39. Internationales Pfingstturnier des TuS Stemwede

Red Bull Brasil ballert sich zum Premieren-Titel

Großer Jubel beim Champion – die lange Anreise hatte sich gelohnt: Red Bull Brasil triumphierte bei der Pfingstturnier-Premiere in Stemwede. - Foto: Hanke

Stemwede - Von Maik Hanke. „Das sind nicht normale Brasilianer. Das sind europäische Brasilianer.“ Christian Bäcker vom Turnier-Team war beeindruckt. Red Bull Brasil hat die Erwartungen der Veranstalter übertroffen.

In überzeugender Manier und extrem schneller Spielkultur gewannen die Südamerikaner das 39. Internationale Pfingstturnier des TuS Stemwede. Im Finale besiegte der Turnier-Neuling Aalborg BK aus Dänemark mit 5:3 (0:0) nach Elfmeterschießen. Es war das einzige Spiel, das die Brasilianer nicht klar gewannen.

Am Ende des Turniers merkte man: Auch die Brasilianer, die in den ersten Spielen blitzschnell übers Feld gerannt – beinahe geflogen – waren, waren allmählich müde. Ihre beste Chancen im Finale hatten sie bereits in der sechsten Minute. Mittelstürmer Hiago Ribeiro de Barros schloss aus aussichtsreicher Position links am Strafraumrand ab. Sein strammer Schuss streifte aber nur die Latte.

Wort- und gestenreich coachte der brasilianische Trainer seine Jungs zum Titel. - Foto: Pollex

Danach taten sich die Brasilianer gegen stabil stehende Dänen schwer. Ohne weitere Höhepunkte ging es in die Pause. Moderator Mario Lüke fasste treffend zusammen: „Die schweren Beine tragen sich nicht mehr ganz so leicht.“ In der zweiten Hälfte investierte RB Brasil wieder mehr als die Dänen ins Spiel nach vorne, zu ernsten Torchancen kamen sie aber nur selten. Die besten Gelegenheiten waren durch Schüsse aus der zweiten Reihe.

In der 40. Minute segelte ein abgefälschter Schuss von Alisson Raimundo de Souza über das Tor. Deutlicher drüber ging der Versuch von seinem Flügel-Kollegen auf der linken Seite, Vitor Vieira (46.).

Zum ersten Mal gelang es den Brasilianern, die bereits in der Vorrunde auf Aalborg getroffen waren, nicht, das Abwehrbollwerk zu knacken. Ein Elfmeterschießen musste zur Entscheidung her.

Die Dänen, die bereits das Halbfinale mit dem Entscheidungsschießen vom Punkt gegen Atlético Nacional aus Kolumbien gewonnen hatten, hatten dieses Mal das Nachsehen. Bereits den ersten Schuss versemmelte Joakim Maehle, als er versuchte, cool in die Mitte zu lupfen. Alle weiteren Schützen trafen zwar, aber die Brasilianer gaben sich keine Blöße, versenkten alle Schüsse – auch wenn Aalborg Torwart Rasmus Futtrup oft in der richtigen Ecke war.

Nur im Finale gelang Red Bull Brasil um Flügelstürmer Alisson Raimundo de Souza kein Tor in der regulären Spielzeit. Die Brasilianer waren der insgesamt verdiente Turniersieger. - Foto: Hanke

Es war am Ende ein hochverdienter Turniersieg der Brasilianer, die in allen Spielen zuvor der Konkurrenz kaum eine Chance gelassen hatte und in allen fünf Spielen ohne Gegentor geblieben war – vom Elfmeterschießen mal abgesehen. Mit 2:0-Siegen gegen den SV Rödinghausen, Aalborg BK und den 1. FC Nürnberg spurteten die Brasilianer durch in der Vorrunde, im Halbfinale war für den FC Fulham Schluss – wieder hieß es am Ende 2:0.

Red Bull Brasil überzeugte vor allem durch sein unfassbar schnelles Umschaltspiel nach vorne. Herzstück der jungen Mannschaft war die offensive Flügelzange von Alisson Raimundo de Souza und Vitor Hugo Araujo Vieira. Die beiden waren nicht nur schnell, sondern verfügten auch bei hohem Tempo über eine außergewöhnliche Technik und sichere Ballbehandlung. Beeindruckend auch, wie sie oft aus der Innenverteidigung heraus mit langen Bällen gefüttert wurden.

Die einzige Mannschaft, der es gelang, diesen Sturm in den Griff zu bekommen, war Aalborg im Finale. Die Dänen spielten ein gutes, aber kein überragendes Turnier, überzeugten vor allem als Kollektiv. Nach einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage zog das Team ins Halbfinale ein, wo es knapp nach Elfmeterschießen gewann.

Etwas stärker sah in der Vorrunde der FC Fulham aus, der wie Atlético Nacional in der Vorrunde ohne Niederlage blieb, durch Lospech aber schon im Halbfinale auf Red Bull Brasil traf. Gegen einen anderen Gegner wäre für die Engländer womöglich das Finale drin gewesen.

Eine positive Überraschung des Turniers war auch der SV Rödinghausen, der für Hannover 96 eingesprungen war, und am Ende auf Platz fünf landete. Es zeigte: Das Problem der kurzfristigen Spielabsagen hatten die Veranstalter gut in den Griff bekommen. Sampdoria Genua, der Ersatz für Werder Bremen, wurde Sechster. „Ich glaube, wir haben uns mit den kurzfristigen Änderungen noch verbessert“, sagte ein zufriedener Christian Bäcker fürs Turnier-Team.

Einen Strich durch die Rechnung machte den Verantaltern lediglich das Wetter, das nur einige Hundert Zuschauer kommen ließ. Ansonsten war es ein hervorragend organisiertes Turnier, das auch von den Teams nur Lob bekam. Die professionelle Umsetzung des Stadion-TV auf der großen Videowand durch Henrik Teske und sein Team setzte außerdem einen noch höheren Standard für die Zukunft. Für die Veranstalter ist klar: Jubiläums-Turnier Nummer 40 kann im nächsten Jahr kommen.

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