi überall zu finden war, hatte mit seinen Auswechslungen eine glückliche Hand. Taskin Türker war erst eine Minute im Spiel, da erreichte ihn ein abgefälschter Schuss, den er nervenstark zum 1:1 (65.) einnetzte.

Doch Dielingens Anrennen hatte Kraft gekostet. Mit Ausnahme eines raffiniert getretenen Freistoßes von Westerwalbesloh (Pfosten) und eines weiteren Versuchs des Spielertrainers (Bremermann parierte) kam nicht mehr viel in der regulären Spielzeit.

Erst in der Verlängerung riskierten die Nordkreisler wieder mehr – und das sollte sich auszahlen. Stefan Lekon gelang im Nachsetzen das 2:1 (102.). „Das war ein Foul, das muss der Schiedsrichter sehen“, ärgerte sich VfB-Coach Jens Gerdom in dieser Szene. In der 109. Minute legten die Dielinger noch einen Treffer nach. Das 3:1 war eine Koproduktion der beiden eingewechselten Taskin Türker und Ephraim Pieper.

„Der Ausgleich zum 1:1 war ungeheuer wichtig für unser Spiel“, gab Tom Westerwalbesloh nach dem Abpfiff zu. Er freute sich für seine Mitspieler, „die sehr, sehr viel in dieses Spiel investiert haben.“

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