Bennet Lüdecke spielt in Sulingen – und ist mit Philipp Meier Spartenleiter beim TuS Barenburg

Zwei „Anpacker“ in Trikots

Zwei Barenburger Jungs: Bennet Lüdecke (rechts) und Philipp Meier zeigen den Schal des Vereins, in dem sie seit ein paar Monaten Spartenleiter sind.

Barenburg/Sulingen - Von Malte Rehnert. Einmal über die Straße – und schon ist er am Sportplatz. Philipp Meier (28) wohnt mit seiner Frau Gesa und den beiden Kindern Tilda (2) und Ebba (zwei Monate) seit Januar im ehemaligen Haus seiner Eltern. Und ist seinem Heimatverein TuS Barenburg nun noch näher als ohnehin schon. Bennet Lüdecke (25) zog vor zwei Monaten mit seiner Freundin Charleen in eine Wohnung in Sulingen, ist aber ebenfalls, wie er selbst sagt, „ein Barenburger Junge“. Beide wollten sich noch stärker für ihren TuS engagieren – und tun es inzwischen auch: Als Doppelspitze leiten sie die Fußballsparte.

„Im ersten Moment klingt das sicher ungewöhnlich“, weiß Lüdecke. Kann man so sagen. Er selbst spielt beim benachbarten Bezirksligisten FC Sulingen, Meier in der ambitionierten „Ersten“ des TuS Barenburg (1. Kreisklasse) – dort stehen nun beide gemeinsam in der Verantwortung. „Eine solche Konstellation ist nicht unbedingt üblich“, meint Lüdecke. Kann man wieder so sagen. „Aber wenn etwas anders ist, muss es ja nicht falsch sein“, findet der 25-Jährige. Meier spricht von einem „guten Modell. Wir sind ganz nah dran, wissen, wie die Leute hier ticken – und können unsere eigenen Ideen einbringen.“

Die Zwei kennen sich schon seit dem Krabbelalter. Damals fuhren ihre Eltern mitsamt Familien auch mal gemeinsam in den Urlaub. Beide spielten in Barenburger Jugendteams, beide studierten später zeitgleich in Osnabrück (Lüdecke BWL, Meier BWL und Management). „Die Verbundenheit zum Ort und dem Verein ist sehr groß, wenn man hier aufgewachsen ist“, betont Meier. Barenburg liege ihm „total am Herzen“, ergänzt Lüdecke. Worte, die glaubhaft klingen. Und denen auch Taten folgten. Von beiden.

Im November 2019 kam Barenburgs Vereinsvorsitzende Karin Hoyer auf Meier zu und fragte, ob er sich das Amt des Spartenleiters vorstellen könne. Tim Riekmann, der bisherige Abteilungsleiter Fußball und ebenfalls Erstherren-Spieler, wollte nach mehreren Jahren nicht weitermachen. Meier überlegte. Auch, um mehr Zeit für die Familie zu haben, hatte er im Sommer 2018 den TuS Sulingen verlassen und war zu seinem Heimat-TuS zurückgekehrt. Zum Zeitpunkt der Anfrage wusste er bereits, dass er bald zweifacher Vater sein wird. Die Herausforderung, die Spartenleitung alleine zu stemmen, war ihm zu groß. Aber Meier, in der Jugend oft Kapitän seiner Teams und einer, der sich nach eigener Aussage „gerne kümmert“, wollte nicht absagen: „Ich finde, ein bisschen Ehrenamt schadet niemandem.“

Der Logistikplaner eines Fahrzeugteile-Anbieters in Kirchdorf grübelte, wer ihn unterstützen könnte – und kam schnell auf seinen alten Kumpel Lüdecke: „Bennet ist ein anständiger Mann und Barenburger durch und durch. Er hat eine hohe Sozialkompetenz, auch seine Familie ist im Verein verwurzelt.“ Lüdeckes Mutter Margret gehört seit Jahren zum Vorstand, aktuell als Kassenwartin. Und seine Schwester Jana, verheiratet mit dem Handballer Jannik Knieling vom TuS Sulingen, ist Geschäftsführerin Jugend und Sport. Da lag die Idee nahe, auch Bennet mit einzubinden. Und Lüdecke war sofort heiß: „Ich war in Barenburg schon mal ein paar Jahre Jugendtrainer und hatte Bock, wieder was zu machen. Ich packe gerne an und stelle etwas auf die Beine. Und Philipp ist total strukturiert, zu 100 Prozent verlässlich. Das schätze ich sehr an ihm.“

Seit ein paar Monaten kümmert sich das Duo nun um die Belange der Barenburger Fußballer. In Corona-Zeiten kein leichter Job, weil momentan noch keiner weiß, wie es mit dem Amateurfußball weitergeht. „Eine spezielle Situation“, mein Lüdecke. Weil auch die sonst üblichen Arbeitseinsätze der Mitglieder ausfallen, putzen die Spartenleiter auch schon mal die Trainerkabine. Insgesamt, so Meiers erstes Fazit, klappt die Zusammenarbeit prima: „Es macht sehr viel Spaß.“ Die Aufgaben teilen sie sich: Meier kümmert sich etwa um die Pressearbeit, Lüdecke um die Fan-Utensilienen, die der Club anbietet.

„In 90 Prozent der Fälle kann ich bei mir zwischen Fußballer und Spartenleiter trennen“, meint Lüdecke. Wenn der FC mal Spieler aus Barenburg ansprechen sollte oder umgekehrt, „halte ich mich komplett raus. Ich glaube aber nicht, dass es zu Konflikten kommen wird.“

Meier sieht bei sich kein Problem darin, dass er Spieler und Abteilungsleiter ist – und damit eine höhere Position hat als sein Trainer Jörg Ostermann: „Wenn wir mal unterschiedliche Ansichten haben, können wir wunderbar diskutieren.“

Bleibt natürlich noch die Frage zu klären, wann denn auch Lüdecke wieder für Barenburg (wo er übrigens auch Tischtennis spielt) aufläuft. Für die kommende Saison, wann auch immer sie startet, hat der seit 2017 beim FC spielende, in der aktuellen Serie 13 Mal erfolgreiche und zum Mannschaftsrat gehörende Mittelfeldmann in Sulingen zugesagt. „Irgendwann“, verspricht er aber, „komme ich zurück.“ Wann, lässt er offen, denn: „Es läuft beim FC super, das ist wie eine zweite Familie. Wir haben eine richtig geile Mannschaft mit Ambitionen.“

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