Bobrowski hat „immer noch Bock auf Fußball“ – aber nicht mehr in den oberen Ligen

Der Zugvogel ist zurück in der Heimat

Wojciech Bobrowski (links, hier noch im Heeslinger Trikot) schloss sich dem TV Stuhr an. ·
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Wojciech Bobrowski (links, hier noch im Heeslinger Trikot) schloss sich dem TV Stuhr an. ·

Stuhr - Das fängt ja gut an: Wojciech Bobrowski hat noch nicht mal sein erstes Spiel für Fußball-Bezirksligist TV Stuhr bestritten, da lacht er seinen neuen Trainer Christian Meyer schon aus.

„Na ja, ob ich eine Bereicherung für das Team bin, glaube ich nicht“, sagt Bobrowski bescheiden. Doch Meyer, der einst mit dem gebürtigen Polen in der B- und A-Jugend des TVS kickte und danach seinen Weg beim FC St. Pauli, FC Oberneuland, Rotenburger SV und TuS Heeslingen verfolgte, hat sich festgelegt: „Wojciech ist ein absoluter Leader-Typ, von dem die Jungs viel lernen.“

Seit zwei Wochen trainiert der 33-Jährige in Moordeich mit – und Meyers Vorfreude steigt von Einheit zu Einheit: Am Sonntag ab 14 Uhr beim TuS Drakenburg sollte Bobrowski spielberechtigt sein. Da der TuS Heeslingen, bei dem der Habenhauser bis zum Sommer im defensiven Mittelfeld die Fäden gezogen hatte, in die Insolvenz geriet, erleichtert dies das Freigabe-Verfahren. „Allerdings hatte ich mich dort vorher schon rechtzeitig abgemeldet“, verriet Stuhrs „Neuer“. Denn der beruflich zunehmend stärker eingespannte Wirtschaftsprüfungsassistent konnte bereits beim Oberligisten nicht mehr komplett mittrainieren. „Deshalb kam auch keins der bisherigen Angebote infrage – obwohl es interessante Optionen in attraktiven Ligen waren“, verdeutlicht Bobrowski. Unter anderem hatte der VfB Oldenburg angeklopft, der ihn als Co-Trainer von Alexander Nouri verpflichten wollte. „Das ist noch nicht ganz vom Tisch, aber der Aufwand mit Training und Auswärtsspielen hat es in sich“, sinniert der Umworbene.

Sympathischer war ihm da der Gedanke an seine alte sportliche Heimat, und dort will er sich jetzt nun wieder heranarbeiten: „Ich muss nach den Monaten ohne Training aber erstmal wieder lernen, geradeaus zu laufen“, gibt der kampfstarke Allrounder den Tiefstapler. „Den Stammplatz will ich mit meinen fast 34 Jahren keinem wegnehmen, das ist eine gute Mannschaft. Allerdings habe ich immer noch totalen Bock auf Fußball.“

Diese eigentliche Motivation beruhigte TVS-Coach Meyer: „Ich habe ihm gesagt, dass es bei uns kein Geld zu verdienen gibt – aber er war Feuer und Flamme und ist mit Herzblut dabei“, berichtet Meyer: „In einer Übung faltet er die Jüngeren zusammen, danach gehter aber sofort auf sie zu und umarmt sie.“

Kommt nun die Freigabe vom Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV), hätte Meyer in Drakenburg eine weitere Alternative auf der Position des „Sechsers“ vor der Abwehr – oder eine Station dahinter in der Innenverteidigung. Denn er bleibt bei seinem Urteil über den „Leader“. · ck

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