Netzke und Mertgen treffen beim 2:2 gegen Bremer SV / Thinius kontert Gelsdorf-Kritik

Zwei Traumtore bringen Brinkum nur einen Punkt

Nach toller Kombination brachte Dennis Mertgen (rechts, hier gegen Michel Haskamp) die Brinkumer mit 2:1 in Führung. ·
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Nach toller Kombination brachte Dennis Mertgen (rechts, hier gegen Michel Haskamp) die Brinkumer mit 2:1 in Führung. ·

Brinkum - Von Gerd TöbelmannKlaus Gelsdorf, Trainer des Fußball-Bremen-Ligisten Bremer SV, war nach dem 2:2 (1:1) beim Brinkumer SV zwar unzufrieden, doch realistisch gesehen muss man sagen, dass das gestrige Match schon Attribute einen Spitzenspiels der Liga hatte. Diese Klasse ist eben nicht besser.

Der Bremer Coach, selbst drei Jahre lang erfolgreich an der Brinkumer Linie, fand es nicht so prickelnd, „dass Brinkum lange Zeit nichts fürs Spiel getan hat. Da denkt man, da ist ein Spitzenspiel, doch dann stellt sich der Gegner doch nur hinten rein. Das ist schon ziemlich frustrierend. Aber leider geht uns das Woche für Woche so.“

Ist das das Statement eines Enttäuschten, der natürlich allzu gern gewonnen hätte? Kollege Frank Thinius jedenfalls fehlte das Verständnis für Gelsdorfs Aussagen: „Klar haben wir gerade in der ersten Halbzeit aus taktischen Gründen icht voll nach vorn gespielt. Aber gerade in der zweiten Halbzeit war es ein offener Schlagabtausch. Ich kann doch nichts dafür, dass der BSV sich kaum einmal vorn richtig in Szene setzen konnte. Vielleicht hat mein Bremer Kollege nicht die richtigen Dinge trainiert.“

Vor der Pause hatten Gelsdorfs Männer das Spiel optisch im Griff, aber richtig gefährlich wurde es nie. Torjäger Iman Bi Ria (früher auch mal für Brinkum am Ball) wurde von Tom Witte oder Esin Demirkapi gut kontrolliert und blieb zunächst wirkungslos.

Wie aus heiterem Himmel fiel vor gut 150 Zuschauern dann das Brinkumer 1:0 (36.). Und das hatte es in sich: Nach feiner Rechtsflanke von Steffen Röpke nahm Sebastian Netzke, am langen Pfosten stehend, Maß und knallte das Spielgerät mit tollem Seitfallzieher in die Maschen. „Viel besser kann man den gar nicht treffen“, freute sich Netzke. Dabei wäre er zum Zeitpunkt des Treffers fast gar nicht mehr dabei gewesen. Bei einem langen Schritt schoss der Schmerz in den linken Oberschenkel. „Mit fast 30 einen Spagat anzusetzen, kommt eben nicht so gut . . .“. Nach kurzer Behandlung ging es für Netzke aber weiter.

Dass die Bremer in der 41. Minute zum Ausgleich kamen, war zumindest schemeichelhaft, denn die Rettungsaktion von Brinkums Keeper Niklas Frank gegen Bi Ria war größtenteils astrein – der Schiri pfiff dennoch Elfmeter. Danach war Bi Ria der Buhmann schlechthin für die Brinkumer. Der Torjäger behielt aber die Nerven und traf vom Punkt.

Nach der Pause wurden die Gastgeber mutiger und störten früher. Nach der wohl schönsten Kombination der gesamten 90 Minuten fiel auch das 2:1 (61.). Marcel Dörgeloh schickte Kai Tönsmeyer über links auf die Reise, Bremens Andre Waldau hechelte nur hinterher, feine Eingabe auf den mitgelaufenen Dennis Mertgen – und drin war das Ding. In der 78. Minute hätte der eifrige Dörgeloh das Match entscheiden können, traf nach Tönsmeyer-Vorarbeit aber nur den linken Pfosten.

So blieben die Gäste weiterhin am Drücker und durften durch einen Freistoß noch einen Punkt mitnehmen. Der erst kurz zuvor eingewechselte Mirco Jankowski schlug das Leder in Richtung des Brinkumer Kastens. Vor Frank war ein ziemliches Gewimmel, die Sicht verdeckt – und schon war das Ding drin. „Ich kann dennoch mit dem Punkt leben , auch wenn es bitter ist, dass es nach zweimaliger Führung nicht drei geworden sind. Ungerecht wäre das nicht gewesen“, meinte Thinius.

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