20-jähriger Süstedter arbeitet auch für den VfB Oldenburg / Ehrung zum „Fußballhelden“

Zwei U 15-Teams reichen Marik Nolte nicht

Ausgezeichnet: Marik Nolte vom TSV Süstedt (Mitte) ist Kreissieger der DFB-Ehrenamtsaktion „Fußballhelden“. TSV-Vorsitzender Oliver Stellmann, Fußballkreis-Chef Andreas Henze (von links), Kreisehrenamtsbeauftragter Heino Dahlskamp und Mutter Andrea Nolte (von rechts) gratulierten.
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Ausgezeichnet: Marik Nolte vom TSV Süstedt (Mitte) ist Kreissieger der DFB-Ehrenamtsaktion „Fußballhelden“. TSV-Vorsitzender Oliver Stellmann, Fußballkreis-Chef Andreas Henze (von links), Kreisehrenamtsbeauftragter Heino Dahlskamp und Mutter Andrea Nolte (von rechts) gratulierten.

Ein derartiges Engegement fürs Ehrenamt ist wahrlich vorbildlich. Marik Nolte vom TSV Süstedt ist der Kreissieger der DFB-Ehremamtsaktion „Fußballhelden“. Als Dank gab es unter anderem eine fünftägige Reise nach Spanien.

Süstedt – Eine Verletzung brachte Marik Nolte zurück zum Fußball. Der damals 14-Jährige, der bis zur D-Jugend noch selbst für den TSV Süstedt gekickt hatte, sah sich wegen eines Kahnbeinbruchs zur Handball-Pause gezwungen. Und seine Mutter Andrea, Spartenleiterin im Juniorenfußball des TSV, suchte für die U 9 einen Co-Trainer. „Er hatte ja nur den Arm im Gips“, erinnert sie sich, „das hinderte ihn ja nicht am Mitlaufen neben dem Trainer.“

Handball spielte Marik später erneut, doch als Fußball-Coach machte er ebenfalls weiter, bildete sich ständig fort und sieht dort inzwischen seine Zukunft. „Es wäre schön, wenn ich im Fußball einmal hauptberuflich als Trainer arbeiten könnte“, schildert der 20-Jährige. Der gelernte Produkt-Designer liebt es, Menschen zu „designen“, wie er sagt.

Denn als Trainer der beiden U 15-Teams der SG Süstedt/Bruchhausen-Vilsen, aber auch als Mitarbeiter im Nachwuchsbereich des VfB Oldenburg, ist dem Süstedter nicht nur die sportliche Weiterentwicklung wichtig, „sondern du legst auch Wert auf das Schulen von Sozialkompetenz“, lobte ihn Heino Dahlskamp, im Fußballkreis Diepholz Ehrenamtsbeauftragter. Zusammen mit dem Fußballkreis-Vorsitzenden Andreas Henze war er nach Süstedt gekommen, um dem jungen Mann zum Kreissieger der DFB-Ehrenamtsaktion „Fußballhelden“ auszuzeichnen.

Ich selbst bin im eFootball nicht mit Talent gesegnet. Bei einem unserer Turniere wurde ich nur deshalb nicht Letzter, weil bei einem anderen Spieler das Internet öfter gestreikt hat.

Marik Nolte über Fußball an der Konsole, das er ebenfalls ins Training seiner U15 einbaut.

Nolte erhielt neben einer Urkunde auch die limitierte DFB-Armbanduhr sowie die Einladung zu einer fünftägigen Bildungsreise nach Spanien, vollgepackt mit einem lehrreichen Programm der Weiterbildung durch renommierte Experten. „Das ist eine sehr lohnende Reise, die einen wirklich weiter bringt“, verriet Oliver Stellmann als Vorsitzender des TSV Süstedt, schon einige Male diesen Trip unternehmen durfte. Der Club-Chef ließ durchblicken, dass es in Marik den richtigen Preisträger „erwischt“ hatte: „Er leistet außergewöhnliches für den Verein – und das schon seit Jahren.“

Als Beispiele nannte er, wie der Nachwuchscoach seine Teams trotz der Corona-Lockdowns zusammen und bei Laune hielt – mit täglichen „Challenges“, Hometrainingsplänen, Kleingruppen- und Individualübungen, aber auch der Organisation von eSoccer-Turnieren.

Diese Fußballspiele an der Konsole seien kein bloßes „Daddeln“, verdeutlichte der Geehrte: „In den Leistungszentren wird so etwas bewusst eingebaut, um Handlungsschnelligkeit und Reaktionsvermögen zu schulen.“ Und Nolte muss es wissen, schließlich durfte er schon beim Bundesliga-Nachwuchs des SV Werder Bremen und aktuell in den Leistungsmannschaften des VfB Oldenburg Erfahrungen sammeln.

Drei- bis viermal pro Woche fährt er nach Oldenburg, um mit den Talenten zu arbeiten – aktuell unter anderem mit der U 11. „Wenn ich so überlege, habe ich von der U 8 bis zur U 15 schon jede Altersklasse trainiert“, berichtet der passionierte Fußballer, der parallel noch in der zweiten Mannschaft des TSV Süstedt spielt. Mit der damaligen U9 wuchs er mit bis zur U15 mit. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksliga, verfügt aber über einen recht kleinen Stamm. Denn Nolte teilte die C-Jugend in drei Kader auf: „In dem der ersten Mannschaft stehen recht wenige, im zweiten Kader viele – weil die zwischen der Ersten und Zweiten hin- und herpendeln, ohne sich festzuspielen. Denn es ist für das Empfinden des Einzelnen immer besser, hochgezogen als zurückgestuft zu werden.“ Der dritte Teil-Kader bildet den Kern der Zweiten. Dort spielt übrigens Mariks jüngerer Bruder Pepe. Reibereien mit dem Coach aus der eigenen Familie gebe es aber nicht, versichert Papa Andreas: „Die zwei haben sich immer gut verstanden.“

Aktuell steckt Marik Nolte mitten in den Vorbereitungen für die B-Lizenz. Den ersten Teil dafür hat er schon abgeschlossen – genauso wie Teil eins der Vereinsmanager-Lizenz. Gestartet war er damals mit dem Zertifikat des „Junior Coaches“, seit 2017 besitzt er die C-Lizenz. „Solche qualifizierten Trainer wollen wir für unseren Nachwuchsbereich, damit die Eltern wissen, dass ihre Kinder beim Fußball in guten Händen sind“, würdigte Henze den Preisträger.

Und wer weiß – vielleicht wächst Marik Nolte mit „seinen“ U 15-Jungs ja mit bis ins Herren-Alter? „Das wäre schon cool“, meint er selbst. Vorsitzender Stellmann hätte nichts dagegen: „Viele Vereine haben ja schon gute Erfahrungen mit Trainern aus den eigenen Reihen gemacht.“

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