Frank Rodenbeck ist das Keeper-Urgestein beim TuS Levern 

Der alte Mann und das Tor

Frank Rodenbeck ist seit rund 30 Jahren Torhüter beim TuS Levern – und steht diese Saison wieder im Tor der ersten Herren. - Foto: Pollex

Levern - Von Maik Hanke. Es heißt immer, im Fußball gibt es keine Typen mehr. Dabei reicht es oft, einen Blick in die Kreisliga zu werfen. Frank Rodenbeck ist so ein vielzitierter Typ. Das 43-jährige Urgestein steht seit rund 30 Jahren zwischen den Pfosten beim TuS Levern. Beim B-Ligisten ist der fußballverrückte Torwart Anführer und Lautsprecher, Jugend-Coach und Vize-Vereinsvorsitzender. Rodenbeck ist das markante Gesicht des Vereins.

Als Sebastian Schmidt 2014 Trainer beim TuS Levern wurde, hat er in der Kabine beim Blick auf Frank Rodenbeck gesagt: „Dich kenn ich noch von früher.“ Schmidt, jetzt 31 Jahre alt, hatte in der Jugend in Levern gespielt und hatte im Training schon bei Rodenbeck als Keeper der ersten Mannschaft aufs Tor geschossen. Rodenbeck ist noch immer da. Mehr noch: Im Training laufe das Urgestein den meisten Jungspunden noch davon, erzählt Schmidt.

Eigentlich wollte der 43-Jährige schon vor Jahren kürzertreten, nur noch in der Reserve und in der Altliga spielen. Geklappt hat das nie so recht. Zum Saisonstart brauchten die Leverner außerdem einen sicheren Rückhalt. Und wenn Rodenbeck nach all den Jahren im Verein gefragt wird, ob er denn nicht nochmal kann – dann kann er.

„Wenn er gebraucht wird, ist er da“

„Frank ist einer, auf den man sich 1 000-prozentig verlassen kann“, freut sich Sebastian Schmidt. „Wenn er gebraucht wird, ist er da.“ Rodenbeck macht’s ja gerne. „Das Problem ist: Man merkt es halt“, sagt der Torwart, der im Dezember 44 Jahre alt wird. Hier und da zwickt es schon mal, und dann dauert es immer länger, bis das wieder vergeht.

„Eine Grenze habe ich mir nicht gesetzt“, sagt Rodenbeck. Er spiele, so lange er könne. Trotzdem würde er als Torwart der ersten Mannschaft in der kommenden Saison gerne ersetzt werden: „Es wäre ganz schön, wenn im nächsten Sommer ein neuer Torwart kommt“, sagt er. Ansonsten muss er wohl weiter ran.

Einer der ältesten Kreisliga-Spieler im Fußballkreis Lübbecke

Aus dem eigenen Nachwuchs kam beim TuS Levern zuletzt wenig für die Herren-Teams nach. Die talentierten Yannick Bednar und Vincent Lamburn wechselten beispielsweise beide zum FC Preußen Espelkamp. Und so wird auch das Nachwuchstraining ein Stück weit zur Chefsache: Einmal im Monat bringt Rodenbeck den E- und F-Junioren die Grundlagen des Torwartspiels bei.

In der E-Jugend hatte übrigens auch Rodenbeck im Tor angefangen. Das ist rund 30 Jahre her. Jetzt ist er einer der ältesten Kreisliga-Spieler im Fußballkreis Lübbecke – und einer der erfahrensten. Auf dem Feld gibt er daher den Lautsprecher, stellt seine Vorderleute und nimmt sie auch mal ins Kreuzverhör. „Die Jungs werden sagen, der da hinten ist nie zufrieden, der schreit immer rum“, sagt Rodenbeck. „Ich versuche sie halt zu leiten. Ich weiß selber, dass ich es übertreibe.“ Damit wird der routinierte Torwart automatisch zu einer Art Co-Trainer auf dem Feld. Für Trainer Sebastian Schmidt ist das aber kein Problem.

Dass Rodenbeck seine Abwehr selbst stellt, ist aber auch nicht ganz unwichtig: „Wenn die anderen aus 20, 25 Metern ins Eck schießen, dann komm ich da nicht mehr ran“, sagt er mit einem Lachen.

Rodenbeck setzt sich weiter Ziele

Trotz des fortgeschrittenen Fußballeralters setzt sich Rodenbeck immer noch Ziele. Er ist amtierender Ü40-Meister in der Altliga-Hallenrunde und will den Titel in der neuen Serie verteidigen. „Wenn man das Ding mal gewonnen hat, will man es auch verteidigen.“

Ähnlich hält es der Keeper mit der Herren-Meisterschaft. Jahrelang hatte er in der Kreisliga A gespielt und würde gerne nochmal den Aufstieg schaffen. „Das wird ganz eng dieses Jahr“, sagt Rodenbeck. Er vermutet, dass viele Teams um ein Ticket fürs Kreisligaoberhaus mitspielen werden. Zumindest die Chance darauf würde Rodenbeck mit dem TuS Levern gerne bis zum letzten Spieltag wahren. Zurzeit ist Levern Tabellensechster mit sechs Punkten Rückstand auf die Spitze. Ein Aufstieg wäre für den Routinier ein idealer Abgang aus der ersten Mannschaft.

Aber ob er je wirklich geht? Beim Antritt als Trainer hat Sebastian Schmidt zu seinem Keeper gesagt: „Du wirst hier wahrscheinlich immer noch spielen, wenn ich schon wieder weg bin.“ Rodenbecks Antwort: „Ich hoffe nicht.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Natürlich dekorieren mit ungefärbten Eiern

Natürlich dekorieren mit ungefärbten Eiern

Unterwegs auf dem Badischen Weinradweg

Unterwegs auf dem Badischen Weinradweg

Ein Garten im Cottage-Stil ist wie ein riesiger Blumenstrauß

Ein Garten im Cottage-Stil ist wie ein riesiger Blumenstrauß

Autotest: Taugt der Ford Kuga als modernes Familienauto?

Autotest: Taugt der Ford Kuga als modernes Familienauto?

Kommentare