Bundesliga: Beim TuS N-Lübbecke liegen Nerven blank nach Heimniederlage

Torhüter vergreift sich an Fan, Teammanager im Ton

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Zugepackt: Nikola Blazicko attackiert einen Fan auf der Zuschauertribüne, eine Aktion, die für den Torhüter des TuS N-Lübbecke zweifelsohne ein Nachspiel haben wird.

Lübbecke - „So geht es nicht weiter, sonst landen wir in der 2. Liga“. Armin Gauselmann, Sprecher des Wirtschaftsbeirats, des Handball-Bundesligisten TuS N-Lübbecke, hatte am Samstagabend nach der 24:26 (12:13)-Heimniederlage gegen die TSG Friesenheim im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, um die Ausraster zwei seiner Angestellten in den Griff zu bekommen.

Konsterniert: Zlatko Feric (r.) ließ sich zu einer Beleidigung eines Gästespielers hinreißen, TuS-Chef Armin Gauselmann hatte alle Hände voll zu tun und griff deeskalierend ein.

Torhüter und Kapitän Nikola Blazicko hatte sich nach dem Schlusspfiff zu einer Tätlichkeit gegen einen pfeifenden und schimpfenden Zuschauer hinreißen lassen – Gauselmann griff deeskalierend ein und wies Blazicko in die Kabine. „So ein Verhalten ist selbstverständlich nicht zu dulden“, kündigte Gauselmann an. Schon während des Spiels hatte Gauselmann eingreifen müssen, als Lübbeckes Teammanager Zlatko Feric den Friesenheimer Kreisläufer (und früheren Lübbecker) Oliver Tesch nach einem vermeintlichen Foul an Vuko Borozan aufs Übelste beleidigt hatte. Diese beiden Szenen sind der deutliche Beleg dafür, dass beim sportlich abermals enttäuschenden TuS N-Lübbecke die Nerven blank liegen.

„Das war ein charakterloser Auftritt der Mannschaft. Wir haben schon so viel Geduld bewiesen, doch die ist endlich. Ich beobachte die Entwicklung in der Mannschaft seit geraumer Zeit sehr genau. Es ist viel geredet worden, doch die versprochenen Taten bleiben aus. Deshalb kann ich die Pfiffe der Zuschauer durchaus nachvollziehen. Ich habe den Eindruck, dass die Spieler ihre eigenen Leistungen nicht selbstkritisch genug reflektieren“, redete Gauselmann Klartext.

Er wolle die nächsten Tage dazu nutzen, um in Ruhe weitere Entscheidungen abzuwägen. Gestern gab es ein Treffen zwischen Gauselmann Uwe Kölling und Zlatko Feric. Natürlich ist dabei besonders die Position von Trainer Dirk Beuchler („Das war ein blutleerer Auftritt der Mannschaft“) gefährdet.

„Zu wenig Emotionen, zu wenig Leistung“

„Wir haben es nicht geschafft, die nötige Aggressivität in der Abwehr aufzubauen. Unter dem Strich waren das zu wenig Emotionen und zu wenig Leistung. Beim 18:17 hatte ich kurzfristig die Hoffnung, wir bekommen es hin, doch anschließend ist wieder alles schief gelaufen“, musste Dirk Beuchler konstatieren, nachdem er kurz nach der Partie apathisch in der Kabine gesessen hatte.

Die Mängelliste des Samstagabends ist lang: weder Nikola Blazicko noch Malte Semisch boten einen Rückhalt im Tor. Die Abwehr fasste angesichts der Bedeutung der Partie nicht kompromisslos genug zu. Drago Vukovic, der Führungsspieler der vergangenen Jahre, ist aktuell nur noch ein Schatten seiner selbst und reißt niemanden mehr mit. Christian Dissinger schafft es einfach nicht, Konstanz in seine Auftritte zu bekommen. Vom Kreis (Christian Klimek und Frank Loke enttäuschten abermals) geht zu wenig Torgefahr aus.

Im rechten Rückraum mühte sich der angeschlagene Gabor Langhans mehr schlecht als recht. Von den Außen (Remer, Tauabo und Schubert) kommt ebenfalls zu wenig. Der kämpferisch starke Niclas Pieczkowski und Vuko Borozan sind noch nicht dazu in der Lage, in brenzligen Situationen das Team zu führen. In dieser Verfassung droht tatsächlich der Abstieg in die 2. Liga.

DK

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