Zweikampfstark, mannschaftsdienlich und dem SC Twistringen weiter treu

Nils Warnke – der Wachsame

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Mit seiner starken Zweikampfquote zog Nils Warnke Rehden II den Zahn. „Als Sechser fühle ich mich am wohlsten“, sagt er.

Twistringen - Von Cord Krüger. Vielleicht muss Nils Warnke in seiner nächsten Nachtschicht Autogramme geben. „Möglich wäre es“, grinst der Mittelfeldmann des SC Twistringen.

Sieben Mal pro Monat übernimmt der in Bremen beschäftigte Groß- und Außenhandelskaufmann eine Bereitschaft in seinem angestammten Behindertenwohnheim der Lebenshilfe. „Dort habe ich früher meinen Zivildienst geleistet – und bin dabeigeblieben“, schildert der 28-Jährige: „Das macht Spaß.“ Oft ist vor der Bettruhe Fußball ein Thema. „Einer der Bewohner kennt alle Ergebnisse und jede Tabelle von der Regionalliga abwärts – da bin ich immer voll informiert.“ Warnke revanchiert sich mit der Lieferung aktueller Stadionheften des SCT. Und nun steht das Twistringer Eigengewächs selbst in den Schlagzeilen.

Denn am Samstag während des Twistringer Bezirksliga-Auftritts beim BSV Rehden II legte der Rechtsfuß als „Sechser“ vor der Abwehr eine Klasse-Leistung hin, gewann laut Trainer Stefan Müller „100 Prozent aller Zweikämpfe – und davon gab es gefühlte 80.“ Auch deshalb siegten die Blau-Weißen mit 2:0 und brachten dem BSV die erste Niederlage des Jahres bei. Zwar erinnert Warnke brav an die „geschlossene Mannschaftsleistung“, gibt aber zu, „dass mir an dem Tag ziemlich viel gelungen ist. Warum, weiß ich nicht. Der Ball ist mir immer gut vor die Füße gesprungen...“

So einfach war das aber nicht, stellt sein Coach klar: „Nicht nur, dass Nils zweikampfstark war und wie eine Klette am jeweiligen Angreifer hing: Er hat unheimlich viel für den Spielaufbau getan, Angriffe eingeleitet und seine Mitspieler gut eingewiesen.“ Ein Führungsspieler – und nicht umsonst stellvertretender Kapitän hinter SCT-Instanz Oliver Schröder. Den vertrat Warnke zuletzt auch in der Innenverteidigung und überzeugte ebenfalls. „Da reifte in mir der Plan mit Nils als Innenverteidiger in der neuen Saison, weil Oli im Sommer aufhören will“, verrät Müller. „Davon habe ich Nils erzählt, aber seit Samstag muss ich mir das wohl noch mal überlegen.“ Zu wertvoll ist Warnke nämlich in der Doppel-Sechs – und dort fühlt er sich am wohlsten: „Ich habe immer auf dieser Position gespielt“, berichtet der 28-Jährige: „Da kann ich besser Einfluss aufs Spiel nehmen, mehr organisieren.“ Und weil ihm Müller bitte „nicht mit hohen technischen Anforderungen oder Laufduellen kommen soll“, nimmt er gern den defensiveren Part ein: „Der Schnellste bin ich ja nicht.“

„Zusammenhalt bedeutet mir viel“

Doch sein Coach weiß auch so, was er an ihm hat: „Auf dem Platz ist Nils zweikampfstark, abseits davon tut er ebenfalls viel für die Mitspieler.“Das reicht bis zum Organisieren von Mannschaftsfahrten. „Zusammenhalt bedeutet mir sehr viel“, sagt Warnke. „Den gab es hier in Twistringen aber immer, deshalb bin ich auch nie gewechselt“, verdeutlicht der Mann, der seit der F-Jugend das SCT-Emblem auf dem Trikot trägt. Auch in der neuen Serie. „Bis dahin ist unser Ziel der Klassenerhalt, und vielleicht können wir uns in der neuen Saison ja mehr vornehmen“. Nils Warnke – immer wachsam.

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