SPIELER DES WOCHENENDES Wagenfelds Jannik Kläning mag Chelsea und „96“

Zwischen Crouch und Lukaku

An der Stamford Bridge in London: Hier trägt der FC Chelsea seine Heimspiele aus – der Wagenfelder Stürmer Jannik Kläning (rechts) und sein Kumpel Michael Jencke sind gerne und oft live dabei (hier beim Halbfinale der Europa League gegen Eintracht Frankfurt, das Chelsea im Mai 2019 im Elfmeterschießen gewann).
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An der Stamford Bridge in London: Hier trägt der FC Chelsea seine Heimspiele aus – der Wagenfelder Stürmer Jannik Kläning (rechts) und sein Kumpel Michael Jencke sind gerne und oft live dabei (hier beim Halbfinale der Europa League gegen Eintracht Frankfurt, das Chelsea im Mai 2019 im Elfmeterschießen gewann).

Wagenfeld – Wenn man sich sein Programm so anguckt, könnte man glatt auf die Idee kommen: Die Tage von Jannik Kläning – vor allem am Wochenende – haben mehr als 24 Stunden. Der im August 30 Jahre alt gewordene Stürmer hat drei Kinder und ist vor ein paar Wochen mit seiner Familie in ein neu gebautes Haus in Wagenfeld gezogen. Da gibt es ja immer einiges zu tun. Er fährt zudem gerne mal ins Stadion nach Hannover oder London – und dann geht er auch noch für den Fußball-Bezirksligisten TuS Wagenfeld auf Torejagd. Aktuell sehr erfolgreich sogar.

Beim 4:1 gegen Inter Komata erzielte Kläning beim ersten Saisonsieg alle vier Treffer. Das war ihm in dieser Form noch nie gelungen. „Ein Super-Tag und ganz klar etwas Besonderes für mich“, sagt er. In der Kreisliga-Double-Saison war ihm vor etwa zwei Jahren gegen Osterholz-Gödestorf mal ein Fünferpack gelungen – aber da war er eben nicht der einzige Torschütze seines Teams, das er nach dem Erfolg vom Wochenende explizit lobt: „Es war ein Sieg des Kollektivs.“

Aus dem er allerdings herausragte. Dass es ein spezieller Nachmittag für ihn werden würde, hatte Kläning früh geahnt – genauer gesagt nach seinem Führungstor (32.). Nach der Vorlage von Marcel Heyer zog er den Ball mit der linken Hacke ins Tor – ein Treffer, wie man ihn von großen Stars aus dem Fernsehen kennt. „So etwas gelingt nicht alle Tage, das hat mich ungemein beflügelt“, gibt Kläning zu. Und als er zum zweiten Mal zugelangt hatte, „wusste ich, dass an diesem Tag vor dem Tor nicht mehr viel schiefgehen kann“. Es folgten noch das 3:1 und 4:1 – jeweils mit seinem stärkeren rechten Fuß und jeweils nach sehenswerten Spielzügen. „Jannik musste nicht quer in der Luft liegen“, sagt Wagenfelds Spartenleiter Mark Wiedemann, „aber man muss eben auch da stehen, wo er stand.“

Für TuS-Trainer Jörg Rodewald kam die Torgala übrigens ein wenig überraschend. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an das letzte Training vor dem Spiel: „Da war Jannik grottenschlecht im Abschluss und wäre deshalb fast zusammengebrochen – und dann muss er es gegen Inter Komata gleich so übertreiben . . .“

Mit Neuzugang Ricardo Tenti soll Kläning in dieser Saison ein durchschlagkräftiges Offensivduo bilden. „Dafür, dass wir erst so kurze Zeit zusammenspielen, harmonieren wir schon ziemlich perfekt“, findet Kläning, der mit seiner Statur (1,92 Meter groß, 87 Kilo schwer) durchaus eine Erscheinung im Angriffszentrum ist. Wiedemann schwärmt von der „körperlichen Präsenz“ und der „sehr starken Technik“ des Hauptfeldwebels (stationiert in Minden). Und auch Rodewald schätzt – neben dem Torinstinkt – die Wucht und Mannschaftsdienlichkeit seines Goalgetters: „Er schaufelt viele Wege frei, ist fast unersetzbar.“

Kläning (im vierten Jahr in Wagenfeld, davor beim SV Barver) bezeichnet sich selbst als eine Mischung zwischen Brecher und Schlaks. Er sei körperlich kein Peter Crouch, aber auch kein Romelu Lukaku. „Irgendwas dazwischen“, sagt er und lacht. Sein Lieblingsstürmer ist aber weder der schmale Engländer noch der bullige Belgier – sondern der Spanier Diego Costa von Atletico Madrid: „Der begeistert mich, ist auf dem Platz sehr temperamentvoll, so wie ich.“

Costa spielte auch mal beim FC Chelsea, dem Kläning seit zehn Jahren leidenschaftlich verbunden ist. Mit seinem Kumpel Michael Jencke entstand „in einer Bierlaune“ die Idee, mal ein Derby in England live zu sehen: Es wurde Chelsea gegen Tottenham. Beide waren ziemlich angetan vom Erlebten. Kläning ist seit Jahren Mitglied beim FC Chelsea und im deutschen Fanclub „German Blues“.

Es gab Jahre, in denen er „acht bis neun Mal im Jahr“ an die Stamford Bridge reiste – zuletzt war er beim Champions-League-Spiel gegen die Bayern im Frühjahr dort. Kurz vor Corona.

Sein zweiter „Herzensverein“ ist Hannover 96 – auch dort ist er Mitglied und schaut sich die Heimspiele gerne vor Ort an. Wenn noch ein bisschen Zeit übrig ist . . .

Von Malte Rehnert

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