Bruchhausen-Vilsens Jörn Meyer und Lessens Carsten Hollwedel sind heiß auf den Kreispokal

Zwei Trainer, ein Gedanke

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Kreiszeitung Syke

Martfeld - Die Gier ist groß. Bei beiden Vereinen, besonders aber bei deren Trainern. Jörn Meyer vom SV Bruchhausen-Vilsen und Carsten Hollwedel von Kreisliga-Konkurrent SV Lessen wollen morgen Abend (18 Uhr) in Martfeld mit ihren Teams den Fußball-Kreispokal holen. Meyer ist – anders als im Vorjahr – live beim Finale dabei und heiß auf seinen ersten Titel als Coach. Und Hollwedel möchte nach zwei verlorenen Endspielen endlich mal etwas Silbernes in die Höhe stemmen.

Jörn Meyer

Die kuriose Geschichte aus dem Vorjahr dürfte inzwischen kreisweit bekannt sein. Vilsen stand endlich mal wieder im Pokalfinale – und der Trainer aalte sich in der türkischen Sonne. „Wir sind genau am Endspieltag nach Side geflogen“, erinnert sich Vilsens Coach Meyer, der seine Aufgaben vorher noch schnell an Andreas Mann und Fabian Schlechter übertragen hatte. Während des Spiels gegen den TuS Syke wurde Meyer dann per SMS über die Zwischenstände informiert – und durfte am Ende in über 3 000 Kilometern Entfernung ein 3:1 bejubeln. „Gefeiert habe ich mit Bier, Raki und meiner Frau im Arm“, lacht Meyer.

Ein bisschen gewurmt hat es ihn allerdings schon, dass er in Sulingen nicht live dabei war. Zumal er als Trainer bislang noch nicht in den Genuss einer rauschenden Siegerparty gekommen ist: „Ich habe keine Meisterschaft, keinen Aufstieg und keinen Pokalsieg. Umso schöner wäre es, wenn es jetzt mit meinem ersten Titel klappt.“

Für Meyer hat das Finale aber noch einen zusätzlichen Anreiz, einen echten Heimspiel-Charakter. Der Vilser Coach wohnt im Endspielort Martfeld, rund 1,5 Kilometer vom Sportgelände entfernt, und hat sein Team eingeladen:

Erst am Dienstag

in die Türkei

„Wir treffen uns vorher bei mir zum Kaffeetrinken, machen dann einen Spaziergang zum Sportplatz und feuern um 16 Uhr erst mal unsere Altliga gegen Sulingen an.“ Eine Rückkehr in Meyers Garten ist hinterher jedoch ausgeschlossen: „Lieber nicht . . . Wir machen unsere Saisonabschlussfeier in Vilsen.“

Drei Tage später hebt Meyer dann wieder ab Richtung Türkei. Er hat aus seinem Vorjahres-Fehler gelernt und sagt mit einem breiten Grinsen: „Diesmal habe ich mir den Rahmenspielplan ganz genau angeschaut und fliege erst am Dienstag nach Side.“

In der Kreisliga hat Vilsen (letztlich Fünfter) gegen Lessen (Zehnter) das Hinspiel übrigens gewonnen (4:0) und das Rückspiel verloren. Das 1:3 im April „war der Genickbruch bei unserer Aufholjagd“, urteilt Meyer, der vor Lessens Kompaktheit warnt: „Sie sind sehr schwer auszurechnen.“

Carsten Hollwedel

Schon zwei Mal hatte der vollbärtige Coach die Trophäe fest im Visier – und durfte sie dann doch nicht anfassen. 2007 in Diepholz verlor Lessen das Kreispokalfinale gegen den TSV Bassum (1:3), ein Jahr später war’s noch dramatischer. Erst nach Elfmeterschießen (4:5) war in Bassum die bittere Pleite gegen den TSV Schwarme perfekt. „Beim Stand von 1:1 hatten wir in der 90. Minute die Riesenchance zum Sieg“, erinnert sich Hollwedel. Sie blieb aber ungenutzt – und Lessen ohne Titel. „Wir haben schon Routine im Verlieren“, scherzt Hollwedel: „Scheinbar sind diese Endspiele nicht unser Ding, aber wir geben nicht auf. Der Verein hat den Kreispokal meines Wissens noch nie gewonnen, es kann also auch für uns etwas Historisches werden.“

Und das sollte dann, so wünscht es sich Lessens Trainer, bitte auch gebührend gefeiert werden: „Ich hoffe, dass die Zeremonie, der offizielle Teil, mal etwas länger dauert – und beide Mannschaften gewürdigt werden. Es sind bestimmt viele Zuschauer da.“ Aus Lessen kommt laut Hollwedel mindestens ein Bus voller Fans.

Nach dem Finale wird Lessen die Saison im Clubhaus ausklingen lassen. „Es wird gefeiert. Egal, wie das Spiel ausgeht“, meint Hollwedel, der sein Team „eher als Außenseiter“ sieht – aber: „An einem guten Tag können wir jede Mannschaft in der Kreisliga schlagen. Das ist das Überraschungspaket, die Wundertüte Lessen. Ich bin selbst mal gespannt, was drin ist.“ · mr

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