Zollstock-Gespräch

Bassums Jugendtrainer Dennis Hammer hat auch im Lockdown viel zu tun

Dennis Hammer (re.) und Felix Schlickmann
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Auf der Sportanlage des TSV Bassum wäre Dennis Hammer (rechts) dieser Tage gern viel häufiger. Immerhin ist das Foto fürs „Zollstock-Gespräch“ mit Sportredakteur Felix Schlickmann ein Anlass – auch, um den Bericht über sich in der „Sport Bild“ mal wieder rauszusuchen.

Trotz Lockdowns kommt bei Dennis Hammer keine Langeweile auf. Der Jugendtrainer des TSV Bassum koordiniert, hält Spieler bei Laune – und verbringt mehr Zeit mit der Familie. Dennoch verrät der 29-Jährige im „Zollstock-Gespräch“, dass er das Ende der Einschränkungen kaum erwarten kann und dass er große Hoffnungen ins Impfen setzt.

  • Dennis Hammer will noch mehr genießen, wenn es wieder losgeht.
  • Er spricht Empfehlungen für die Netflix-Serie „Lupin“ und das „Gib alles – nur nie auf“ aus.
  • Der Bassumer sehnt sich nach einem Besuch im vollen Weserstadion.

Bassum – Dennis Hammer stand schon früh in der Öffentlichkeit. Mit 14 Jahren trainierte „Mr. TSV Bassum“ seine erste Mannschaft – und erhielt prompt einen ganzseitigen Bericht in der „Sport Bild“. Mittlerweile engagiert er sich auch in der Spartenleitung beim Fußball-Bezirksligisten sowie beim NFV (Niedersächsischer Fußball-Verband) – und das alles ehrenamtlich. Die Motivation dazu verleiht ihm die Arbeit mit seinen Spielern und auch der Kontakt zum ehemaligen Fifa-Schiedsrichter Babak Rafaki. „Er verfolgt meine Arbeit beim TSV, und wir schreiben uns regelmäßig“, erzählt Hammer und stellt sich dann in unserer Serie den Fragen des „Zollstoch-Gesprächs“.

Welche sind Ihre (sportlichen) Vorsätze für das Jahr 2021?

Wenn es wieder losgeht, will ich jeden Trainingstag und die Kleinigkeiten noch mehr genießen. Einfach auf dem Sportplatz sein, den Kontakt mit anderen noch mehr aufsaugen, den Stellenwert da noch mehr drauflegen. Das fehlt in der jetzgen Zeit sehr und war früher für einen selbstverständlicher. Es kribbelt, glaube ich, bei jedem extrem, jeder will wieder raus auf den Platz.

Thema Lockdown: Was würden Sie anders machen? Welche Einschränkungen halten Sie für übertrieben?

Ich würde nichts anders machen, es ist leider alles notwendig. Natürlich ist es nicht schön, aber wenn wir die Regeln nicht haben, ändert sich auch nichts ins Positive.

Ich finde es ein bisschen unnötig, dass Sport in der Schule erlaubt ist, Fußball aber nicht. Das ist schwierig zu vermitteln. Sonst gehe ich aber bei allem mit.

Was ist Ihr nächstes/neues Corona-Projekt? Und was haben Sie bisher schon umgesetzt/in Angriff genommen?

Was ich in der Zeit absolut gelernt habe, ist mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Ich sehe meine Großeltern zum Beispiel viel häufiger.

Welcher ist Ihr Lieblingsort, um Kraft zu tanken/zur Ruhe zu kommen?

Beim Waldspaziergang durch den „Dicken Braten“ in Bassum kann ich einfach mal über Fußball nachdenken und gut abschalten.

Kein Training, keine Wettkämpfe, vielleicht andere Hobbys: Wie sehr beschäftigen Sie sich in der Coronazeit damit, weniger leistungsorientierten Sport zu treiben oder gar ganz damit aufzuhören? Oder ist die Lust aktuell größer denn je?

Motivation und Lust sind auf jeden Fall größer denn je. Außerdem habe ich in der Zeit auch vom Verein aus etwas zu tun. Wir überlegen in der Spartenleitung: Holen wir trotz der Situation neue Spieler? Was machen wir bei den Trainern und vielleicht auch mit der Infrastruktur? Damit beschäftige ich mich im Moment viel. Zusätzlich bekommt man immer noch Nachrichten von Spielern, ich versuche, Kontakte zu pflegen, für die Jungs und Eltern da zu sein.

Buch, Serie oder Film – was haben Sie zuletzt gelesen oder geschaut?

Auf Netflix habe ich die Serie „Lupin“ geschaut, und durch den Lockdown habe ich es mal geschafft zu lesen, die Zeit habe ich vorher nicht gefunden. Zuletzt habe ich „Gib alles – nur nie auf“ von Norbert Elgert, dem Trainer der Schalker „Knappenschmiede“, gelesen, ein Motivationsbuch, aus dem ich ein bisschen was mitnehme und ein Muss für jeden Fußballtrainer ist. Ich würde für beides absolute Empfehlungen aussprechen.

Arbeiten im Homeoffice – angenehme Abwechslung oder Belastung?

Ganz am Anfang, als es mit Corona losging, musste ich das mal machen. Das ist überhaupt nicht mein Ding, eine absolute Katastrophe. Als ich noch mal ein paar Tage sollte, habe ich mir Urlaub genommen. Ich bin froh, wenn ich rauskomme aus den eigenen vier Wänden, um etwas anderes zu sehen.

Corona-Impfung: Ja oder Nein?

Ein ganz klares ja. Wenn wir es nicht tun würden, täten wir auch gegen Corona nichts, und es würde nichts besser werden. Wir wollen doch alle ein geregeltes Leben wiederhaben.

Stadion, Konzert, Theater, Urlaub oder Ähnliches? Was machen Sie zuerst, wenn es wieder erlaubt ist?

Am liebsten alles auf einmal. Geplant ist eine Rundreise durch Kenia im nächsten Jahr, und ich freue mich richtig auf das erste Spiel mit der eigenen Mannschaft auf dem Platz. Aber auch auf die Gänsehaut, wenn man wieder ins Weserstadion kann. Ich habe noch so viele Karten für Konzerte, Musicals, Theater.

Welche sportliche Schlagzeile wollen Sie 2021 über sich lesen?

Der TSV Bassum steigt im Jugendbereich wieder in den Bezirk auf.

Steckbrief

Name: Dennis Hammer

Alter: 29 Jahre

Wohnort: Bassum

Beruf: Kaufmann für Büromanagement an der Berufsschule Syke

Größte sportliche Erfolge: Nachwuchsförderpreis durch die „Sport Bild“ und Profitrainer Lucien Favre (2008) sowie Auszeichnung vom DFB (Deutscher Fußball-Bund) zu einem der 100 besten Jugendtrainer Deutschlands (2015)

Verein: TSV Bassum

Privates: ledig

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