Lübbecker siegen knapp mit 30:29 im 62. Derby der Handball-Bundesliga

TuS braucht den Kick und Block von Langhans

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Spannend gemacht: Torhüter Jens Vortmann brachte GWD zurück ins Spiel, hier pariert er einen Siebenmeter. ·

Lübbecke - Von Andreas GerthDer TuS führte mit vier Toren Vorsprung und schien einem sicheren Sieg entgegenzusteuern, doch das wäre wohl zu unspektakulär und dem Anlass nicht würdig gewesen, schließlich war es für den Mühlenkreis Minden-Lübbecke das Spiel der Spiele, schließlich war ja Derby. Also machten es der TuS N-Lübbecke – unfreiwillig – und GWD Minden in der ausverkauften Merkur-Arena noch einmal spannend, inklusive Showdown zwei Sekunden vor dem Ende: Freiwurf-Abgabe an Neun-Tore-Mann Nenad Bilbija, ein Wurf in den Block, Jubelszenen auf der einen, geballte Enttäuschung auf der anderen Seite – Derby halt.

„Ich stehe noch unter Schock“, fasste Arne Niemeyer treffend zusammen. Der verletzte TuS-Routinier war einer von den 3250 Zuschauern, die mitfieberten, litten und eine dramatische Schlussphase eines zuvor ungewöhnlich ruhigen Derbys erlebten. Mit dem TuS N-Lübbecke als 30:29 (15:12) Sieger, obwohl die Anzeigetafel nach dem Spiel ein 31:29 zeigte. „Da hat ein Spaßvogel wohl noch einmal auf den Knopf gedrückt“, so Hallensprecher Christian Spönemann.

TuS-Coach Dirk Beuchler reichte der eine Treffer mehr. „Ich bin hochzufrieden, obwohl wir das Spiel früher hätten entscheiden können. Beide Mannschaften haben um jeden Zentimeter gekämpft, die Zuschauer hatten ihren Spaß. Wir haben es noch einmal spannend gemacht, doch der Sieg ist verdient.“ Mindens Trainer Goran Perkovac fühlte sich ans Hinspiel erinnert: „Zum zweiten Mal hat Lübbecke mit einem Tor beide Punkte geholt. Das ist glücklich, aber nicht unverdient.“

Ob nun verdient, „weil wir die ganze Zeit geführt haben“, so TuS-Spieler Jens Schöngarth, oder doch ein bisschen glücklich, „weil meine Mannschaft überragend gekämpft hat und dafür nicht mit einem Punkt belohnt worden ist“, wie Mindens Trainer Perkovac anmerkte, spielte in den emotionalen Szenen nach dem Schlusspfiff keine so große Rolle mehr. Besonders heftig gedrückt wurde hier Malte Semisch. Der erst 21-jährige Torhüter war von Beuchler Mitte der ersten Halbzeit für den glücklosen Nikola Blazicko in den Kasten geschickt worden und machte mit seinen Paraden vielleicht den Unterschied aus, auch wenn die 62. Auflage in der 38-jährigen Derbygeschichte diesmal keinen alleinigen Matchwinner hervorbrachte.

„Dafür bin ich ja da“, wiegelte Malte Semisch ab und gab die Komplimente lieber an die Zuschauer weiter. „Als ich zwei, drei Bälle halten konnte, kamen unsere Fans, das hat mich unheimlich gepuscht.“

Semisch: Zuschauer

haben mich gepuscht

Auch Mindens Torhüter Jens Vortmann hatte die Fäuste geballt, als er beim Stand von 29:27 den Siebenmeter von Schubert abwehrte und der ganz starke Christoph Steinert im Gegenzug zum 29:28 (58.) verkürzte, und das, obwohl Minden nach einer Zeitstrafe und Rot gegen Kunkel mit vier gegen sechs spielte. Auch auf Vukovic' Treffer zum 30:28 antwortete GWD mit Steinert noch einmal. Der finale Showdown mit dem Wurf von Nenad Bilbija und dem Block von Gabor Langhans wurde auch noch geliefert, wie es sich für ein Derby zwischen TuS und GWD gehört.

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