Fußball-Bezirksliga: Ralf Schlottmann freut sich auf das Duell gegen Preußen und die Feier bei der Schwiegermutter

„Dem Verein ein bisschen was wiedergeben“

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Vom gefürchteten Torjäger zum Co-Trainer und „Mädchen für alles“. Ralf Schlottmann möchte dem Verein etwas zurückgeben und helfen, die Mannschaft weiter zu entwickeln. Das Derby am Sonntag gegen Preußen findet allerdings ohne ihn statt. ·

Minden-luebbecke - Von Andreas GerthVARL · Auch Ralf Schlottmann vermag auf Anhieb kein Licht ins Dunkel zu bringen. „Es muss ewig lange her sein, dass wir gegen die Erste von Preußen Espelkamp gespielt haben“, sagt er. Doch einmal Blut geleckt lässt der Ur-Varler und jetzige Co-Trainer des Fußball-Bezirksligisten nicht locker und fördert Folgendes zu Tage: „In der Kreisliga A- Saison 2004/2005 haben wir am 26. Spieltag zu Hause gegen Preußen gespielt. Wir haben mit 5:6 verloren, und Torben Kreienbrock hat fünf Tore für die Preußen erzielt“, berichtet Schlottmann – und verschweigt, dass er in dieser Partie als dreifacher Torschütze für seine Varler in Erscheinung trat.

Der 45-Jährige freut sich nun auf das „Derby-Comeback“ morgen Nachmittag in Varl, das allerdings ohne ihn stattfindet. „Ich muss am Sonntag zu einer Familienfeier, und seiner Schwiegermutter darf man ja nicht absagen“, lacht Ralf Schlottmann. Er ist sich sicher, dass „die Jungs das auch ohne mich hinbekommen.“

Gleichwohl weiß der Co-Trainer der Rot-Weißen um die Rollenverteilung: Auf der einen Seite die Varler Union, für die auch das zweite Jahr in der Bezirksliga ein großes Abenteuer ist, auf der anderen Seite die erfolgsverwöhnten Espelkamper, die seit dem Aufstieg als Kreismeister der Saison 2005/2006 ununterbrochen in der Bezirks- und Landesliga kicken und nach dem Abstieg in der Vorsaison eigentlich gleich wieder die Rückkehr in die Landesliga angepeilt haben. „Die Tabelle hat jetzt noch keine Aussagekraft. Ich sehe die Preußen trotz ihres nicht guten Starts am Ende unter den Top fünf. Für uns heißt das, dass wir am Sonntag ans Limit gehen müssen, vielleicht sogar ein bisschen darüber hinaus“, betont Ralf Schlottmann.

Für ihn gab es immer nur einen Verein. „Ich habe bei den Mini-Kickern angefangen und bin in Varl geblieben, obwohl es das ein oder andere Angebot gab. Heute sehe ich das ein bisschen anders. Wenn einer das Potenzial hat und es sich zutraut, dann soll er ruhig mal etwas anderes ausprobieren“, meint der frühere Stürmer. Er habe dem Verein viel zu verdanken. „Richtig schätzen lernt man das aber erst später aus einem anderen Blickwinkel. Die Arbeit als Co-Trainer ist für mich die Gelegenheit, dem Verein ein bisschen davon zurückzugeben.“

Seine Aufgabe als Co-Trainer und „Mädchen für alles“ sieht Schlottmann vor allem darin, Trainer Sebastian Numrich zu entlasten und den Rücken frei zu halten, „damit er sich auf das rein Sportliche konzentrieren kann.“ Die jungen Spieler haben in Ralf Schlottmann einen Ansprechpartner mit geballter Erfahrung. „Wenn ich ihnen die ein oder andere Hilfestellung geben kann, freut mich das natürlich. Im Gegenzug versuche ich die Jungs immer wieder neu zu motivieren.“

Letzteres wird im morgigen Heimspiel wohl eher nicht notwendig sein. In dieser Hinsicht dürfte das Duell zwischen dem Dorfverein und dem Nachbarn mit dessen eigenem Selbstverständnis zu einem Selbstläufer auf Varler Seite werden. Darüber hinaus geht es am Sonntag um drei wichtige Punkte, die sowohl den Gastgebern nach einem Sieg und zwei Niederlagen als auch den Espelkampern (zwei Niederlagen, ein Unentschieden) gut zu Gesicht stehen würden.

„Brauchen uns nicht

zu verstecken“

„Ich denke, dass wir gut gestartet sind, auch wenn man das an Hand der Punkte nicht unbedingt ablesen kann“, erklärt Ralf Schlottmann. „Beim Sieg in Werther haben wir von drei Elfmetern profitiert, doch die kann man nur bekommen, wenn man zielstrebig nach vorne spielt. Das Heimspiel gegen Quernheim war ein ganz enges Match mit dem unglücklicheren Ende für uns. Und in Holsen hat zumindest die zweite Halbzeit gezeigt, dass wir uns in der Bezirksliga nicht zu verstecken brauchen – auch nicht vor Preußen Espelkamp.“

Bleibt noch die Frage, auf die selbst Ralf Schlottmann keine Antwort weiß: „Wann hat Union Varl in einem Punktspiel gegen Preußen Espelkamp gewonnen ? Vielleicht ist am Sonntag jemand am Platz, der sich daran erinnern kann...

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