Fußball-Bezirk Hannover: Neustart am 5. September

Zwei Landes- und zehn Bezirksligen

„Wir sind froh, dass wir nun einen festen Termin haben, auf den wir hinarbeiten können“, sagt Trainer Oliver Marcordes vom Landesligisten TSV Wetschen.
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„Wir sind froh, dass wir nun einen festen Termin haben, auf den wir hinarbeiten können“, sagt Trainer Oliver Marcordes vom Landesligisten TSV Wetschen.

Hannover – Zwei Landesliga-Staffeln statt bisher einer, zehn anstelle der gewohnten vier Bezirksligen: In dieser Formation wollen die Verantwortlichen des Fußballbezirks Hannover nach der abgebrochenen Saison in die neue Serie 2020/21 starten. Als ersten Spieltag peilen sie den 5. September an, die letzten Partien sollen im Juni 2021 abgepfiffen sein. Über dies und weitere Details informierte der Bezirks-Spielausschuss-Vorsitzende Thorsten Schuschel am Sonntag insgesamt 92 Teilnehmer in einer Videokonferenz, die meisten von ihnen aus den betroffenen Vereinen, die auf Bezirksebene kicken. Mit dabei war auch Oliver Marcordes, Trainer des Landesliga-Aufsteigers TSV Wetschen, der hinterher resümierte: „Wir sind froh, dass wir nun einen festen Termin haben, auf den wir hinarbeiten können.“

Die größere Ligen-Landschaft war nötig geworden, weil es in der wegen der Coronakrise abgebrochenen Saison bekanntlich keine Absteiger, aber die gewohnte Zahl an Aufsteigern gab. „Das bedeutet 19 anstatt der bisher 16 Landesligisten und 80 Bezirksligisten – 16 mehr als sonst“, erläuterte der Bezirksvorsitzende August-Wilhelm Winsmann in seiner Begrüßung.

Schuschel stellte die Variante vor, die der Ausschuss zuvor in verschiedenen Sitzungen und Telefonkonferenzen mit den Kreisspielausschuss-Vorsitzenden und ausgewählten Bezirks-Clubs erarbeitet hatte. Die Namen jener 20 Vereine hatten die Kreise dem Bezirk genannt.

Spiele 2020 bis zum 29. November

Die Landesliga soll sich demnach in eine Nord- und eine Südstaffel aufsplitten. Welche davon nun neun und welche zehn Teams umfasst, klärt sich voraussichtlich am kommenden Wochenende, wenn der Bezirksspielausschuss die Staffeleinteilung vornehmen und die Ausschreibung überarbeiten will.

Die beiden Staffeln bestreiten eine Vorrunde mit Hin- und Rückspielen. Sollte die Witterung bis dahin mitspielen und es keine Corona-bedingten Einschränkungen gibt, sind am 29. November die letzten Begegnungen vor der Winterpause. Vom 27. Februar bis 18. März läuft das Restprogramm der Vorrunde. Der jeweils Erste bis Dritte qualifiziert sich für die Meisterrunde (mit Hin- und Rückspielen; die übrigen spielen eine einfache Abstiegsrunde, schilderte Schuschel).

Diese beiden Runden will Schuschel für die Zeit vom 10. April bis 20. Juni ansetzen. „Für eventuelle Nachholspiele haben wir Feiertage wie Himmelfahrt und Pfingsten eingeplant“, erklärte er. Zudem begründete er, warum sich sein Gremium gegen die Mitnahme von Punkten aus der Vorrunde für die Meister- und Abstiegsrunde ausgesprochen hat: „Mannschaften, die zunächst wenig bis gar keine Punkte geholt haben, stünden dann in der Abstiegsrunde schon mit dem Rücken zur Wand und würden nach einer weiteren Niederlage vielleicht auf ein weiteres Antreten verzichten. Und andere, die womöglich schon neun oder zehn Punkte hätten, wären bereits vorher gerettet.“ Insgesamt sechs Teams steigen ab, sodass die Landesliga der Saison 2021/22 – abzüglich des obligatorischen Oberliga-Aufsteigers und vier Aufsteigern aus den Bezirksligen – 18 Mannschaften umfassen könne.

Zwei Wochenspieltage in den Bezirksligen

Die Bezirksligen beginnen ebenfalls laut bisherigem Plan am 5. September – in zehn Achter-Staffeln. Schuschel sagte zu, auch hier regionale Zusammenstellungen vorzunehmen, die genaue Staffeleinteilung für diese Doppelrunden mit Hin- und-Rückspielen werden aber ebenfalls erst am kommenden Wochenende vorgenommen. Für den Kreis Diepholz könnte dies aber eine reine „Diepholzer“ Bezirksliga sowie eine weitere mit Konkurrenten aus den Kreisen Diepholz, Nienburg und Schaumburg bedeuten.

Für dieses Pensum hat der Ausschuss zwei Wochenspieltage vorgesehen, sodass die Vorrunde zum Start der Winterpause am 29. November beendet wäre. Alle zehn Staffelsieger und die Tabellenzweiten qualifizieren sich für die Meisterrunde (von 18. März bis 6. Juni in zwei Staffeln mit je zehn Teams), die Dritten bis Achten kämpfen in der einfachen Abstiegsrunde (ebenfalls ab 18. März ohne Rückspiel) in sechs Staffeln um den Klassenverbleib. Aus denen müssen die Siebt- bis Zehntplatzierten runter in die Kreisliga.

Auch der Bezirkspokal läuft in der neuen Serie deutlich anders. „Unser Plan sieht vor, diesen Wettbewerb erst nach der Winterpause und dann im Kleinen durchzuführen“, erklärte Schuschel. Demnach qualifizieren sich die zehn Staffelsieger der Bezirksliga-Vorrunden und die jeweils drei Besten der zwei Landesligen für den Cup, dessen Achtelfinale am Gründonnerstag, 1. April, steigt. Bereits für Ostermontag, 5. April, stehen die Viertelfinals an, die Halbfinals am Freitag vor Pfingsten (21. Mai). Das Endspiel steht für den 26. Juni im Termininplan. Schuschel bedauerte, dass einige der in der nun abgebrochenen Serie doch noch ermittelten Kreispokalsieger nicht am Bezirkspokal teilnehmen dürfen, „aber wir wollten den Wettbewerb wenigstens teilweise anbieten, um einigen Vereinen zu ermöglichen, sich als Sieger für den Verbandspokal zu qualifizieren.“

Start bei „Null“ als gerechtere Lösung

Die Nachfragen aus den zugeschalteten Vereinen hielten sich in Grenzen. Eine davon bezog sich darauf, warum die geholten Punkte aus den Vorrunden nicht mit in die Meister- und Abstiegsrunde mitgenommen werden dürften. Doch der Bezirksspielausschuss wertete einen Start bei „Null“ als die gerechtere Lösung. Zudem räumte Schuschel nach einem Hinweis ein, dass sein Gremium ebenfalls über eine einfache Vorrunde sowie stattdessen Hin- und Rückspiele in der Auf- und Abstiegsrunde nachgedacht habe. Angesichts der vielen Eventualitäten sei es aber besser, so früh wie möglich so viele Partien wie möglich über die Bühne zu bekommen.

Abschließend dankte Schuschel allen Kreisspielausschuss-Vorsitzenden für den „engen Schulterschluss“ und die gute Zusammenarbeit. Am kommenden Wochenende wollen die Verantwortlichen die Ausschreibung aktualisieren, die auch möglich Szenarien wie die erneute Unterbrechung durch die Corona-Pandemie oder bloß die Witterung vorsieht. „Eine Zusammenstellung werden wir allen Vereinen rechtzeitig zukommen lassen“, sicherte er definitiv zu.

Zur Info: Christian Meyer freut sich: „Das ist doch eine coole Liga“

Die Trainer Oliver Marcordes (vom Landesligisten TSV Wetschen) und Christian Meyer (vom Bezirksligisten TV Stuhr) waren live dabei bei der Videokonferenz des Fußball-Bezirks Hannover – und hinterher durchaus zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich denke, da wurden Lösungen gefunden, mit denen jeder Verein leben kann. Und uns bleiben die ganz weiten Fahrten erspart“, sagt Marcordes, dessen Team nach dem Aufstieg in einer der beiden Landesligen startet. Meyer findet die Achter-Staffeln in den Bezirksligen „interessant“ und freut sich auf zahlreiche Duelle im Diepholzer Nordkreis. Ob gegen Seckenhausen, Sudweyhe, Okel oder Heiligenfelde. „Das ist doch eine ganz coole Liga“, meint Meyer. In der Corona-Sondersituation hätten die Verantwortlichen um Spielausschuss-Chef Thorsten Schuschel einen guten Plan aufgestellt. „Es geht darum, flexibel zu sein, da es jederzeit wieder Unterbrechungen geben kann“, sagt Meyer: „Deshalb ist auch die regionale Einteilung sehr sinnvoll.“ Coach Patrick Tolle von Bezirksliga-Aufsteiger SV Bruchhausen-Vilsen ist gespannt auf die Einteilung der Staffeln – und ahnt: „In der Liga zu bleiben, ist nicht einfacher geworden. Die Abstiegsrunde ist schon eine knackige Nummer. Da muss man gleich abliefern.“  mr

Von Cord Krüger

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