Zwei Stechen gegen Dasbach und Kostevychs Coup gegen Berlin

Nervenstarke Sportgilde löst Ticket für die „Deutschen“

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Sehr konstant: Bassums Pierre Michel gewann seine beiden Duelle des Wochenendes – und schoss die Sportgilde damit ins Finale um die deutsche Meisterschaft.

Bassum - Noch während der Rückreise aus Broistedt hatte Michael Meinhard an den zwei nervzehrenden Wettkämpfen zu knabbern. Klar, die Freude beim Trainer der Sportgilde Bassum 98 über Platz vier in der Abschlusstabelle der Luftpistolen-Bundesliga Nord und das damit verbundene Ticket für das Finale um die deutsche Meisterschaft am 7. und 8. Februar in Rotenburg an der Fulda war riesig. „Aber so viel Spannung – das war schon schlimm“, gestand Meinhard.

Das 4:1 über den SV Falke Dasbach sah auf dem Papier zwar deutlich aus, kam aber erst nach zweimaligem Stechen zustande. Und gestern holte Olena Kostevych ebenfalls erst in der „Verlängerung“ ihren Einzelpunkt, der die Niederlage gegen Olympia Berlin zwar nicht verhinderte, aber die Bassumer in der Tabelle um einen Platz vor die Berliner bugsierte. „Dass die Mannschaften so eng beieinander liegen, spricht für das hohe Niveau der Liga und die Klasse ihrer Einzelschützen“, urteilte Meinhard.

Sportgilde Bassum 98 - SV Falke Dasbach 4:1: Ihre 1:4-Niederlage gegen Dasbach vor zwei Jahren hatten die Bassumer nicht vergessen. „Auch deshalb haben wir den Tabellenvorletzten nicht unterschätzt – und uns gefreut, dass wir mit demselben Ergebnis Revanche nehmen konnten“, schilderte Meinhard. Doch der Weg zu diesem Erfolg zehrte gewaltig an den Nerven. „Zwei Stechen in einem Wettkampf haben wir noch nie erlebt“, schüttelte der Sportgilde-Trainer mit dem Kopf. Doch Artur Gevorgjan behielt an Position zwei nach dem 373:373 gegen Halil Karaca die Nerven und langte mit einer 10 im zweiten Stechschuss hin, während Karaca nur eine 7 erzielte.

Ebenfalls eine 7 im zweiten Stechschuss schaffte Antje Noeske – nach dem sagenhaften 379:379 am Ende der vier hart umkämpften Serien gegen Uwe Töns. Doch der Dasbacher schoss eine 8. Es blieb allerdings der Ehrenpunkt, weil „wirklich alle super-stabil geschossen haben“, unterstrich Meinhard.

PSV Olympia Berlin - Sportgilde Bassum 98 3:2: Die Hauptstädter hatten extra für diesen Showdown um das DM-Ticket ihren Top-Schützen Wojciech Knapik eingeflogen, und der polnische Berufssoldat lieferte sich mit Olena Kostevych ein hochspannendes Gefecht. Doch die Ukrainerin zeigte starke Nerven und sicherte Bassum nach dem 388:388 mit dem dritten Stechschuss einen Punkt, der am Ende die Teilnahme an der „Deutschen“ sicherte. „Das war ganz stark, so die Nerven zu behalten, alle Gefühle beiseite zu schieben und so sauber zu schießen“, schnalzte Meinhard mit der Zunge. Und weil zudem noch Pierre Michel über Uwe Potteck triumphierte, bedeuete das ein Einzelpunkteverhältnis von 19:16 und damit den hachdünnen Vorsprung vor Berlin (18:17). Bei einem Gleichstand wäre der PSV wegen des gewonnenen direkten Vergleichs nach Rotenburg gefahren.

Doch nun Bassum – mal wieder. „Aber im Gegensatz zum letzten Jahr, als wir als Nordmeister schon unter besonderer Beobachtung und Erfolgsdruck standen, können wir nun befreit auftreten“, blickt Meinhard auf den ersten Wettkampf gegen den neuen Südmeister SV Kelheim-Gmünd voraus.

ck

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