SCT gewinnt das Stadt-Derby gegen Mörsen mit 3:2 / Siegmanns unglaublicher Einsatz

Zwei Doppelschläge und ein „dummer“ Neelsen

Twistringens Dennis Kuhangel dreht nach seinem frühen 1:0 jubelnd ab. Dagegen kann es Mörsens Frank Sander (am Boden) nicht fassen, dass sein Team schon in der vierten Minute in Rückstand geraten war. ·
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Twistringens Dennis Kuhangel dreht nach seinem frühen 1:0 jubelnd ab. Dagegen kann es Mörsens Frank Sander (am Boden) nicht fassen, dass sein Team schon in der vierten Minute in Rückstand geraten war. ·

Twistringen - Von Gerd Töbelmann,,Eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf ist das nicht. Dazu stehen noch zu viele Spiele aus. Aber Big Points waren das schon für den Gegner“, meinte Mörsens Trainer Andreas Schultalbers nach dem 2:3 (2:2) vor 200 Zuschauern im Stadt-Derby der Fußball-Kreisliga beim SC Twistringen. Twistringen hat als Tabellenzweiter im Bezirksliga-Aufstiegskampf sechs Punkte mehr als der Verfolger, der im Vergleich zum SCT aber noch zwei Spiele mehr nachzuholen hat.

Dabei sah es noch eine halbe Stunde vor dem Match gar nicht nach Derby aus, denn der Platz im Twistringer Stadion war von Schnee weiß gepudert, aber an Absage, um vielleicht bei besseren Bedingungen mehr Zuschauer anzulocken, wurde kein Gedanken verschwendet. Auch Schiedsrichter Marcel Thalmann (TSV Bramstedt) spielte mit: „Der Untergrund ist gut, und mit der Zeit taut der Schnee auch weg.“

Doch Schnee und Kälte hatten Mörsen zunächst offenbar in eine Schockstarre versetzt. Nicht nur Spartenleiter Andreas Siegmann monierte, „dass wir keine Einstellung zeigen.“

Und das bestrafte Twistringen, das mit Rückkehrer Michael Geisler erstmals in dieser Saison in der Startelf auftrat, gnadenlos mit einem Doppelschlag. In der vierten Minute traf Dennis Kuhangel nach einer Ecke aus fünf Metern per Kopf zum 1:0. 240 Sekunden später klingelte es schon wieder. Nach feinem Außenristpass von Geisler erzielte Timo Rathkamp das 2:0, was Schultalbers später auf die Palme brachte: „Mindestens vier Meter Abseits. Unglaublich, dass das keiner aus dem Gespann gesehen hat.“

Nach dem 0:3 im Hinspiel schien der SCT die Revanche schnell eingetütet zu haben. Aber Pustekuchen. Ebenfalls per Doppelschlag fand Mörsen zurück ins Spiel. Und dafür benötigten die Gäste gar nur 120 Sekunden. In der 35. Minute verkürzte Simon Beuke nach einem Steilpass auf 1:2 – zwei Minuten später ließ Enis Stubbla Mörsen mit seinem 16-Meter-Schuss zum 2:2 von der Wende träumen. „Da war Mörsen echt dran. Das Spiel hätte jetzt auch kippen können“, gab der im Sommer scheidende SCT-Trainer Kevin Krowiorsch unumwunden zu. Damit meinte er auch die Szene in der 40. Minute, als sein Keeper Marcel Bavendiek mit einer Glanztat gegen einen Stubbla-Schuss den Rückstand verhinderte.

So ereignisreich die ersten 45 Minuten waren – so niveauarm vor allem in Sachen Torchancen verlief die zweiten Halbzeit. Es schien fast so, als wären beide Mannschaften mit dem einen Punkt zufrieden. Das hatte Mörsens Thomas Neelsen in der 63. Minute aber wohl nicht mitbekommen. Der ansonsten so umsichtige Abräumer verfolgte den enteilten Andre Lausch, um ihn dann im Strafraum von hinten ungeschickt zu „knicken“ – Elfmeter. Der Spezialist dafür bei Twistringen heißt Nils Warnke, der auch prompt zum 3:2 verwandelte. Danach konnte von einem echten Aufbäumen der Gäste nicht die Rede sein, weil es Mörsen nicht schaffte, zumindest hohe Bälle in Richtung des SCT-Kastens zu schlagen. „Von zehn Bällen waren vielleicht zwei gefährlich. Das ist natürlich zu wenig“, stöhnte Siegmann.

Mörsens „Macher“ jedenfalls hatte alles für den Erfolg gegeben. Siegmann holte den in Eutin auf einer Familienfeier weilenden Kim-Leong Chung am Spieltag mit dem Auto ab und kutschierte den Spieler nach dem Match die knapp 250 Kilometer wieder zurück nach Schleswig-Holstein. Es ist nicht übermittelt, ob der Fahrer den Trip ob der Niederlage bereut hat. Siegmann ist es allerdings zuzutrauen, dass er es jederzeit wieder machen würde.

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