ADVENTSKALENDER Klaus Lange öffnet Brinkumer Leichtathletik-Container

Zwischen Schlitten und Reifen

Dieser unscheinbare, von der Witterung gezeichnete Container hat viel zu bieten: Klaus Lange, Leichtathletiktrainer des FTSV Jahn Brinkum, gewährt uns einen Einblick.
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Dieser unscheinbare, von der Witterung gezeichnete Container hat viel zu bieten: Klaus Lange, Leichtathletiktrainer des FTSV Jahn Brinkum, gewährt uns einen Einblick.

Neuer Tag, neue Folge im „Adventskalender“. Diesmal zeigt Leichtathletik-Trainer Klaus Lange vom FTSV Jahn Brinkum den wichtigen Container, in dem allerhand Übungs-Utensilien auf ihren Einsatz warten. Ein Besuch vor Ort.

Brinkum – Es ist einer jener Dezembertage, an denen es nicht wirklich hell zu werden scheint. Der Nebel absorbiert das wenige Sonnenlicht, alle Konturen vermischen sich in ein tristes Grau. Rechts im Nirgendwo kreischen Krähen, von links ist schrilles Kinderlachen zu hören. Vorne schreitet ein Mann – die Wintermütze tief ins Gesicht gezogen – durch die trübe Suppe über eine raureife Wiese.

„Hallo Daniel“, ist plötzlich eine bekannte wie fröhliche Stimme zu vernehmen. Sie gehört zu Klaus Lange – und lässt den Autor dieser Zeilen durchatmen. Doch nicht in eine Hitchcockeske Szenerie geraten.

Lange ist gut drauf, wie schon bei der telefonischen Terminvereinbarung wenige Tage zuvor. Als er hört, dass wir uns für die Serie „Adventskalender“ gerne mal im Container des FTSV Jahn Brinkum an der Langenstraße umschauen wollen, wird er hellhörig. „Da habe ich ja endlich wieder was zu tun“, sagt der Leichtathletiktrainer und lacht sein Lange-Lachen: laut, sympathisch, ansteckend: „Da muss eh dringend mal wieder aufgeräumt werden.“

Gesagt, getan. Als Lange an diesem trüben Tag die Container-Tür – an der langsam eine grüne Patina hochkriecht – öffnet, versteckt sich hinter unserem heutigen Adventskläppchen ein Sammelsurium an Trainingsgeräten für schweißtreibende Leichtathletik-Einheiten: feinsäuberlich nach Disziplinen sortiert. „Dein Anruf hat uns motiviert“, sagt Lange und gibt zu, dass es kürzlich noch etwas chaotischer auf diesen knapp 14 Quadratmetern zuging: „Da war es manchmal schwierg, den Kindern zu erklären, wo denn was liegt, wenn sie etwas holen sollten. Da hieß es dann: ,Schau mal da oder dort, unter diesem oder jenem Haufen müsste es liegen.‘“

Erinnerungen an die Bundesjugendspiele werden beim Anblick dieser Schlagbälle wach.

Direkt links im Regal liegt alles für die Wurfdisziplinen parat: Von 80-Gramm-Schlagbällen über Diskusscheiben bis hin zu schweren Kugeln. An der gegenüberliegenden Wand sind Speere zu finden. „Wir sind schon gut aufgestellt. Da kann ich dem Verein und auch dem Kreis-Leichtathletik-Verband nur Danke sagen, dass sie uns die Möglichkeiten geschaffen haben, hier und auch in den Hallen so viele Materialien zu haben“, betont der 76-Jährige: „Alles, was sich hier findet, wird auch genutzt.“

Neben den Sportgeräten fallen besonders Dutzende Fahrradmäntel ins Auge. Auf diese angesprochen, grinst Lange. Er sei in den Fahrradläden der Umgebung schon bekannt, diese würden sich freuen, wenn sie ihre ausrangierten Reifen loswerden. „Und ich arbeite damit liebendgern“, erklärt Lange: „Es braucht nicht immer teure Materialien. Das ist eine günstige Lösung, um hervorragende Lauf- und Sprungübungen zu gestalten.“

Diese Herangehensweise passt zu Lange. Er ist ein Mann der Tat, was sich bereits bei der Ankunft an diesem Tag zeigte. Jener Mann im Nebel war der 76-Jährige. „Ich war nur kurz auf dem Fußballplatz und habe geschaut, was die Krähen da veranstalten“, begründet Lange seinen Ausflug im grauen Dunst: „Manchmal ziehen sie die Würmer raus und werfen dabei die Grasnarben durch die Gegend. Andererseits wird der Boden dadurch entlüftet. Es sah gerade alles gut aus, deshalb lasse ich sie mal machen.“

Langes Raseninspektion kommt nicht von ungefähr. Schließlich liegen ihm auch die Fußballer des Brinkumer SV am Herzen. Und diese wollen auf dem Geläuf ab Frühjahr noch einmal die Mission Meisterschaft in der Bremen-Liga starten. Lange ist der Athletikcoach im Stab des Cheftrainers Mike Gabel. Und die Fußballer schwören ebenfalls auf die Utensilien aus dem Container. Unter den Fahrradmänteln liegen hinter einigen Mini-Hürden (Lange: „Wenn die mal kippen, tut es nicht so weh für die Lütten“) sogenannte Sprintschlitten. Mit einem Gurtsystem ziehen die Fußballer diesen hinter sich her. Perfekt, um die Schnellkraft zu verbessern. „Damit arbeiten wir häufig. Die Jungs wundern sich schon, wenn ich sie mal nicht raushole.“

Man merkt: Ohne diesen unscheinbaren grauen Container mit dem rot-weißen Wappen des FTSV Jahn Brinkum an der Längsseite wäre vieles komplizierter. „Er ermöglicht uns, hier ein großes Spektrum an Trainingsinhalten für verschiedenste Sportarten anzubieten“, betont Lange. Für eine Sache würde er aber noch Platz schaffen wollen. „Eine Lichtschrankenanlage, um die Zeiten genauer zu messen, war schon immer ein Traum von mir. Ich weiß aber auch, dass die ziemlich teuer sind.“

Aber wer weiß: Gerade in der Weihnachtszeit erfüllen sich ja manchmal Wünsche.

Auf die Plätze, fertig, los! Der perfekte Sprintstart wird hier noch analog vermittelt.
Nein, nein – der Radsport hat hier kein Zuhause: Die ausrangierten Mäntel werden für Lauf-, Sprung- und Koordinationsübungen genutzt.

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